„Wir haben es satt“-Demo in Berlin

Zehntausende für eine Agrarwende

In Berlin demonstrieren zehntausende Menschen für die Kennzeichnung von Milch- und Fleischprodukten und gegen Gentechnik und Freihandelsabkommen.

Ein Mann mit einer Mistgabel hält ein Transparent mit dem Aufdruck "Agrarindustrie ist Mist"

Keine Lust auf Agrarindustrie: Agrarwende-Aktion am 12.01. Foto: dpa

BERLIN epd | Zehntausende Menschen haben am Samstag in Berlin für eine Agrarwende demonstriert. Sie versammelten sich gegen Mittag zunächst zu einer Auftaktkundgebung am Potsdamer Platz. Mit dabei waren auch 130 Traktoren, die aus verschiedenen Richtungen nach Berlin-Mitte gefahren waren und den Demonstrationszug begleiten sollten, wie eine Sprecherin der Initiatoren sagte. Nach dem Demonstrationszug durch die Stadt war für 14.30 Uhr eine Abschlusskundgebung vor dem Bundeskanzleramt geplant.

Die traditionelle Großdemonstration während der weltgrößten Agrarmesse, der Grünen Woche in Berlin, stand unter dem Motto „Wir haben es satt!“ Die teilnehmerstarke Veranstaltung fand bereits zum sechsten Mal statt. Dazu aufgerufen hatten rund 50 einzelne Umwelt- und Landwirtschaftsverbände. Darunter sind die Erzeugergemeinschaften Neuland und Demeter, die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und das kirchliche Hilfswerk „Brot für die Welt“ sowie Umwelt- und globalisierungskritische Organisationen.

Zu den Forderungen gehören die Einführung einer Herkunftskennzeichnung für Fleisch- und Milchprodukte und ein Verbot des Einsatzes von Gentechnik in der Landwirtschaft. Zudem richtet sich der Protest gegen die Agrarindustrie und die geplanten Freihandelsabkommen TTIP und Ceta.

In dem Demonstrationsaufruf heißt es, die Landwirtschaft stehe am Scheideweg. Während Bundesregierung und Agrarindustrie auf steigende Exporte zu Dumpingpreisen setzten, würden Tierschutzstandards gesenkt und Bauern in Deutschland und weltweit ruiniert. Die Förderung von Agrarkonzernen müsse beendet und eine Qualitätsoffensive an die Stelle der einseitigen Exportorientierung treten. Auch müsse für einen gerechten Handel weltweit gesorgt werden.

 

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