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Studie zu AufforstungSchottische Wälder wachsen wieder

Wirtschaftliche Landnutzung hat den Wald in Schottland zerstört. Eine neue Studie untersucht, wie Aufforstung gelingen kann.

Um in echt wilder Natur zu wandern, fahren Menschen gerne nach Schottland. Da gibt es moosige Hügel, schroffe Felsen, karge Sträucher, kaum Menschen und plötzlich einen Hirsch. Die schottischen Highlands, eine Gegend mit viel Moor und geringer Bevölkerungsdichte, sieht echt aus wie auf dem Bildschirmschoner. Aber eines ist sie nicht: natürlich.

Denn von Natur aus war Schottland vor allem Wald. Im Jahr 3.000 v. Chr. waren 50 bis 80 Prozent des Landes mit Bäumen bedeckt. Das änderte sich im Mittelalter, als Menschen immer mehr Bäume abholzten, um das Holz zu nutzen. Dramatisch veränderte sich die Landschaft, als der Kapitalismus und die Textilindustrie in Großbritannien Fahrt aufnahmen.

Wolle musste her, und um Platz für Schafe zu schaffen, holzten Großgrundbesitzer im 18. und 19. Jahrhundert riesige Flächen Waldes ab. Heute sind vom einstigen Wald nur noch 4 Prozent erhalten. Davon ist ein Großteil Monokultur, der für die Holzwirtschaft genutzt wird. Auch ein wenig des ursprünglichen Mischwaldes ist noch erhalten – und der wächst nun wieder, wie eine Studie zeigt.

Die Studie

Wis­sen­schaft­le­r*in­nen haben den Waldwuchs im schottischen Cairngorms Nationalpark, dem größten Nationalpark Großbritanniens, untersucht. Um zu messen, wie der Wald sich regeneriert, konzentrierten sie sich darauf, junge Bäume zu erfassen, die entweder angepflanzt wurden oder sich selber ausgesät hatten.

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Dafür befestigten sie einen Laserscanner an ein Flugzeug und flogen in 600 Meter Höhe über die Wälder. Am Anfang verwechselte die Technik hohe Farne mit jungen Bäumen. Dann lernte sie, Bäume an ihren Kronen zu erkennen. Am Ende erfasste sie ziemlich zuverlässig junge Bäume, die zwischen einem halben und fünf Meter hoch sind.

Deren größter Feind sind Hirsche und Rehe, die gerne frische Baumtriebe knabbern und so die Bäume am Großwerden hindern. Deswegen betreibt der Nationalpark schon seit Jahren „Hirsch-Management“, was im Klartext heißt, Hirsche abzuschießen. Die Studie hat nun den Erfolg dieses Hirsch-Managements untersucht. Ergebnis: Heute bewohnen im Schnitt nur noch 4 Hirsche eine Fläche von einem Quadratkilometer.

Das ist weit weniger als die gesetzliche Vorgabe, die die Grenze bei 10 Tieren zieht. Und der Wald erholt sich: Im 569 Quadratkilometer großen untersuchten Gebiet haben die Wis­sen­schaft­le­r*in­nen mehr als 6 Millionen Bäume erfasst, darunter 2,65 Millionen junge Bäume.

Was bringt’s?

Es waren Menschen, die Schottlands Wälder abgeholzt haben, und es braucht Menschen, wenn der Wald zurückkommen soll. Überleben kann er nur, wenn er nicht wieder ausgebeutet, also abgeholzt wird. Renaturierung kostet Geld – und anders als ein Nutzwald bringt sie keines rein. Macht nichts, finden Schott*innen. Mehr als 9 von 10 gaben in einer Umfrage an, dass der Wald es wert sei, mit öffentlichem Geld gefördert zu werden.

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