Frauen, auch solche ohne Kinder, werden seltener vom Jobcenter sanktioniert als Männer, ergab eine Studie. Warum das so ist, geht aus der Untersuchung nicht hervor.von Barbara Dribbusch

Sanktionierte Sozialleistung: Strafen des Jobcenters werden häufiger gegen Männer verhängt. Bild: ap
BERLIN taz | Wer als Hartz-IV-Empfänger eine angebotene Arbeit oder Maßnahme ablehnt, dem kann die Leistung gekürzt werden. Die Jobcenter sanktionieren aber bei Männern häufiger als bei Frauen, und zwar auch dann, wenn die Frauen keine Kinder zu betreuen haben und daher vermittlungsfähig sind.
Ist Ihnen dieser Artikel etwas wert?
Die neuen Zahlen gehen aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Die beiden Forscher Joachim Wolff und Andreas Mozcall untersuchten dabei die Quoten der Sanktionen aufgrund „schwerwiegender Pflichtverstöße“. Diese Sanktionen bestehen aus einer Kürzung, beziehungsweise bei den unter 25-Jährigen aus einer völligen Streichung des Regelsatzes.
Insgesamt wurden bei nur fünf Prozent der erwerbsfähigen BezieherInnen von Hartz IV aufgrund von schweren Pflichtverstößen Leistungen gekürzt. Bei alleinstehenden Männern in Westdeutschland lag die Sanktionsquote bei 9,3 Prozent, bei alleinstehenden Frauen aber nur bei 4,1 Prozent (Osten: 6,9 beziehungsweise 3,0 Prozent).
Es sei „nicht a priori klar, inwieweit die vorliegenden Unterschiede dadurch zustande kommen, dass Männer eher als Frauen nicht mit den Jobcentern kooperieren oder aber eher als Frauen von den Jobcentern aktiviert werden“, schreiben die Autoren Wolff und Mozcall. Ob die Jobcenter gegenüber den Frauen also einen weicheren Kurs verfolgen oder die Frauen eher Beschäftigungsangebote annehmen, geht aus der Untersuchung nicht hervor.
Laut den IAB-Daten sind die Sanktionsquoten im Westen höher als im Osten. Das liege daran, so vermuten die Forscher, weil die Arbeitsmarktlage im Westen besser ist. Die Jobcenter können daher den Hartz-IV-Empfängern im Westen eher Beschäftigungsangebote unterbreiten und dies führt dann bei Ablehnung zu mehr Sanktionen. Die höchste Sanktionsquote (11 Prozent) gibt es bei den unter 25-jährigen Männern in Westdeutschland. Leute mit Hochschulabschluss werden seltener abgestraft als weniger Gebildete.
Die Sanktionsquoten von Hartz-IV-Beziehern mit ausländischer Nationalität liegen etwas unter der Quote der Deutschen, der kleine Unterschied wird von den Forschern nicht gesondert interpretiert.
Man braucht sich nichts vormachen! In den Jobcentern arbeiten überwiegend doch nur Menschen, die selbst nur befristete Arbe ...
Die BRD besitzt längst nur noch die Fassade eines Rechtsstaats. Tatsächlich sind bei Hartz-IV (SGB-II) wesentliche Rechte, ...
Zur "Meldung": ...
Heute ist Deutscher Entwicklungstag. FDP-Minister Dirk Niebel hat den ins Leben gerufen. Und sich so selbst eine Wahlkampfbühne bereitet. von Hanna Gersmann

Der heißeste Ort der Welt, ein Tiger macht Kopfstand und Bäume in Käfigen. Unsere Bilder der Woche.

Bond-Schurkin, Stil-Ikone, Musikerin: Das Gesamtkunstwerk Grace Jones hat Geburtstag.

David Beckham beendet seine Fußballer-Karriere. Wird er jetzt etwa Vollzeitpapa, Model oder Frührentner? Ach, uns fallen da noch ein paar andere Sachen ein...

Ein echt fieser Augapfel, ein Harley-Davidson-Skelett, Buddha hat Geburtstag und jede Menge Quallen. Unsere Bilder der Woche.


Für alle, die mitreden wollen
Der lange Abschied vom Wachstum, Kriminalität ohne Grenzen, der Kampf um die richtige Landwirtschaft, Sozialpolitik gegen den sozialen Fortschritt, die überfällige Reform der UN: Der neue Atlas der Globalisierung von Le Monde diplomatique veranschaulicht auf 176 Seiten und in über 150 neuen Karten und Infografiken in welchem Tempo die Globalisierung voranschreitet und die Welt verändert.