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Möglicher AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt„Wenn die regieren, bin ich weg“

Queere, Migrant:innen, Künst­le­r:in­nen und Linke fürchten einen AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt – und fragen sich: gehen oder bleiben, falls es dazu kommt?

David Muschenich

Aus Magdeburg, Dessau und Quedlinburg

David Muschenich

Er wollte nicht weg. Sein ganzes Leben hat Christian Franke-Langmach in Sachsen-Anhalt verbracht. Er wuchs in der Altmark auf, im 200-Seelen-Dorf Wernitz und der kleinen Hansestadt Salzwedel, studierte in Halle und ging für die Arbeit nach Magdeburg. Als sein Mann dann vorschlug, Sachsen-Anhalt zu verlassen, hatte Franke-Langmach nur ein Wort im Kopf: „Shit.“ Das war vor mehr als drei Jahren. Damals wollte er nicht gehen. Inzwischen hat sich seine Meinung geändert.

Im Mai steht Franke-Langmach mittags auf der Sternbrücke in Magdeburg. Sein Blick schweift über die Landeshauptstadt. Die Elbe fließt unermüdlich nach Norden, der Dom erstrahlt in der Sonne. Warum will der 34-Jährige nicht mehr in Sachsen-Anhalt leben? Franke-Langmach denkt nach, setzt mehrfach an und sagt dann: „Ich liebe das Land. Aber viele wollen eine Partei wählen, die viel Schlechtes verursachen wird.“ Er meint die AfD.

Seit Monaten liegt die hier in den Umfragen bei über 40 Prozent. Das könnte für eine Alleinregierung reichen, wenn SPD, Grüne und FDP an der Fünfprozenthürde scheitern. Es wäre die erste AfD-Regierung.

Wer in Sachsen-Anhalt mit Menschen spricht, die es nicht mit der national-autoritären Partei halten, hört von manchen, sie säßen „auf gepackten Koffern“: Aktivist:innen, Künstler:innen, Forscher:innen, Menschen mit Migrationsgeschichte und queere Menschen. Doch nicht nur sie äußern Sorgen davor, wie sich Sachsen-Anhalt verändern könnte.

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„Fühle ich“

Im Sommer vor einem Jahr steht Reiner Haseloff am Redepult des Landtags von Sachsen-Anhalt und deutet mit dem Finger nach rechts. Seit 71 Jahren lebt er zu diesem Zeitpunkt in Sachsen-Anhalt, 14 Jahre lang war er Landesvater. Trotzdem sagt er dort auf großer Bühne: Eine AfD-Regierung „wäre ein Grund für mich, darüber nachzudenken, ob ich in diesem Land weiter meine Heimat sehe“.

Als Franke-Langmach das gehört habe, habe er nur gedacht: „Fühle ich.“ Und er ist schon einen Schritt weiter. Sein Mann und er wohnen mittlerweile in Lübeck, Schleswig-Holstein. Dort sitzt die AfD nicht mal im Landtag, es gibt Backsteinhäuser, die ihn an die Altmark erinnern, und das Meer ist nicht weit. Aber Sachsen-Anhalt hat Franke-Langmach noch nicht losgelassen. Für die Arbeit pendelt er regelmäßig nach Magdeburg. Im Landtag ist er Büroleiter der Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz. In der Partei ist er schon lange, ab 2016 war er zwei Jahre Landesvorsitzender. Doch danach zog er sich aus der ersten Reihe zurück.

Im Mai an der Elbe schwärmt der 34-Jährige vom Dorfleben. Den Altmärker bekomme man nicht aus ihm heraus, sagt Franke-Langmach. „Wenn Jan Böhmermann in einem Video mit Absicht einen Salzwedeler Baumkuchen falsch anschneidet, von oben nach unten, statt quer, dann bin ich sofort in der Kommentarspalte und sage: Das ist ein Unding!“ Franke-Langmach spricht schnell und klingt immer noch wütend, obwohl das beschriebene Video schon zwei Jahre alt ist.

Aber wenn ihm die Altmark so am Herzen liegt, warum ist er dann mit seinem Mann nach Lübeck gezogen? „Mit den politischen Vorzeichen in Sachsen-Anhalt fühlten wir uns nicht wohl und sicher. Wir wollten nach Westdeutschland und ans Meer, so blöd das klingt.“ Es sei noch nie sonderlich entspannt gewesen, als schwules Paar in Sachsen-Anhalt öffentlich Händchen zu halten. „Aber ich würde das heute weniger machen als noch vor fünf Jahren.“ Die AfD habe die Menschen „verhetzt“, sagt Franke-Langmach. „Wenn die regiert, dann bin ich weg.“

Etwa 50 Kilometer die Elbe flussauf nach Südosten nimmt ein paar Wochen später Mahdi Osmani in seinem Büro in Dessau einen Schluck Wasser. Beim Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt, kurz Lamsa, leitet er das Projekt „Demokratie in Vielfalt Anhalt“. Sowohl aus seinem persönlichen Umfeld als auch aus dem beruflichen Kontext kennt er Menschen mit Migrationsgeschichte, die aus Sachsen-Anhalt wegwollen. Das liege aber nicht an den hohen Umfragewerten antidemokratischer Parteien, sagt Osmani. Die seien nur ein Symptom. Der eigentliche Grund liege tiefer.

„Das ist das gesellschaftliche Klima. Diskriminierung beginnt nicht bei offenen Anfeindungen.“ Wenn bei einer Wohnungsbesichtigung direkt nach Leistungen vom Jobcenter gefragt werde statt nach dem Arbeitslohn, dann steckte dahinter ein Vorurteil: Menschen mit Migrationsgeschichte arbeiten nicht. Das vermittle subtil: Du gehörst nicht dazu. Das seien nicht bloß einzelne Erfahrungen, sondern die Summe aus vielen. „Ob Menschen bleiben oder wegziehen, hängt wesentlich davon ab, ob sie Vertrauen in das gesellschaftliche Miteinander entwickeln“, sagt er und verweist auf eine Umfrage der Forschungsgesellschaft Minor.

Die befragte im Auftrag der Landesregierung Menschen mit Migrationsgeschichte, ob sie in Sachsen-Anhalt bleiben wollen. Von 700 Befragten verneinte je­de:r vierte; die meisten davon wollten in ein anderes Bundesland. Repräsentativ ist die Umfrage nicht. Aber sie gibt Hinweise, warum Menschen gehen wollen. 75 Prozent gaben an, sie fühlten sich in Sachsen-Anhalt nicht willkommen, mehr als die Hälfte berichtete von Diskriminierung und Rassismus.

Ich zahle doch nicht Steuern, gestalte mit, arbeite, um mich bis ans Ende meines Lebens als Gast zu fühlen

Mahdi Osmani, Projektleiter „Demokratie in Vielfalt Anhalt“

Sachsen-Anhalt kennt die Folgen von Abwanderung schon heute. Kein anderes Bundesland hat in den vergangenen Jahrzehnten anteilig so viele Ein­woh­ne­r:in­nen verloren. Verglichen mit 1990 leben heute 26 Prozent weniger Menschen dort. Öko­no­m:in­nen warnen, dass weitere Abwanderung den Fachkräftemangel verschärfen könnte.

Doch für die Menschen mit Migrationsgeschichte gehe es um mehr als Arbeit, sagt Mahdi Osmani. Sie wollen dazugehören. Er selbst lebt seit 13 Jahren in Deutschland. „Sachsen-Anhalt ist meine Heimat geworden.“ Und ihm sei die Zukunft seiner Heimat nicht nur beruflich, sondern auch persönlich wichtig. „Aber ich zahle doch nicht Steuern, gestalte mit, arbeite, um mich bis ans Ende meines Lebens als Gast zu fühlen.“

Wie sich das ändern lasse? „Begegnung schafft Verständnis“, sagt Osmani. Es brauche einen respektvollen Dialog genau mit denen, die Vorurteile gegen Menschen mit Migrationsgeschichte hätten. „Nur dann erzielen wir Veränderung.“ Wegziehen helfe hingegen nicht. „Diskriminierung ist keine regionale Besonderheit. Sie begegnet uns in unterschiedlichen Formen überall.“

Ganz ähnlich klingt das bei Amanda: „Alle zeigen gerade mit dem Finger auf Sachsen-Anhalt. Klar ist das ein Hotspot, aber das Grundproblem gibt es überall.“ Amanda ist Musikerin, arbeitet in der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Quedlinburg und ist Koordinatorin bei „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ im Harzkreis. Um ihre Familie zu schützen, möchte sie hier nur mit ihrem zweiten Vornamen genannt werden.

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Auch Amanda habe schon von Freun­d:in­nen gehört, dass sie aus Sachsen-Anhalt wegwollten, falls die AfD gewinnt. „Wenn ihnen das Sicherheit gibt, ist das völlig okay“, findet sie. Für sie und ihre Frau sei das aktuell aber keine Option. Das liege zum einen an den zwei Kindern, die sie nicht aus dem gewohnten Umfeld reißen wollten. Zum anderen liege es aber auch an Quedlinburg selbst.

In der mittelalterlichen Stadt am Harz lebt Amandas Freund:innenkreis. Sie mag ihre Nachbar:innen, genießt das ruhige Umland. „Wir wollen hier nicht weg.“ Hat sich das gesellschaftliche Klima verändert? „Für mich als queer lebende Person nicht, aber für mich als Person of Colour schon.“ Alltagsrassismus, schräge Blicke, das habe zugenommen, sagt sie. Und wenn es um die Landtagswahl gehe, höre sie sogar von Menschen aus ihrem Bekanntenkreis: „Jetzt hilft es nur noch, die AfD zu wählen.“ Die müsse einmal „richtig aufräumen“, dann werde alles wieder super.

Dass sie das zu einer lesbisch lebenden Frau of Color sagten, „das blenden die komplett aus“. Wenn Amanda dann nachfrage, seien die Reaktionen peinlich überrascht. „In deren Köpfen bin ich ‚deutsch genug‘ und nicht gemeint.“ Sie selbst sei da aber nicht so optimistisch. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir Probleme bekommen.“

Aktuell fühle sie sich trotzdem weder unwohl noch bedroht. Dafür mache ihr eine andere Entwicklung Hoffnung: wie Menschen in Sachsen-Anhalt einander unterstützen und welche Netzwerke entstehen. „Wir sind so unterschiedlich, egal welche Herkunft, welche sexuelle Orientierung oder welches Alter, aber wir haben trotzdem das gleiche Ansinnen. Da passiert hier gerade sehr viel.“

Zurück in Magdeburg. Lässt Christian Franke-Langmach von der AfD-Politik betroffene Menschen eigentlich allein, wenn er sich ganz nach Lübeck zurückzieht? „Ja, da kann man nicht drum herumreden“, räumt er ein. Aber aufgegeben habe er noch nicht. Ohne national-autoritäre Regierung wolle er weiter in Sachsen-Anhalt arbeiten. „Ich tue alles dafür, damit wir keine AfD-Regierung bekommen.“

Für ihn persönlich gehe es dabei nicht nur um den Job bei den Grünen. Franke-Langmach ist auch Vorstand eines Vereins für geschlechtergerechte Kinder- und Jugendhilfe. Dessen Arbeit steht im AfD-Programm als Beispiel dafür, wie die vermeintliche „Regenbogenideologie“ gegen tradierte „Normalität“ kämpfe. Franke-Langmach sagt, dass es ermüdend sei, sich ständig mit solchen Anschuldigungen auseinanderzusetzen. In Lübeck leben, die Ruhe und Sicherheit im Privaten, das gebe ihm Kraft. Und die braucht er, um Menschen in dem Land zu unterstützen, aus dem er eigentlich gar nicht wegwollte.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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54 Kommentare

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  • Andy Krisst

    Ich weiß nicht...ich jedenfalls würde mein Land, mein Bundesland, meine Stadt... nicht verlassen, nur weil die extreme Rechte stärkste Partei wird oder- davor bewahren uns Marx und Gott- gar den MP stellt! Kapitulation war und ist nicht mein Ding. Gerade eben weil ich an meiner Heimat hänge.



    Noch eine kleine Anmerkung;



    "“ Wenn bei einer Wohnungsbesichtigung direkt nach Leistungen vom Jobcenter gefragt werde statt nach dem Arbeitslohn, dann steckte dahinter ein Vorurteil: Menschen mit Migrationsgeschichte arbeiten nicht. Das vermittle subtil: Du gehörst nicht dazu. Das seien nicht bloß einzelne Erfahrungen, sondern die Summe aus vielen."" So im Artikel geschrieben.

    Viele Vermieter, ob privat, Genossenschaft etc nehmen gerade BürgerInnen, die auf ALG oder Bürgergeld angewiesen sind, gern als Mieter. Voraussetzung: Die Miete wird direkt vom Jobcenter an den Vermieter überwiesen!



    Das spielen Hautfarbe oder sexuelle Orientierung weniger eine Rolle.



    Und die Frage nach dem Jobcenter wird garantiert nicht nur POCs gestellt.

  • Reinero66

    Wenn ich das so lese, dann brauch die AfD ja nichts zu tun um eine "Remigration" durch zu führen und sich den "Erfolg" auf die Fahne schreiben.

  • EricU

    Es gibt sicher viele mögliche Gründe, wieso jemand beim Sieg einer abgelehnten Partei geht. Zu erklären wäre, wieso speziell "Queere" aus SA abwandern wollen, wenn eine Partei an die Macht kommt, deren Chefin offen lesbisch lebt. Auch die lesbische Person im Artikel erklärt nicht, wie ihr lesbischsein damit kollidiert.

    • Kaboom

      @EricU:

      Was hat eine in der Schweiz lebende Frau mit dem zu tun, was die AfD in Deutschland anrichten wird? Genau. Gar nichts. Die Hetze der Blaunen gegen Queer ist nicht weniger radikal als die Hetze der Partei gegen Ausländer. Und die von unserer Verfassung garantierten gleichen Rechte, die die Community für sich reklamiert, diffamiert der braune Bodensatz als "totalitär".



      Im Übrigen wird, sollten die Blaunen in SA an die Macht kommen – wie immer, wenn Rechtsradikale regieren – die Gewalt gegen Minderheiten explodieren. Und Frau Weidel und der Rest der AfD-Spitze werden dann vermutlich etwas Ähnliches sagen wie Trump nach der Ermordung des linken Demonstranten in Charlottesville durch einen Faschisten. "There were very fine people on both sides".

    • Forist Grump

      @EricU:

      Wie oft ich das schon gehört und gelesen habe! Ernst Röhm war ebenfalls mehr oder weniger offen homosexuell, und das war auch nicht der Grund für seine Ermordung durch die SS. Trotzdem wurden Schwule von seinen Gefolgsleuten von der SA verfolgt und zusammengeschlagen. Bei den eigenen Führungsfiguren macht man hingegen schon mal eine Ausnahme.

    • Der olle Onn

      @EricU:

      Schon gemerkt, das sich Weidels Privatleben und die Agenda ihrer Partei diametral gegenüber stehen?

  • Bussard

    Ich hoffe, dass viele gute Menschen den Mut und die Kraft finden, im Falle einer AFD-Machtergreifung das Land zu verlassen. Andere Bundesländer freuen sich über die Fachkräfte. Dann können die ganzen Meckerer und Besserwisser von AFD und ihren Sympathisanten mal zeigen, wie sie ihre "national befreite Zone" vollends vor die Wand fahren. Eventuell lässt sich so der Aufstieg der AFD im Westen noch eindämmen. Immerhin haben es ja die Kommunisten "drüben" auch geschafft, die DDR zu einem abschreckenden Beispiel zu machen und den Sozialismus nachhaltig zu diskreditieren. Ich bin mir sicher, die AFD schafft das mit umgekehrtem Vorzeichen auch mit ihrem dumpf-deutschtümeligen, nationalistischen Antiliberalismus.

  • Walter Bald

    Ich habe noch zwei Jahre bis zur Rente und denke auch daran, Deutschland zu verlassen, weil ich mich nicht mehr zuhause fühle.

  • Abdurchdiemitte

    Ein wichtiger Hinweis scheint mir die Feststellung der jungen Frau aus Quedlinburg zu sein, dass ihre bio-deutschen, AfD-sympathisierenden Bekannten sie persönlich garnicht zu den ‚Ausländern‘ zählten, die sie gerne ‚weghaben‘ würden.



    Woher kommt mir das bekannt vor? Aus den Erzählungen meines Grossvaters über den jüdischen Kleinunternehmer, bei dem er bis 1933 in Brot und Arbeit stand. Einer der ‚guten, anständigen‘ Juden, also die, die man persönlich kannte, Nachbarn, Freunde, Arbeitskollegen. Und trotzdem hat man bei deren Verhaftung, Misshandlung und Deportation tatenlos zugeschaut. Nicht wenige dachten: ein bisschen Arbeit im Osten wird den jüdischen ‚Blutsaugern‘, den Kriminellen und Arbeitsscheuen schon nicht schaden. Dann lernen sie ihre Lektion.



    Ich stelle mir vor, viele der heutigen AfD-Enthusiasten denken ähnlich. Dass aus einem Parteiprogramm und öffentlichen Reden Hass, Deportation, schließlich Mord erwachsen kann, daran denken sie nicht.

    • Forist Grump

      @Abdurchdiemitte:

      Meinem Eindruck nach zeichnet sich der typische AfD-Anhänger vor allem durch eine absolute Empathielosigkeit aus, ausgenommen vielleicht Menschen, die zu seinem eigenen familiären und sozialen Umfeld gehören.

    • Der olle Onn

      @Abdurchdiemitte:

      Ja. Kann schon sein, dass mancher stramm Gescheitelte seinen arabischen Friseur für seine akkurate Arbeit schätzt. Oder den Mann, der ihm lächelnd den Döner über die Theke reicht.



      Und ja: Ist die Frage, ob denen das am Ende nützt. Lässt sich ja nicht jeder dort frisieren...

      • Abdurchdiemitte

        @Der olle Onn:

        An die „stramm Gescheitelten“ habe ich dabei garnicht gedacht, sondern mehr an den netten Nachbarn von nebenan, der mich ohne Skrupel vor den Bus schubsen würde, sollten die politischen Umstände dafür günstig werden.



        Aber wahrscheinlich ist das nur mein individuelles Problem, wenn ich so misstrauisch bin.



        Misstrauen säen, das immerhin hat die AfD jetzt schon geschafft.

  • Martin Sauer

    Ostdeutschland hat seit der Wiedervereinigung 16 % der Bevölkerung verlassen. Die Arbeitsosenquote ist ein Prozentpunkt höher als in Westdeutschland. In der Gesamtheit 14 % mehr Arbeitlose. Und das Bruttoinlandsprodukt ist in Ostdeutschland niedriger als in Westdeutschland. Und jetzt kommt es, die AfD hat noch nie in einem Landtag oder bundestag regiert. war noch nie im Bundestag vertreten. Und jetzt erzählen Künstler u.a. davon das sie Sachsen Anhalt verlassen wollen. Zuzüglich zu den 12,2 Milionen dieOstdeutschland schon verlassen haben.

    Die besten sind die Kaulitzbrüder, die wollen wenn hier die AfD regiert nicht mehr nach Deutschland kommen. die leben in den USA unter Trump. Und wieviel Künstler, Migranten, Professoren wollten nach der Wahl von Trump das Land verlassen. Sogar die deutsche Schauspielerin Dana Schweiger wollte die USA nach der ersten Trump Wahl verlassen. Trotzdem haben die US Amerikaner Tump gewählt und Frau Schweiger ist immer noch in den USA

  • Troll Eulenspiegel

    Vor knapp 100 Jahren gab es Menschen, die freiwillig ausgereist sind, weil sie wussten, dass es zu einer Tragödie kommen wird.



    Es ist daher nicht falsch, heute dasselbe zu tun, wenn Hopfen und Malz verloren sind.

  • Chris55

    Lassen Sie doch einmal die Menschen zu Wort kommen, welche weggehen würden, wenn alles so bleibt wie es ist! An den jetzigen Zuständen ist die AFD nicht schuld! Denn sie hat in Sachsen - Anhalt noch nie regiert!

    • Gerhard Krause

      @Chris55:

      Wir tauschen hier ja Meinungen aus. Und aus dieser Sicht ist es nicht nur meine Meinung, dass man nicht regieren muss, um Einfluss zu nehmen und (negative) Tatsachen zu setzen, u. a. weil diese Leute die Menschen gegeneinander aufhetzen und dumme Debatten führen, sondern ebenfalls, dass wir diejenigen, welche in Ihrem Sinne 'weggehen würden', ziehen lassen sollten.

    • nihilist

      @Chris55:

      Wer soll das sein?

    • Sonntagssegler

      @Chris55:

      Die CDU bedroht keine AfD-Wähler, umgekehrt schon.

  • iRolleder

    Der Artikel beleuchtet leider nur in aller Detailliertheit, was ein Sieg der AfD für Queere Menschen oder Menschen mit Migrationshintergrund bedeutet. Das für sich genommen ist sicherlich schon schlimm genug. Noch viel einschneidender finde ich den Einfluss, den die AfD über die Bildungspolitik auf die Kinder nehmen will. Trennung statt Inklusion und gemeinsames Lernen. Größerer Fokus auf nationale Identität etc. Vielleicht, sollte man auch darüber berichten.

    • Kaboom

      @iRolleder:

      Der mögliche Austritt aus der Kultusministerkonferenz würde bedeuten, dass ein Abitur aus SA im Rest des Landes nicht mehr anerkannt wird.



      Die Bürger in SA haben die Wahl.

  • Desdur Nahe

    Naja, mal abwarten, nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.



    Wenn ich noch daran denke, wie viele Menschen (allen voran die Promi-Riege) damals ihre Auswanderung medienwirksam angekündigt haben, sollte Trump jemals Präsident werden. Und wie viele haben es dann tatsächlich gemacht? Eben.



    Dennoch bei jedem Einzelfall nachvollziehbar und eine freie Entscheidung. Nur: Wohin?



    Die Statistiken zeigen, dass politisch oftmals "die Mitte" am sichersten ist. Spitzenreiter bei Queerfeindlichkeit ist seit Jahren Berlin. Da haben die Rechten in den letzten Jahren ja eher weniger regiert.



    Und was nicht vergessen werden sollte: Bundesland wechseln ist nicht mal so eben easy gemacht: Job, Wohnung, Freundeskreis etc.



    Geht sicherlich bei z. B. Hrn. Kerkeling (Berlin nach Köln) einfacher als bei "Normalos".

    • LuckyLulu

      @Desdur Nahe:

      Ich denke mal in Berlin gibt es viel mehr queere Menschen weil die Stadt über Jahrzehnte (eigentlich noch länger) ein Anziehungspunkt für queere Menschen ist. Das heißt natürlich auch dass hier potentiell mehr queere Menschen in der Öffentlichkeit unterwegs und damit auch angreifbar sind ...

      Im ländlichen Sachsen-Anhalt dagegen gibt es gar keine Öffentlichkeit in der Mensch sich aufhalten könnte. Wer das Haus verlässt tut dies in aller Regel motorisiert und ist hinter der Karosserie nur schwer verbal oder tätlich angreifbar ...



      Generell gibt es auf dem Land nur wenige Dritte Orte an denen sich Menschen aufhalten können und wo sich Konflikte zwischen ihnen aufbauen könnten.



      Wenn es doch Dritte Orte auf dem Land gibt werden diese tendenziell nur von Gleichgesinnten aufgesucht und sollte doch mal wer anders unterwegs sein ist das immer noch Sohn/ Tochter von und die soziale Kontrolle wirkt dann ... In Städten kennen sich Täter*innen und Opfer in der Regel nicht das begünstigt natürlich aggressivere Verläufe und unbekannte Täter*innen sind zwar für die Strafverfolgung schwerer greifbar, aber gleichzeitig ist es leichter eine Anzeige gegen unbekannt zu stellen als gegen die Nachbarn.

      • Der olle Onn

        @LuckyLulu :

        "Im ländlichen Sachsen-Anhalt dagegen gibt es gar keine Öffentlichkeit in der Mensch sich aufhalten könnte. Wer das Haus verlässt tut dies in aller Regel motorisiert und ist hinter der Karosserie nur schwer verbal oder tätlich angreifbar ..."



        Hä? Das "ländliche Sachsen-Anhalt" ist nicht Mittelsibirien (auch wenn das manchmal in Kommentaren gern gleichgestellt wird) es gibt hier durchaus einige Städte... Wenngleich die zum Glück mit Berlin nicht mithalten können.



        Was Berlin betrifft: So wie es dort sicherlich touristische Queere in hoher Zahl gibt treffen sich dort auch "touristische Angreifer". Je nach Gelegenheit.

    • Andreas J

      @Desdur Nahe:

      Es geht nicht nur darum was die AfD macht, sondern auch wie sich ihre Wähler auf der Straße verhalten werden. Auf Sozial Media herrscht teilweise Pogromstimmung.

    • Abdurchdiemitte

      @Desdur Nahe:

      „… mal abwarten, nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.“



      Tut mir leid, aber speziell bei diesem Spruch stellen sich mir die Nackenhaare auf. Haben Sie eine Ahnung, warum? Kleiner Tipp: es hat mit der von Charlotte Knobloch angestoßenen Debatte zu tun.



      Und auch ansonsten finde ich Ihren Kommentar einfach unterkomplex: „Spitzenreiter bei Queerfeindlichkeit ist seit Jahren Berlin. Da haben die Rechten in den letzten Jahren ja eher weniger regiert.“



      Ohne Worte!

      • Desdur Nahe

        @Abdurchdiemitte:

        "stellen sich mir die Nackenhaare auf"



        Ihre Nackenhaare werden die Interviewten aber wenig beeindrucken. Egal wie die Wahl ausgehen wird, ein großer Teil der Auswanderungsankündigungen wird nicht umgesetzt werden, und nur darauf bezog sich die Lebensweisheit. Vielleicht kann die taz da ja am Ball bleiben und in einem Jahr die Personen nochmal besuchen?



        "einfach unterkomplex"



        "Unterkomplex" ist aber kein Synonym für "unbequeme Realität", falls Sie das sagen wollten. Die Aussage selbst kann man schlecht anzweifeln, die Zahlen sind ja öffentlich.



        Andere Interpretation: "Wenn ein Bundeland rechts regiert wird, dann ist die Regierung die Ursache für Queerfeindlichkeit. Wird es links regiert, dann kann die Regierung auf keinen Fall die Ursache für Queerfeindlichkeit sein."



        Klingt nach "Wir sind die Guten, moralisch überlegen, machen keine Fehler und müssen uns deswegen auch nicht hinterfragen. Und wer es doch wagt, handelt unterkomplex, nackenhaarsträubend und spielt den Rechten in die Hände".



        Also Augen zu, "ohne Worte" und weiter wie bisher. Und dann plötzlich heißt die Kanzlerin Weidel und alle so: "Oh nein, wie konnte das denn passieren?"

    • Sonntagssegler

      @Desdur Nahe:

      Es sind zwar weniger ausgewandert aber tatsächlich ist es in den USA deutlich schlimmer gekommen als die meisten vermutet hatten.

  • Der olle Onn

    "Sachsen-Anhalt kennt die Folgen von Abwanderung schon heute. Kein anderes Bundesland hat in den vergangenen Jahrzehnten anteilig so viele Ein­woh­ne­r:in­nen verloren."



    Kann es sein, dass der Autor da etwas miteinander vermengt, das nicht zusammengehört, nur weil die Zahlen grad so schön passen?



    Sachsen-Anhalt hat in den Neunzigern eine halbe Generation junger Mitbürger verloren, weil die politisch geschaffenen Bedingungen ihnen in naher Zukunft weder einen guten Arbeitsplatz noch eine sichere Zukunft versprachen. Dieses Ausbluten wiederum hat das Nachwachsen der nächsten Generation junger Menschen verhindert, die vielleicht offeneren Blickes in die heutige Welt schauen würden.



    Davon abgesehen wäre es freilich ein Verlust, wenn viele Menschen, die sich bereits über Jahre hier integriert haben - ja, durchaus auch Immigranten - das Land verlassen würden.

    • Klabauta

      @Der olle Onn:

      "Kann es sein, dass der Autor da etwas miteinander vermengt, das nicht zusammengehört, nur weil die Zahlen grad so schön passen?"

      Ich habe eher den Eindruck, dass Sie da etwas herauslesen, was so nicht dasteht. Der Autor stellt nur eine Tatsache fest, nämlich, dass Sachsen-Anhalt seit 1990 26% seiner Einwohner*innen verloren hat. Er schreibt nirgendwo - auch nicht implizit - dass das etwas mit einer in der Vergangenheit liegenden rechten Stimmung im Land zu tun hat. Er verweist lediglich darauf, dass ein Sieg der AfD die Abwanderung noch vorantreiben könnte.

      • Der olle Onn

        @Klabauta:

        Mag sein, dass er das tatsächlich so meint. Kann man jedoch auch anders herum auffassen. Für mich liegt diese Möglichkeit jedenfalls nahe. Und vermutlich für den Einen oder Anderen auch. Ich hätte an Stelle des Autoren den Hintergrund immerhin erwähnt.

    • mats

      @Der olle Onn:

      Ich finde schon, dass das zusammengehört. Denn wie Sie richtig schreiben, ist in vorherigen Jahrzehnten vor allem eine ganz bestimmte Selektion von Menschen abgewandert. Und genau dieselbe Selektion wird wieder die Beine in die Hand nehmen, wenn die bläuliche Spießerpartei "mal richtig aufräumt": Junge Gutgebildete, 50% davon Hochqualifizierte. Diese Tendenz kennt man mittlerweile gut, z.B. aus Polen unter PIS oder Ungarn unter Orbán. Und auch in Italien ist die für Mitteleuropa generell sehr hohe Abwanderungsquote unter Meloni nochmals gestiegen.

      • Der olle Onn

        @mats:

        Ja, vielleicht. Dennoch bin ich vorsichtig, wenn es um geäußerte Absichtserklärungen geht. Zumal gerade unter den Jüngeren jetzt durchschnittlich (statistisch ermittelt) eine höhere Anzahl zur AfD tendiert. Habe da gerade einen bestens situierten Arzt erlebt, der sich offen damit brüstete AfD-Wähler zu sein. Bis zum "Warum" sind wir nicht gekommen.

  • amigo

    Herzlichen Glückwunsch zum Wahlausgang! Endlich zieht völkische Logik in die Landespolitik ein. Wenn nun alle aus Sachsen-Anhalt verschwinden müssen, die nicht ins völkische Schema passen – egal ob Migranten oder queere Menschen –, offenbart sich die ganze Pracht dieser Vision: Die absolute, ungestörte Öde.



    ​Wer braucht schon Fachärzte, Pflegekräfte, Lehrkräfte oder Handwerker, solange der Stammbaum stimmt und die Norm erfüllt ist? Über die verwaisten Straßen rollen nur noch die Umzugswagen gen Westen, während in den leeren Krankenhäusern und zusammengebrochenen Betrieben das große Schweigen einkehrt. Die verbliebenen Gesinnungsgenossen sitzen dann endlich ganz unter sich im Ruinenfeld.



    ​Aber keine Sorge: Wenn die Wirtschaft komplett kollabiert und das Land verfällt, war daran natürlich keinesfalls die eigene Vertreibungspolitik schuld – sondern ganz sicher die da oben! Ein grandioser Sieg der Ausgrenzung über den gesunden Menschenverstand. Magdeburg macht das Licht aus!

    • Hitchhiker

      @amigo:

      Vielleicht findet ja auch ein Zuzug statt, falls es dort mehrheitlich weiß und konservativ wird.....genug Anhänger für ein solchen Ort gibt es ja Bundesweit....falls es dann keine blühende Landschaften dort gibt, wissen sie an den eigentlichen Feindbildern liegt es nicht ;)

    • Sonntagssegler

      @amigo:

      So blöd war Meloni nicht und die AfD ist es auch nicht.



      Und wenn doch, gibt es immer noch die kommunikative Manipulation a la Tump.



      Und ja, die funktioniert super.

  • Il_Leopardo

    Spätestens als Siegmunds "Anheizer" auf Wahlkampfveranstaltungen ein lautes "Sieg" riefen und die Menge daraufhin mit "Mund" antwortete, dachte ich, dass jetzt doch die Menschen mal aufwachen müssten.



    Nun denn - einige Angehörige der Minderheiten sitzen wohl schon auf gepackten Koffern.



    Wenn dann noch alle Syrer die Koffer packen müssen und möglicherweise auch noch die Ukrainer, die der AfD ja ein Dorn im Auge sind, zusätzlich alle Ausreisepflichtigen interniert sind, dann wird der "schöne Siggi" feststellen, dass man mit den paar Alten im Land noch lange keinen "Staat machen kann".



    Okay - ich habe jetzt übertrieben. Aber warten wir's ab. Die Fiktion wird ja manchmal von der Realität eingeholt oder sogar überholt.

  • Nachtsonne

    Nicht vergessen: Die AFD wird nicht gewählt weil ihre Politik so gut wäre, sondern weil die Politik der sich in der Regierung befindlichen Parteien mehrheitlich abgelehnt wird. Wenn man dann dem Wählerwunsch nicht tendenziell entgegen kommt, sollte man sich über die Gegenreaktion des Wählers nicht wundern. Überspitzt formuliert kann man auch sagen: Erst eine Politik verantworten, die die AFD groß gemacht hat und sich dann aus dem Staub machen. Muss man nicht gut finden.

    • Kaboom

      @Nachtsonne:

      Im Gegenteil. Die AfD wird gewählt, weil die Wähler die Ideologie der Partei teilen. 1/3 befürwortet Gewalt gegen Andersdenkende, über 40 % liebäugeln mit einem Ein-Parteien-Staat mit "starkem Führer".

    • Waldreamer

      @Nachtsonne:

      Es gibt aber auch zig andere Parteien (gerade auf den Bundestagswahlzetteln), die man hätte wählen können, aber seit jeher die 5%-Hürde nicht schaffen. Vielleicht fehlen Erfahrung und das Marketing, aber einige von ihnen scheinen weniger abgedroschen als die etablierten Parteien.

      Ich habe über die Zeit den Eindruck gewonnen, dass es nicht bloß Protest ist. Ein gewisses "rohes" Mindset gehört auch dazu, um die AfD zu wählen.

    • Axotono

      @Nachtsonne:

      Das unterstellt dem Wähler jedoch, er sei so etwas wie ein Kind. Trotzreaktion, kann man eben nichts machen. Würde man ihn/sie hingegen wirklich ernstnehmen, dann auch in der Wahl einer rechten Partei, mit allen Inhalten und Konsequenzen. Man kann nicht sagen einerseits "Wählerwille ernst nehmen" und zugleich "Reaktion unmündiger Protestler".

    • Abdurchdiemitte

      @Nachtsonne:

      „Die AfD wird nicht gewählt weil ihre Politik so gut wäre, sondern weil die Politik der sich in der Regierung befindlichen Parteien mehrheitlich abgelehnt wird.“



      Aha. Dass die etablierten Parteien eine Sch … politik machen, gibt den Leuten also das Recht, eine Nazipartei zu wählen, die alles kurz und klein schlagen wird, was sie in ihre Hände bekommt und nicht in ihr Streichholzschachtel-Weltbild passt.



      Die Leute jammern, dass ihre schöne, überschaubare DDR-Welt zerbrochen ist - im Westen analog deren schöne, überschaubare BRD-Wirtschaftswunderwelt -, vermissen Nachbarschaftshilfe und Nestwärme, beklagen sich über soziale Kälte, schreien aber permanent nur „Ich, ich, ich zuerst!“



      Wenn das kein Widerspruch und obendrein regressiv-infantiles Verhalten ist, weiß ich es auch nicht.

  • Hans Dampf

    Ex-Linke Sarah Wagenknecht als Steigbügelhalter der AfD

    Ist es nicht eine ganz traurige Ironie der Geschichte, dass möglicherweise ausgerechnet eine Ex-Linke, die rechts abgebogen ist, der AfD zum Sieg verhelfen könnte. Mit besten Empfehlungen von Oscar la Fontaine, auch ein Ex-Linker.



    Da frage ich mich: Waren die immer ein rechter Wolf im linken Schafspelz?

    • Thomas O´Connolly

      @Hans Dampf:

      Oder: Sind die Unterschiede zwischen Völkischer Front und Volksfront schon immer höchstens rein akademischer Natur gewesen und in der Praxis schnell verschwunden?

  • DiMa

    Das kann ich gut nachfühlen, zwar aus einer anderen Perspektive und in meinem Fall Berlin, nur wenn das Gefühl der Heimat verloren geht, dann ist es halt Zeit zu gehen. Für mich reichte da ein Umzug innerhalb Deutschlands nicht mehr aus. Ende des Jahres bin ich dann mal weg. Das liegt ja ganz im Trend.

    • nihilist

      @DiMa:

      Gute Reise.

      • DiMa

        @nihilist:

        Danke.

    • rero

      @DiMa:

      Ja, das liegt im Trend.

      Parteiübergreifend.

      Die INSA.Studie besagt, dass die Auswanderer am meisten unter AfD-Wählern zu finden sind.

      • DiMa

        @rero:

        Hmm. Ich kenne die INSA Studie nicht (bitte verlinken). Ich für meinen Teil bin auch kein AfD Wähler. Soweit ich es sehe, verlassen Leistungsträger das Land. Menschen, die es sich leisten können, auch anderswo zu leben und zu arbeiten, Menschen die bisher hier sehr hohe Steuern gezahlt haben.

        Auf die Statistiken in diesem Jahr bin ich tatsächlich sehr gespannt.

        • Kaboom

          @DiMa:

          Ein relevanter Teil der Auswanderer sind Rentner. Ende der Geschichte.

      • Abdurchdiemitte

        @rero:

        Kann ich nachvollziehen, denn nirgendwo anders als beispielsweise in Thailand kann man noch den ‚deutschen Herrenmenschen‘ raushängen lassen.



        In Sachsen-Anhalt jedenfalls nicht und das scheint mir ein Teil des Problems zu sein.

    • My Sharona

      @DiMa:

      Das "Gefühl der Heimat" ist so eine Sache. Es kommt und geht, manchmal in langen Zyklen, manchmal kurzfristig und situationsgebunden, mal ist das Gefühl von Stolz und Überheblichkeit begleitet, mal ironisch gebrochen ("Anderswo is auch Scheiße" habe ich in Gelsenkirchen gelernt). Aber darum geht es nicht, es geht bei denen, die gehen werden, um einen Akt des Selbstschutzes. Das ist ein bisschen eine andere Liga als "Auswandern, weil Steuern, Müll und Schwarzhaarige"

      • DiMa

        @My Sharona:

        Das mit den Zyklen mag so gewesen sein, nur gilt es meines Erachtens für die Zukunft nicht mehr, den es gibt in Deutschland keine "Gesellschaft" mehr. Die "Gesellschaft" ist aufgebrochen in vielen einzelne Parallelgesellschaften (neudeutsch bubbles). Damit ist das Heimatgefühl hier dann auch unwiederbringlich verloren.

        Es mag anderswo auch Scheiße sein, nur kann es anderswo halt auch schöner sein, den anderswo bin ich halt Gast und reise im Zweifel halt einfach weiter.

      • Abdurchdiemitte

        @My Sharona:

        Ich habe mal gelernt, mit einem Umzug nimmt man seine Probleme wie Gepäck mit in die neue Wohnung.



        Das gilt wohl auch fürs Auswandern, schließlich leben wir in einer globalisierten Welt. McDonald’s findet man überall, leider.



        Wäre es also nicht besser, erst mal seine alte Wohnung neu zu tapezieren*, bevor man ans Umziehen denkt?



        *Das meine ich jetzt nicht als Metapher für die menschenverachtende Politik der AfD, eher im Gegenteil.

        • DiMa

          @Abdurchdiemitte:

          "Ich habe mal gelernt, mit einem Umzug nimmt man seine Probleme wie Gepäck mit in die neue Wohnung."

          Das kommt doch dann eher auf die Art der Porbleme an. Ich, als sehr politisch interessierter Mensch, der mit den hiesigen politischen Entwicklungen der letzten 15 Jahre nicht einverstanden ist, lasse meine Probleme tatsächlich eher zurück. Ich gehe dann auch der Bedrohung von Steuererhöhungen oder Vermögensumverteilungen aus dem Weg. Auch den Dreck auf den Staßen (ich meine ausdrücklich nicht die Menschen) oder die Dysfunktionalität der Verwaltung lasse ich damit zurück.

          Wäre es also nicht besser, erst mal seine alte Wohnung neu zu tapezieren*, bevor man ans Umziehen denkt?

          Wie soll man eine Wohnung tapezieren, in der rd. 84 Mio. andere Bewohner leben und die es wirklich nicht schaffen, sich auf die richtige Tapete zu einigen?