Personenführung #107: Katja Musafiri.

Platz in der Welt gefunden

„Oft gibt es spannende Meinungen und erfrischend neue Standpunkte”, für Internetjunkie Katja Musafiri ist die Arbeit in der taz.kommune genau das Richtige.

Bild: Seeliger Fotodesign

Vor gut drei Jahren kam sie zur taz, zunächst war sie als Praktikantin Teil der taz.am wochenende. Katja Musafiri gibt über ihr Motiv, sich als Medienarbeiterin für diese Zeitung zu interessieren, vor allem dies an: „Die taz ist unkonventionell und eigenwillig – und genau das gefällt mir.“

Geboren wurde sie am Silvestertag des Jahres 1980 in Gera, Thüringen: „Hab also meine Kindheit verbracht mit Menschen, von denen einige jetzt als ‚Pegida‘ von sich reden machen, was häufig eher unschön war. Insofern war ich etwas am Strugglen und auf der Suche nach meinem Platz in der Welt.“

„Das, was mir entspricht”

Nach der Schule begann sie in Leipzig mit dem Studium der Afrikanistik und dem Fach Deutsch als Fremdsprache. Nach der Geburt ihres Sohnes hat sie schließlich im Bildungswerk Kreuzberg die Ausbildung im Bereich „Bikultureller crossmedialer Journalismus“ abgeschlossen. „Ich hatte da­bei das Gefühl, endlich das, was mir entspricht, was ich machen will, gefunden zu haben.“

Journalismus, ließe sich sagen. In der taz ist sie Teil der taz.kommune: jener Abteilung also, welche die taz-Texte in den sozialen Netzwerken verbreitet und aufrechterhält, was man Community-Talk nennt: Katja Musafiri ist eine jener Kolleg*innen, mit denen unsere Leser*innen in Kontakt treten.

Im Übrigen moderiert sie seit drei Jahren beim Karneval der Kulturen auf der Farafina-Bühne, hat einen Beitrag für einen Sammelband über Perspektiven der Schwarzen Bewegung in Deutschland verfasst und hat 2015 einen Verein zur Unterstützung geflüchteter Frauen und Kinder mitbegründet.

„Mehr Kommentare, als eigentlich gut wäre”

Außerdem, für ihren Job nicht das Unwichtigste, ist sie sowieso ein Internetjunkie: „Morgens, nach dem Aufwachen, noch vom Bett aus, wird erst mal gesurft, und abends ist das letzte vorm Schlafen der Blick auf den Screen. Inzwischen lese ich – wahrscheinlich eine Folge meiner Berufskrankheit – auch ständig und überall mehr Kommentare, als eigentlich gut wäre.“

Trotzdem: „Das ist aber etwas, das ich hier im Job schätzen gelernt habe: Oft gibt es spannende Meinungen, erfrischend neue Standpunkte und interessante Hinweise von Lesenden in den Kommentarspalten – neben all der Hetze, den Verschwörungstheorien und Lügenpresserufen.“

JAN FEDDERSEN, Redakteur für besondere Aufgaben