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Proteste und Gewalt Linker Selbstmord

Dominic Johnson

Kommentar von

Dominic Johnson

Es ist falsch, wenn Linke Hass und Gewalt im Namen der Gerechtigkeit und Solidarität befürworten. So spielen sie nur der Rechten in die Hände.

S o bizarr es klingt: Die nächsten Wochen geben Anlass zur Hoffnung. Schon in wenigen Tagen könnte die globale Neue Rechte Schiffbruch erleiden. In Israel könnte Benjamin Netanjahu abgewählt werden, in den USA könnten Donald Trumps Republikaner die Mehrheit im Kongress verlieren. Vom linken Wahlsieg in Berlin bis zur Welle von Sozialprotesten von Spanien bis nach Indien regt sich ein neues Selbstbewusstsein gegen die Mächtigen. Die Gründe sind evident: steigende Lebenshaltungskosten, unbezahlbare Wohnungen, schwindende Aufstiegschancen, unfähige Regierungen, Mobilisierung gegen die Bedrohung von rechts.

Gleichzeitig gibt genau diese Bedrohung Anlass zur Sorge. Nicht nur in Deutschland ist die extreme Rechte selbstbewusst wie selten. In Frankreich würde nach aktuellem Stand Marine Le Pen die Präsidentschaftswahl gegen jeden Herausforderer gewinnen. Und sollten Netanjahu und Trump ihre Wahlen überstehen, hätten sie in ihren eigenen Augen freie Bahn, um ihr Werk der Zerstörung zu vollenden – Zerstörung der liberalen Ordnung und ihrer äußeren Feinde. Ein neuer Krieg gegen Iran steht ganz oben auf der Liste. Russland, eigentlich Irans Alliierter, könnte im Gegenzug die Ukraine zum Fraß erhalten, das schwächelnde Putin-Terrorsystem überlebt ohnehin zunehmend vor allem dank Trump.

Ein Dreiergipfel zwischen dem US-Präsidenten, Russlands Machthaber Wladimir Putin und Staatschef Xi Jinping in China noch im November soll diese Neuaufteilung der Welt besiegeln. All das ist übrigens auch dann möglich, sollten Netanjahu und Trump die Wahlen verlieren. In den USA tritt der neugewählte US-Kongress erst im Januar 2027 zusammen, in Israel könnte die Regierungsbildung nach den Wahlen ebenso lange dauern. Bis dahin herrscht ein Vakuum, in dem alle Hemmungen fallen können.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Der Rest des Jahres 2026 wird brandgefährlich für die Welt. Was gerade auf der Straße in Paris und anderen Metropolen geschieht, ist ein Brandbeschleuniger. Die Gewalt ist Wasser auf die Mühlen der extremen Rechten mit ihrem einfachen Rezept: freie Hand für die Ordnungskräfte beim Zerschlagen der Barbaren zweifelhafter Herkunft und Loyalität, die rechtschaffene Bürger terrorisieren. Das niedergebrannte Rathaus von Limoges ist ein Fanal.

Der jetzt von Spezialkräften festgenommene mutmaßliche Brandstifter hat mit Sozialprotest nichts zu tun, er lebte in einem Dorf bei seiner Familie baskischer Herkunft, ist ein polizeibekannter radikaler Ökoaktivist und wird als linksterroristischer Gefährder geführt. Inzwischen verbreiten vorgeblich linke Aktivisten, die krude auftreten wie KI-Material aus russischen Propagandakampagnen, neue Protest- und Gewaltaufrufe für den 31. Oktober – nicht nur in Frankreich, auch in Deutschland. So spielen sich radikale Linke und radikale Rechte die Bälle zu.

Gesellschaftliche und politische Mehrheiten für Gewalt auf der Straße gibt es nicht

Linke Politiker, die sich im Namen der Solidarität gegen rechts auf dieses Spiel einlassen, begehen politischen Selbstmord. Denn gesellschaftliche und politische Mehrheiten für Gewalt auf der Straße gibt es nicht. Gewaltexzesse führen dazu, dass der Bedarf nach Schutz und Sicherheit den Wunsch nach Wandel und Veränderung verdrängt, und dann hat nicht die Linke, sondern die Rechte die unpolitische Mehrheit auf ihrer Seite.

In Frankreich bedeutet das: Setzt sich Jean-Luc Mélenchon, dessen Partei die meisten Sympathisanten von Gewalttätern beherbergt, als führender Linkspolitiker durch, heißt Frankreichs nächste Präsidentin Marine Le Pen. In Deutschland heißt es: Grenzen sich Linke an der Macht nicht vom ultralinken Rand ab, sind sie Steigbügelhalter der AfD. Schon jetzt ist für die politische Mitte klar: Wenn die Linke in Berlin regiert, kann das auch die AfD in Sachsen-Anhalt. Wenn es keine Brandmauer nach links gibt, kann es auch keine nach rechts geben.

Man mag das falsch finden. Aber wer das nicht will, muss selber der politischen Polarisierung aus dem Weg gehen. Wenn links und rechts sich gegenseitig das Existenzrecht absprechen und Wahlsiege des Gegners nicht akzeptieren, sondern bekämpfen, ist ein demokratisches Mehrparteiensystem nicht mehr möglich. Wenn Hass, Dämonisierung und Gewalt die bevorzugten Mittel der politischen Auseinandersetzung sind, gilt nur noch das Recht des Stärkeren. Die Welt von Trump und Putin blüht dann weiter, selbst wenn diese Figuren Schiffbruch erleiden.

Dominic Johnson

Dominic Johnson Ressortleiter Ausland

Seit 2011 Co-Leiter des taz-Auslandsressorts und seit 1990 Afrikaredakteur der taz.
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127 Kommentare

  • Nachtsonne

    Ich gehe auch zur Demonstration. Braucht jemand etwas von Vuitton oder Chanel? Ok, ein schlechter Scherz. Man braucht sich nur die ungefilterten Bilder der Plünderungen auf YT ansehen, um zu wissen, wem die Wähler in Frankreich als Folge verstärkt ihre Stimme geben werden. Natürlich kann man sich eine alternative Erklärung zurechtschwurbeln. Weg mag soll das machen. MLP macht in der Zwischenzeit ein Fläschchen Bollinger auf. Den Dom Pérignon gibt es erst nach dem Wahlsieg.

  • Hans - Friedrich Bär

    In Frankreich ist das immer dieselbe Kadenz :



    Zuerst kommen die legitimen Anliegen der friedlich Protestierenden,



    wenn deren Masse groß genug ist okkupieren "Berufsrevolutionäre" diese Bewegung, dann beginnt die Polizei mit Wasser- und Granatwerfern etc. "Schlimmeres zu verhüten", dann läuft die Situation aus dem Ruder und organisierte Plünderer ( rein materiell motivierte Kriminelle) nutzen die Gelegenheit . Das ist immer so , deswegen hat die Pariser Oberstaatsanwältin relativ schnell die Gruppen 2 und 3 identifiziert, weil es eben immer so ist. Die Berufsrevolutionäre und Plünderer haben in einem Land, so groß wie Frankreich mühelos Bataillonsstärke und sind wegen der Wiederholung ( der Polizeitaktik ) eben auch kampferprobt. Plünderer gibt es in jedem (Bürger)krieg.



    Es liegt daran , dass am Übergang von 1 zu 2 nicht deeskaliert, sondern das Heil in der Gewalt gesucht wird. Dass es 1 überhaupt gibt und beim Übergang von 1 zu 2 niemand politisch Glaubwürdiges da ist, ist Zuständigkeit der Politik. Das hat aber damit zu tun , dass die politische Führung das nicht kann und sich dafür auch nicht zuständig fühlt : "Dafür gibt es die Polizei". Ergebnis bekannt!

  • Nardo

    Eine Wohltat, diese kluge Analyse. Vielen Dank!

  • Abdurchdiemitte

    Die Krawalle in Frankreich, das niedergebrannte Rathaus von Limoges. Das Bürgertum - ob liberal oder konservativ - hat eigentlich nur Angst davor, dass SEINE Ruhe und Ordnung gestört, die von ihm aufgestellten Regeln verletzt werden. Weil diese angeblich) dem Gemeinwohl dienen.



    Und nach WK2 hat das Agreement über Jahrzehnte ja auch wunderbar funktioniert, in allen westeuropäischen Gesellschaften. Dass von linker Seite - wie jetzt in Frankreich - der Gesellschaftsvertrag, der Frieden und (relativen) Wohlstand für alle garantierte, in Frage gestellt wird, ist dem Umstand geschuldet, dass eben diese bürgerliche Mitte bzw. deren Parteien dieses gesellschaftliche Einvernehmen schon lange selbst aufgekündigt haben (und sich nun vor den Folgen fürchten).



    Eine der Folgen ist die Wiederauferstehung des Faschismus überall in Europa. Aber statt sich jetzt gemeinsam mit der Linken gegen diesen Faschismus zu stellen, wird die extreme Rechte als Prellbock gegen den ‚Kommunismus‘ eingesetzt - auch um die Prekarisierten zu disziplinieren.



    In Frankreich die Quittung dessen, dass sich Macron weigerte, im Parlament auf die Linke zuzugehen. Jetzt wird der Konflikt eben auf der Straße ausgetragen.

    • Jochen Laun

      @Abdurchdiemitte:

      Wenn ich Sie richtig verstehe, bezweifeln Sie, dass Verzicht auf Gewalt, Plünderung und Brandschatzung dem Gemeinwohl dient. Und wenn ich Sie weiter richtig verstehe, finden Sie: Wer nicht mit der Linken paktiert, verdient die Quittung in Form von Gewalt, Plünderung und Brandschatzung. Allerhand!

    • Nansen

      @Abdurchdiemitte:

      Da schließe ich mich an. Herr Johnson vertritt mit seiner Meinung recht häufig die bürgerliche Mitte. Meine Meinung.

  • Selbstauslöser

    Unsere sog. Leistungsgesellschaft leistet sich eine in dem Ausmaß nie dagewesene weltweite Umverteilung von Arm nach Reich, sie leistet sich die Verwüstung des gesamten Globus, sie leistet sich eine mörderische Konkurrenz um Wasser, Rohstoffe, Grenzen, Wissen, Macht, „Unschuld", sie leistet sich Verlogenheit in einem jedes Vertrauen zerstörenden Ausmaß, ...



    das alles IST die alltägliche Gewalt der Mächtigen, die uns mit dem Versprechen einer heilen Welt des ewigen Konsums verblöden.



    Gandhi konnte nur gewaltfrei siegen, weil die Gegner leicht definierbar waren, und das ganze verarmte Volk buchstäblich mit ihm zog. Heute sind die Hyperreichen viel cleverer als die Briten von damals. Sie verkaufen uns das Märchen vom Wohlstand durch Leistung. So als wäre jemals irgendjemand reich geworden nur durch eigene Arbeit. Gleichzeitig verweigern sie Bildung, Wertschätzung und eine gesunde, sichere Existenzgrundlage. Wenn man schon Gewalt in jeder Form verurteilen will, dann bitte auch diese in diesem Zusammenhang immer mit benennen, denn das eine gibts nicht ohne das andere.

    • economista

      @Selbstauslöser:

      Von 2009 bis 2022 vergrößerte sich im Westen die Kluft zwischen Arm und Reich, aber die Sozialsysteme konnten die Untergrenze gesellschaftlich akzeptabler Armut stabilisieren. Durch eine Kombination von Überschuldung und Teuerung von verknappten Ressourcen gelingt dies nicht mehr, was entscheidend zur Unzufriedenheit beiträgt.

  • Willi Müller alias Jupp Schmitz

    Man muss kein Gewaltbefürworter sein, um zu sehen, dass MLP wohl die nächste Präsidentin von Frankreich wird.



    Dafür braucht es keinen "Linken Selbstmord".



    Wohin soll eine unsolidarische Relativierung mit Auseinanderdividierung der 'Guten' und der 'Chaoten/Casseurs' führen, ausser zu "repressiver Elendsverwaltung" - ( taz.de/10-Jahre-Ds...n-Calais/!6222215/



    )?



    Ausgegangen von den berechtigten Schülerprotesten, weiten sich die Demos unweigerlich aus.



    Dass der Staat dem nur mit Repression und 70 000 Polizisten antwortet, ändert nichts an den Ursachen.



    Das verstärkt ein Gefühl der Unsicherheit und -



    Der Bürger zählt nur als Stimmvolk und soll ansonsten kuschen.



    DAS treibt die Wähler in die Fänge der Rechten.



    Es braucht dafür wirklich keine sich selbst aufreibende Linke...

  • Gerhard Krause

    Man sollte bedenken, dass die einfachen Menschen bzw Bürger:innen gegen eine sie quasi erpressende konservative "Mitte" stehen. Entweder sie bestätigen durch Wahl das bisherige zumindest demokratische Ausplündern ihrer Ressourcen, oder sie fallen den Rechten anheim. Alle Konservativen haben gemein, dass sich durch starke progressiv und humanitär denkende Menschen in der tradierten finanziellen Abhängigkeit etwas ändert.

  • Toke134

    Dominic Johnson ist zu Recht pessimistisch, aber in einem Fall zu Unrecht optimistisch. Er denkt, dass sich irgendwas nach dem Zusammentreten des neugewählten US-Kongresses ändert. Aber selsbt wenn er blau ist: der Supreme Court hat das allumfassende Exekutivrecht als Verfassungsnorm erfunden und zudem dem US-Präsidenten eine allumfassende Immunität zugestanden. Was sollte Trump überhaupt irgendwann an irgendwas hindern? Er dürfte alles, er tut es nur (noch) nicht, um die Welt glauben zu lassen, in den USA gebe es eine funktionierende Demokratie...



    Ganz nebenbei: Auch Putin führt Wahlen durch

  • Marcelo

    Ein Top Artikel und stimme ich zu 100 % zu

  • Eichhörnchen99

    Die Ausschreitungen, die aus den Schülerprotesten in Frankreich hervorgegangen sind, haben keinen politischen Inhalt. Es gibt keine Forderungen, keine Vision einer besseren Gesellschaft, keine plausible Erklärung dafür, was das Anzünden von Schulgebäuden irgendjemandem bringen soll. Aber warum sollte Gewalt erst dann verständlich werden, wenn sie einem politischen Zweck dient? Jede Staatlichkeit setzt ein Gefüge von Gewalt voraus, von Enteignung und Ausschluss bis zur militärischen Durchsetzung seiner Interessen. Diese Gewalt gilt als legitim, weil sie im Namen des Staates ausgeübt wird; die Gewalt derer, die sich gegen diese Ordnung wenden, gilt als Verbrechen. Beide Richtungen der Gewalt, die des Staates auf seine Subjekte und die der brutalisierten Subjekte gegen den Staat, gehören zu derselben gewaltvollen Beziehung. Eine gewaltbegeisterte Jugend ist nicht das Gegenbild der Gesellschaft, sondern ihr Produkt. Dass sie ohne Programm zerstört, macht sie nicht zu einem Fremdkörper. Es zeigt, dass die Gewalt, auf der diese Ordnung beruht, sich gegen sie wenden kann. Wer darin nur Barbarei erkennt, ignoriert mutwillig die gewaltvollen Funktionsweisen im modernen Staat.

    • Hajo-K

      @Eichhörnchen99:

      Danke, Eichhörnchen. Sehr gut hast Du das benannt

    • Abdurchdiemitte

      @Eichhörnchen99:

      Ihrem zustimmungswerten Kommentar möchte ich nur einen Gedanken zum Verhältnis von staatlicher Gewalt und Gewalt ‚auf der Straße‘ hinzufügen.



      So viel ich weiß, hatte Lenin vor der russischen Revolution die russischen Sozialrevolutionäre wie auch die sozialdemokratischen Menschewiki (aber aus anderen Gründen) immer kritisiert. Er meinte, Anarchismus wie auch unorganisiert-ziellose, ‚unpolitische’ Krawalle gegen die Staatsmacht seien lediglich revolutionäres Abenteurertum, welches schliesslich an der (polizeilichen) Staatsgewalt scheitern müsse. Nur die ‚Partei‘ könne eine solche Revolution organisieren und zum Erfolg führen, in dem sie die staatlichen Institutionen selbst unter ihre Kontrolle bringt - als Avantgarde des Proletariats.



      Ob ich mit meiner Darstellung der leninschen Theorie richtig liege, können andere wahrscheinlich besser beurteilen.



      Wenn dem aber so ist, bestätigen sich Lenins Thesen dann vielleicht gerade in Frankreich?



      Und: kann es sein, dass die Rechte den Marxismus-Leninismus in diesem Kontext viel besser verstanden hat als die Linke (Unterwanderung der Staatsorgane)?

      • Eichhörnchen99

        @Abdurchdiemitte:

        Mir scheint, dass es vielen Menschen schwerfällt, gesellschaftliche Phänomene zunächst einmal zu begreifen, bevor sie diese vor den Karren ihrer eigenen Ideologie spannen. Für mich als jemanden, der sich privat für anarchistische Ideen begeistert, wäre es ein Leichtes, die Ausschreitungen als Ausdruck einer neuen anarchistischen Bewegung zu vereinnahmen. Doch zunächst wäre zu fragen, unter welchen Bedingungen diese Gewalt entsteht. Dazu gehört, mit McLuhan gesprochen, die mediale Umwelt, in der diese jungen Menschen sozialisiert wurden, ebenso wie die Erfahrung, als Angehörige der dritten oder vierten Generation migrantischer Familien in der französischen Gesellschaft aufzuwachsen. Ihre Aggressionen lassen sich nicht einfach in die Kategorien linker Politik übersetzen, nur weil sie sich gegen die bestehende Ordnung richten. Nicht jede Revolte ist emanzipatorisch, und nicht jede Zerstörung staatlicher Institutionen ist antikapitalistisch (siehe Thiel und Co). Die Gewalt muss vielmehr aus den Verhältnissen heraus verstanden werden, in denen sie entsteht: aus Kapitalismus, Nationalstaat, sozialem Ausschluss und einer medialen Kultur, die eigene Formen der Aggression hervorbringt.

  • Duplozug

    Ich kann diesem Text und dem Autor nur vollständig zustimmen.



    Diese Gewalt Exzesse zu verharmlosen oder gar zu bejubeln kann und wird nach hinten losgehen.

  • Hans Dampf

    Danke für die Klarstellung



    Das stellt die taz wieder in ein besseres Licht, nachdem ich wegen folgenden genannten Bericht fast schon den Glauben an die Moral der taz verloren habe: taz.de/Gen-Z-regelt-Proteste/!6223733/

    • Hajo-K

      @Hans Dampf:

      Ich glaube, da gibt’s verschiedene Autor:innen und auch, dass das bisschen die Idee ist, dass die nicht alle immer das gleiche denken

  • Westlahn

    Offenbar geht das Kalkül der rechten Propagandamaschine also auf: man muss nur einen kleinen Rand der linken als große Gefahr aufbauschen, massiv mit dem Antisemitismusvorwurf nachlegen und den Eindruck erzeugen, eine rotrotgrüne Regierung in Berlin sei das Ende der Welt. Dann finden alle, dass eine Brandmauer wenn überhaupt nur noch nach links nötig sei. Dann brauche man die harte Hand der Rechtsextremen um die imaginierte Gefahr abzuwehren.



    Und alle fallen auf diese Propagandastrategie nur zu bereitwillig herein und schaufeln am Grab der Demokratie mit.

  • Dieter Schütt

    Es geht nicht um "Links" oder "Rechts". Es geht um die Liebe zur Gewalt. Gewalt als Selbstzweck. Nicht anders als die Hooligans nach dem Fußballspiel.



    Klar: Wer Gewalt sucht, sucht auch Verbündete und sucht sie an den Enden des politischen Spektrums. Oder auf Schalke oder in Dortmund. Mit Hufeisen hat das nichts zu tun.



    Niemand kann mir sagen, brennende Rathäuser sind ein adäquater Protest gegen den Bildungsnotstand.

    Übrigens: Wenn es nur um das Recht des Stärkeren geht, dann werden immer die rechtsradikalen triumphieren. Die Erfahrung aus der Geschichte ist da ziemlich eindeutig.

    • economista

      @Dieter Schütt:

      Der Adrenalinstoß einer gescheiten Rauferei lenkt vom trostlosen Alltag ab. Dass die Gewalt in einer Phase der Teuerung, sinkender Reallöhne und überschuldeter Staatshaushalte eskaliert, ist kein Zufall.

    • Jan Grobe

      @Dieter Schütt:

      Dummerweise gibt es so einige Politiker die solche Klaren Worte nicht über die Lippen kriegen. Ich kann hier nur Mutmassen ob das getan wird um Wählerstimmen nicht zu vergrätzen, oder ob man insgeheim Gewalt für tolerierbar hält wenn sie aus der eigenen politischen Richtung ergo von den Guten kommt.

  • Desdur Nahe

    Muss sich alles immer über die Rechten definieren?



    Kann man nicht einfach mal die Rechten aus so einem Artikel rauslassen und nur sagen, "Gewalt ist abzulehnen und keine Lösung"?



    Und zwar wegen ihrer selbst. Und nicht, weil es den Rechten helfen könnte.

  • aujau

    Ich habe den Eindruck, dass wie oft bei früheren Gelegenheiten auch hier Agents Provocateurs zu Strassenschlachten anheizen. Konnte ich selbst auf Demos mehrfach beobachten.

  • Kohlrabi

    Nicht oft mag ich einem Kommentar von DJ weitgehend zustimmen, aber diesmal schon. Oder um Gabriele Gysi aus dem hier ungeliebten Konkurrenzblatt sinngemäß wiederzugeben: Die AfDler sind keine Nazis, und die Linken sind keine Antisemiten oder Stalinisten. Punkt.

    Man kann je nach eigenem politischen Standpunkt Argumente wider die einen oder die anderen aufbringen, man kann sich als erbitterter Gegner der einen oder anderen sehen. Aber die inzwischen völlig durchgeknallte apokalyptische Rhetorik mit Schaum vor dem Mund und falschen historischen Vergleichen sollte im hoffentlich aufgeklärten Lager (ich nenne es mal so) nicht länger anschlussfähig sein.

    • Abdurchdiemitte

      @Kohlrabi:

      „Die AfDler sind keine Nazis, und die Linken sind keine Antisemiten oder Stalinisten. Punkt.“



      So einfach ist das mit dem Punkte setzen nun leider auch nicht. So sehr ich das Bedürfnis nach gesellschaftlichem Konsens nachvollziehen kann, umso deutlicher lehne ich irgendwelche Verkleisterungen oder Verharmlosungen von politischen Gegensätzen ab.



      Nur weil ich derzeit Die Linke als mein präferiertes politisches Lager betrachte und mir der Verweis auf antisemitische Tendenzen in deren Reihen peinlich ist, kann ich im Gegenzug die AfD doch nicht als eine harmlose, demokratische Nicht-Nazi-Partei weichspülen.



      Natürlich ist die AfD eine Nazi-Partei, wie es auch unter Linken antisemitische ‚Israelkritiker’ und Stalinisten gibt. Der bitteren Wahrheit sollte man schon ins Auge schauen und nicht noch mit Harmoniesosse zukippen. Das verstehe ich gerade NICHT unter der ‚revolutionären Freundlichkeit‘‘ der von mir sehr geschätzten Ines Schwerdtner.

    • Hans Dampf

      @Kohlrabi:

      Stimmt!

    • Suryo

      @Kohlrabi:

      Doch, AfDler werden immer nazimäßiger und zeigen das auch immer offener.

      Ich frage mich seit Jahren, warum die eigentlich keine Angst haben. Wo bleibt die Antifa?

  • Land of plenty

    Bedenkenswert.



    Mh.



    Die Nachricht über den Brandstifter von Limoges. informativ, gut zu wissen.



    In den Krawallen in Frankreich sehe ich v.a. unreflektierte, unüberlegte Eigendynamik, Gruppendynamik.



    Klar ist die Gemeinsamkeit der Kampfhandlungen: Angriff auf die Symbole der Nation, noch dazu am 17. Oktober, an dem an die Nacht der Morde an Algeriern 17.10.1961 durch Maurice Papon erinnert wird.



    Das ist auch in Frankreich längst kein Tabuthema mehr, es gibt Erinnerungsorte.



    Soziale Bewegungen brauchen wir - aber ohne Brandstiftungsrausch. schlimm!

  • Newjoerg

    Danke für diesen Kommentar. In den vergangenen Tagen kam der Eindruck auf, die Redaktion hoffe auf weitere Gewalt und die Revolution...

  • maria2

    "Wenn es keine Brandmauer nach links gibt, kann es auch keine nach rechts geben." Bei der Brandmauer gegen rechts in der BRD sind die Gründe sehr deutlich: Die AfD attackiert unser Grundgesetz, in dem z.B. die Freiheit von Kunst und Wissenschaft, sowie das Gleichheitsprinzip verankert ist. ein großer teil der AfD -Politiker äußern selbst und tolerieren strafrechtlich relevante NS-Symbole in Wort und Schrift. Weiter will die AfD Nicht- Deutsche offen diskriminieren und droht den Deutschen, die damit nicht einverstanden sind mit politischen Säuberungen.



    Die extreme Rechte in der BRD ist seit 1990 für 152 Morde verantwortlich (vgl. Linke: zwei Morde) und in dem gleichen Zeitraum für den allergrößten Teil der politisch motivierten Gewalt in der BRD.



    Aber was genau tut die Linke, um eine "Brandmauer" in der BRD zu rechtfertigen? Immerhin gab es 2021 einen Volksentscheid zum Thema "Vergesellschaftung", aber z. Zt. wird dieses Thema behandelt als ginge es um nichts weniger als den Untergang des Abendlandes. Der Vorwurf des Antisemitismus mag ggf. inhaltlich teilweise berechtigt sein, aber hat die Linke jemals Jüdi*nnen in Deutschland auch nur ansatzweise verbal angegriffen?

    • Comerade Aardvark

      @maria2:

      Die Linke Brandmauer muss nicht in Parlament stehen. Es gibt Splittergruppen, die genau wie die Rechten das System mit Gewalt bekämpfen und dabei Kollaterschäden auch in Manschenleben billigend in Kauf nehmen. (Bahnsignale sprengen, im Winter Stromversorgung anzünden usw.). Das sind viel weniger Leute und in Summe sind sie weniger gefährlich, aber sie gehören genauso ausgegrenzt. Und das passiert halt nicht wirklich, es sind immer wieder bürgerliche Linke zur Stelle, die mit "ja, aber" anheben.

      • Westlahn

        @Comerade Aardvark:

        Wenn ich für jedes "ja, aber" zur Unterstützung der Rechtsextremen 1 Euro bekäme, hätte Deutschland einen Multimillionär mehr.

  • Alex_der_Wunderer

    Gewalt erzeugt nunmal auch meistens Gegengewalt...



    Was ist denn mit der geduldeten zum in Teilen durch Gesetze legitimierten permanenten Gewalt, der Wirtschafts, Industrie- & Vertreter der brutalen Kapitalstrukturen ?



    Wehren mussten die rechtstaatlichen, demokratischen Demokraten sich schon immer gegen die Herrschenden mit ihren Autokratien Phantasien, die ja auch noch von den Unionsparteien und deren kleiner, dümmliche Schwester der AfD forciert wird.



    Da hilft manchmal leider nur ein seichtes Gewitter auf den Straßen, wenn Argumente immer von den Politikern nicht erst genommen werden, die sich unverständlicher Weise selber fälschlicher Weise und meistens vollig zu Unrecht als Demokraten sehen, nur weil sie sich " demokratisch " legitimieren lassen und kaum an der Regierung, agieren die an der Regierung angekommen ebend nicht wie Demokraten, eher wie Bücklinge vor dem Mamon. So sehn'se aus, die Bagaluten in den Regierungen der Welt, is ja nicht nur in Deutschland so eindeutig zu merken.

    • Westlahn

      @Alex_der_Wunderer:

      Schon die Festlegung, das die Proteste es waren, die mit der Gewalt angefangen hätten, fällt auf eine Methode herein. Der frz Innenminister hätte ja fast gejubelt, dass ihm das jetzt die Möglichkeit gibt, seine prügelnden Cops von der Leine zu lassen und es jetzt "Gegengewalt" nennen zu dürfen.



      Die Gewalt, die am Anfang stand, war die Gewalt der herrschenden Verhältnisse, nicht nur in den berühmten "banlieus" . Denn weder die internationale noch die französische Presse hat in den letzten Jahren so genau hingeschaut, was an Gewalt durch Uniformierte inzwischen Alltag geworden ist. Irgendwann reicht's halt.

    • DanubisA

      @Alex_der_Wunderer:

      Ich verstehe. Die Plünderungen von Elektronikfachgeschäften, Edelboutiquen, Weinhandlungen und anderen Luxusgütern waren ein Protest gegen das Kapital. Das nenn ich mal ein Statement.

      • Hans Hermann Kindervater

        @DanubisA:

        Schöne Ironie!

      • Eichhörnchen99

        @DanubisA:

        Warum wird Ihnen Gewalt erst durch eine klare Programmatik verständlich? Sie sollten sich einmal mit Gewaltforschung auseinandersetzen. Dann erscheint Ihnen die Welt vielleicht nicht mehr so schwarz-weiß.

        • Oma

          @Eichhörnchen99:

          Ich versuche gerade, mit diesen Erläuterungen meine regionale Kultur der fliegenden Masskrüge und zünftigen Wirtshausraufereien besser zu verstehen. Bisher dachte ich, das wäre das Testosteron. Wenn die Burschen heiraten und Kinder kriegen, produzieren sie mehr Oxytocin und machen nicht mehr so viel Blödsinn. Aber wahrscheinlich ist diese Erklärung zu banal.

    • Desti

      @Alex_der_Wunderer:

      Aha.



      Warum sind denn nur junge Männer an den sogenannten "Protesten" beteiligt?

  • Zangler

    Bis zum letzten Absatz bin ich d'accord. Aber noch einmal dazu: Die extreme (!) Rechte und die (extreme!) Linke sind nicht gleichartig. Die CDU-Leute, die ich so kenne, sehen auch ein, dass von der AfD eine viel größere Gefahr ausgeht als von der Linken.



    Der derzeit vorherrschende rechte (national-konservative) Flügel der CDU sieht seine Felle davonschwimmen, weil die Behauptung es gebe eine „Brandmauer“ zur AfD, d.h. man setze selbst die berechtigten Anliegen, die die AfD in die Diskussion einbringe, um und arbeite im Übrigen aber nicht mit der extremen Rechten zusammen (mit den Ausnahmen vielleicht, dass manchmal die AfD den eigenen Vorschlägen zustimmt und manchmal Kompromisse mit dem „linken“ Koalitionspartner SPD nötig seien), diese Story funktioniert nicht und das kauft man ihnen auch nicht mehr ab. Stattdessen hat es die AfD und ihre Menschenfeindlichkeit normalisiert und die CDU im rechten Lager zur zweiten Kraft degradiert.



    Und deshalb werden jetzt die roten Socken aus der Mottenkiste geholt: Pure Verzweiflung der CDU-Rechten, weil ihre Politik nicht mehrheitsfähig ist. Die Gemäßigten in der CDU sehen das genauso (... und: Frau Giffey begibt sich auf Sarrazins Holzweg).

    • Astrid Sehnefeld

      @Zangler:

      "Die extreme (!) Rechte und die (extreme!) Linke sind nicht gleichartig. Die CDU-Leute, die ich so kenne, sehen auch ein, dass von der AfD eine viel größere Gefahr ausgeht als von der Linken."



      Ich sehe auch die AfD als die deutliche größere Gefahr aktuell - weil sie knapp 30% bundesweit auf sich vereinen und in diversen Bundesländer mittlerweile Sperrminoritäten erlangt haben.



      Ansonsten aber gilt für mich Linksextreme sind gleichartig wie Rechtsextreme.



      Warum?



      Weil beide die Grundfesten von Land, Leben und Wirtschaftsordnung umkrempeln wollen - und das möchte ich nicht.



      Ich möchte nicht in einem ethnisch reinen Staat (Remigration) leben, ich möchte aber auch nicht das der Staat alles reguliert - vom Wohnraum (Vergesellschaftung, Verbot von Einfamilienhäusern) bis zur Fortbewegung (Abschaffung des Individualverkehrs, Flugverbot).



      Ich will in einer Leistungsgesellschaft leben. Dass das aktuell nicht perfekt klappt und schon mal besser geklappt hat - absolut richtig. Trotzdem will ich dieses System und seine Freiheit 🗽 für nichts hergeben.



      Links und Rechts wollen mir meine Freiheit diktieren - das möchte ich nicht.



      Deshalb ist für mich linksextrem gleich rechtsextrem 🧲🤷

      • mutabilis

        @Astrid Sehnefeld:

        So wie Sie denken sicher viele. Meine Meinung nach beschleunigt diese Haltung aber nur den Niedergang unserer Gesellschaft. Das, was Sie "Leistungsgesellschaft" nennen, halte ich für die Rechtfertigung der Privilegierten, nichts abgeben zu müssen. Woher Sie Ihre Fantasien von Flugverbot und Abschaffung des Individualverkehrs nennen, möchte ich auch mal wissen.

        Darin sehe ich auch einen wichtigen Grund, warum die Linke bei gut situierten Menschen nicht sehr erfolgreich sein kann. Als Linker muss man sich auch mal bei der eigenen Nase fassen und die eigenen Privilegien (z.B. als "Biodeutscher" aus einer Mittelstandsfamilie gegenüber einem Einwanderer) als solche anerkennen. Das fühlt sich nicht gut an. Vielleicht müsste man sogar was dagegen unternehmen.

        Die Mitte sagt stattdessen: Wenn du gut verdienst, bist du wertvoll weil du Leistung erbringst, und die Armen sind arm weil sie faul sind. Ist zwar Schwachsinn, aber nützlich wenn man seine eigene Position rechtfertigen will.

        Wir können uns der Realität stellen, oder den Kopf in den Sand stecken. Letzteres wird sich am Ende auch für die rächen, denen der Rest der Gesellschaft egal ist.

      • Outis

        @Astrid Sehnefeld:

        An Staatsgrenzen, bei Ruhestörung oder beim "Gendern" in Dokumenten findet diese "Freiheit" dann interessanterweise bei vielen, die Angst vor der bösen linken Gängelung haben, wieder ihre Grenzen.



        Wie fällt es dem Staat nur ein zu regulieren, was akzeptable Lautstärkewerte sind? Aber das ist natürlich was anderes als Regulierungen, die für den Erhalt des Lebensraums Erde relevant sind, das betrifft mich ja jetzt direkt, ne?

      • Outis

        @Astrid Sehnefeld:

        Klingt irgendwie nach dem Freiheitsbegriff von Peter Thiel. Maximal individuelle Freiheit für die, die ihre Vorlieben halt finanziell umsetzen können.

        Die Idee, dass "Linke alles regulieren wollen", ist irgendwie auch ein interessanter Beelzebub der Rechten. Ich fühle mich auch total gegängelt, weil ich keinen Kühlschrank mit FCKW mehr bekomme.

      • Michael M

        @Astrid Sehnefeld:

        Danke Astrid

  • Frauke Z

    Ich muss schon sagen, ich bin ziemlich von der taz enttäuscht:



    Mit einer Rechtfertigung oder zumindest das Verständnis für Gewalt hatte ich hier nicht gerechnet.



    Die Widersprüchlichkeit muss man sich vor Augen führen: Wenn sich Menschen abgehängt fühlen, sei es völlig verständlich, historische Gebäude in Brand zu setzen und Scheiben zu zertrümmern - aus der gleichen Gefühlslage heraus jedoch eine rechte Partei auf dem Wahlzettel anzukreuzen, dafür gibt es von den gleichen Autoren weniger Sympathie.



    Deshalb hatte ich eine gewissen Hoffnung in diesen Kommentar gesetzt, zumal schon im Untertitel wenn auch mehrdeutig steht, Gewalt zu unterstützen sei "falsch".



    Leider musste ich feststellen, es geht hier auch nicht um einen moralischen oder einfach nur menschlichen Anspruch - sondern einfach um bloße Macht-Taktik.

    • Martin Rees

      @Frauke Z:

      Gewalt ist nicht nur das, was man selbst schon sieht, hört oder sogar spürt...



      www.galtung-instit...-WP-2016-06-SG.pdf



      Die Ideen und Forschungsergebnisse der Sozialwissenschaften haben mich hier auch weitergebracht in dem Versuch, die bizarre Situation zu verstehen und mir eine Erklärung zu erarbeiten...



      Es ist ein innerer Prozess...

    • Land of plenty

      @Frauke Z:

      Schauen Sie sich die Berichte an: in französischen Städten:



      Geschäftsinhaber und Restaurantinhaber sind schockiert. Das Restaurant Les Barriques wurde z.B. angezündet. ausgebrannt. und auch andere - eben kleine Läden - sind dadurch leicht pleite.

    • Axotono

      @Frauke Z:

      Haben Sie den Artikel gelesen? Der Autor tut genau das Gegenteil von ihren Behauptungen

  • Klabauta

    Wen genau adressiert der Verfasser, wenn er schreibt:



    "In Deutschland heißt es: Grenzen sich Linke an der Macht nicht vom ultralinken Rand ab, sind sie Steigbügelhalter der AfD. "



    Meint er Die Linke in ihrer Gesamtheit oder nur die Ultras innerhalb der Partei? Oder meint er das BSW? Die aktivistische Linke auf der Straße? Ist mir nicht ganz klar.



    Der Streit um die Gewaltfrage ist so alt wie die linke Bewegung, genauso die Forderung nach Abgrenzung. Was ist erlaubt? Gewalt gegen Sachen? Gegen Menschen? Oder lieber doch gar keine?

    In eine Falle aber sollte man nicht tappen: in die der Gleichsetzung von links und rechts, wie sie von Söder und Konsorten eifrig betrieben wird.

    • Land of plenty

      @Klabauta:

      Berechtigte Frage! Ärgert mich auch immer: "Die Linke". Welche?

    • Astrid Sehnefeld

      @Klabauta:

      Wie kommen Sie darauf das BSW links zu verorten?



      Sind die links???



      Das sind alte DDR Fans und Russlandfreunde.



      Ich komme aus der DDR - das sind weder Rechte noch Linke, sondern Nostalgiker.

      • Outis

        @Astrid Sehnefeld:

        Da stimme ich mal völlig zu.

      • Mondschaf26

        @Astrid Sehnefeld:

        Rechts und Links - und Nostalgie -



        als dritte Kategorie? Interessante Theorie. 😊🤷

      • Klabauta

        @Astrid Sehnefeld:

        Das BSW wird sich selbst sicher als links einordnen und wurde, als es noch im Bundestag vertreten war, auch genau dort platziert.



        Meiner persönlichen Einordnung nach gehört es auf die andere Seite, auch wenn es das vehement bestreiten würde.

        • Westlahn

          @Klabauta:

          Ich hab 'ne Spitzenidee. Ist selten, kommt aber vor:



          Nach jeder Wahl werden die Plätze im Parlament verlost. Keine Blöcke mehr.



          Dann laufen sich die unterschiedlichen Ansichten ständig über den Weg. Und bei der Größe unseres Parlaments käme es ständig zu gemeinsamen Meinungen von Leuten und erst viel später merken beide Seiten: ooops, der gehört ja gar nicht zu unserem Laden. ...

  • Deutschfranzose

    Ich bin zwar oft mit Ihnen einverstanden, aber diesmals lassen Sie sich wie andere für dumm verkaufen. Denn gewaltbereite Menschen gibt es immer und überall, die Staatsgewalt kann sie indess machen lassen, oder nicht.

    Und genau da sitzt der Hase im Pfeffer. Der (sozialistische) Bürgermeister saß machtlos im Videoüberwachungsraum und musste zusehen, wie 100m von den gut bewaffneten CRS zerstört und geplündert wurde, diese aber nicht eingriff. Die stehen unter Befehl des Präfekten und der unter Befehl des Innenministers! Honi soit qui mal y pense!

    Es stimmt zwar, dass die Umfragen im Falle eines zweiten Wahlgangs Melenchon - Le Pen die rechtsextreme als Siegering vorraussagen, aber das ist nicht die Verantwortung der Linken, sondern der rechtsextremen Medien Bollorés, die seit Jahren durch Verteufeln von Linksextrem die extreme Rechte hoffähig machen.

    Die sogenannte "Mitte" ist nach entäuschenden 5 Jahren Hollande und 10 katastrophalen Jahren Macron keine Lösung für Frankreich. In Wahrheit ist Le Pen nicht wirklich Antisystem, nur korrupt, Melenchon verspricht eine grundlegende Reform der demokratischen Institutionen in Frankreich, die bitter nötig ist!

  • Dr. McSchreck

    Letztlich kamen so die Nazis an die Macht, nicht wegen Judenhasses, sondern vor allem wegen dem Wunsch nach einem starken Mann, der das Chaos beendet und Ordnung schafft.

    Und das ist immer wieder das primäre Versprechen rechter Wahlgewinner. Recht und Ordnung statt Chaos und Kriminalität.

    • Astrid Sehnefeld

      @Dr. McSchreck:

      "Recht und Ordnung statt Chaos und Kriminalität"



      Also wenn Sie mich fragen, hätte ich auch lieber Recht und Ordnung als Chaos und Kriminalität...🤷



      Der Wunsch nach einer starken Figur gibt's übrigens auch in der politischen Linken. Habeck war der große Erklärer der Nation bei den Grünen, Greta Thunberg war die Ikone der Klimabewegung, Heidi Reichinnek galt nach ihrer 3 Minuten Rede (auf die Barrikaden) als neue Hoffnungsträgerin und Mamdani gar als shooting star gegen Trump...



      Die eine starke Figur, davon träumt rechts wie links, sorry 🤷

      • Dr. McSchreck

        @Astrid Sehnefeld:

        Mein Beitrag war nicht bewertend, sondern beschreibend, dass die Analyse von Johnson sich auf Fakten stützen kann.

        Die meisten Menschen wollen nicht im Chaos leben.

      • Westlahn

        @Astrid Sehnefeld:

        Die Erfahrung -soweit heute noch anwendbar- lehrt allerdings: den Wunsch mag es geben, das Ergebnis ist aber meist eine chaotische rechte Politik in Kombination mit einer kriminellen Ordnung....

      • Westlahn

        @Astrid Sehnefeld:

        Die "starken Figuren" der Vergangenheit, die mir zumindest für den deutschen Kontext einfallen unterscheiden sich allerdings deutlich:



        Die Linken "starken Figuren" waren eher hochgradig inkompetent für reale Politik und für alles andere ausgesprochen ideen- und phantasielos.



        Die "starken Figuren" von rechts haben da eine um mehrere 10er Potenzen hässlichere Bilanz.



        Der Unterschied ist auch heute noch wesentlich.

      • Mondschaf26

        @Astrid Sehnefeld:

        Interessantes Personal-Tableau...



        „Kompromisse sind die Schafe aufm Deich der Politik."



        www.youtube.com/watch?v=jT7dSwhbDyw



        (Ich war sehr erstaunt, wie die google-KI, die immer positiv und optimistisch gestimmt ist, diesen Satz interpretiert. Mal versuchen. - Schönen Sonntag.)

  • Klabauta

    Aus einem Artikel in der heutigen taz:



    "Aber anstatt uns zuzuhören, redet jeder über brennende Mülleimer." Sofia, 15 Jahre, Schülerin



    "Man spürt es überall: In der ganzen französischen Gesellschaft herrscht tiefe Erschöpfung" Coline, 23 Jahre, Studentin

    Erschöpfung und Wut über die Verhältnisse nicht nur an Schulen und Universitäten kann man nicht nur in Frankreich finden; sie herrscht fast überall. Berichtet wird leider meist nur, wenn es zu Gewalt kommt. Die Großdemonstration Studierender gestern in Wien? Ein einziger Artikel. Ist ja nix passiert, alles friedlich verlaufen, Haken dran. Wie viele friedliche Demonstrationen mag es jeden Tag geben, die außerhalb der vielleicht noch vorhandenen Regionalzeitung nicht einmal eine Notiz wert sind? Wenn Hunderttausende friedlich auf die Straße gehen, und eine kleine Gruppe randaliert - wo halten wohl die Kameras drauf?

    Das ist kein Plädoyer für Gewalt, sondern ein Plädoyer an die Medien, auch dort hinzusehen, wo keine Mülleimer brennen und keine Scheiben zu Bruch gehen. Statt brennende Barrikaden abzufilmen lieber Interviews mit den Demonstrierenden zu führen wäre schonmal eine gute Idee. Die taz bemüht sich zumindest darum.

    • Westlahn

      @Klabauta:

      Kürzer und prägnanter als die 15-jährige kann man die Vorgänge kaum zusammenfassen. Und für einen Menschen meines Alters ist es wohl schwer vorstellbar, was es mit 15 für ein Gefühl, für eine Aussicht auf das Leben erzeugt, wenn so überdeutlich erlebt wird: wenn nichts brennt, hört und sieht niemand hin. Wenn es brennt, reden alle über Brandstifter und das man etwas niederschlagen muss.

    • Westlahn

      @Klabauta:

      Wurde es irgendwann und irgendwo einmal ausprobiert, Gewalt in solchen Protesten nicht als das Wichtigste, das einzig Erwähnenswerte zu nehmen, sondern die Inhalte und Themen der Demos als Schlagzeilen zu nehmen?



      Wohl nicht , und die, die von den Themen und problemen ablenken wollen, wissen das, nutzen, wie Journaille funktioniert. Und sorgen dafür dass dies Mechaniken genug Futter haben.

    • Insieme

      @Klabauta:

      Absolut richtig - vielen Dank!

  • Astrid Sehnefeld

    "Die Gewalt ist Wasser auf die Mühlen der extremen Rechten mit ihrem einfachen Rezept: freie Hand für die Ordnungskräfte beim Zerschlagen der BARBAREN ZWEIFELHAFTER HERKUNFT und Loyalität, die rechtschaffene Bürger terrorisieren. Das niedergebrannte Rathaus von Limoges ist ein Fanal."



    Ist das das Eingeständnis, dass es sich bei den nicht friedlichen Protestteilnehmern, hauptsächlich um Menschen nicht europäischer Herkunft handelt?



    Und ja, ein brennendes Rathaus IST ein Fanal. Kein legitimer Protest rechtfertigt derartige Barbarei.

    • Westlahn

      @Astrid Sehnefeld:

      Es war vorhersehbar dass Sie auf diesen Aspekt anspringen würden. Aber die Herkunft der Protestierenden ist nicht nur europäisch, sondern sogar französisch. Woran Sie sich stören, ist dass sie nicht so weiß aussehen.



      Wie wäre es, wenn Sie sich an den Problemen stören, wegen denen diese Leute so angefressen sind, dass es kein Problem ist, Hunderttausende auf die Straße zu bringe?

    • Land of plenty

      @Astrid Sehnefeld:

      Nee, ist es nicht. Das behaupten Afd-Medien.

  • Ingo Bernable

    Aber was ist Gewalt? Ist Sachbeschädigung, etwa das Abfackeln eines Müllcontainers Gewalt? Ist es Gewalt wenn die Jugend aus den Banlieus von vornherein keine Chance hat? Ist es Gewalt wenn die Überreichen immer überreicher werden während gleichzeitig immer mehr Menschen vor der Frage 'eat or heat' stehen? Und wenn das Einschlagen einer Schaufensterscheibe ein gesellschaftliche zu ächtender Gewaltakt ist, wie kann es dann sein, dass die selbe Gesellschaft Schlachthäuser in denen täglich hunderttausende Tiere - oft qualvoll - getötet werden für normal hält? Und was spricht für die Monopolisierung der Gewalt wenn es diese doch einzudämmen gilt?



    Und was würde es bedeuten Brandmauern nach links wie nach rechts, nicht entlang des Grundgesetzes zu ziehen, sondern entlang einer - zumal verkürzten - Gewaltdefinition? Würden damit die millionenfachen Vertreibungspläne der AfD nicht so sogar vertretbar, weil man ja annehmen sollte das Maß der notwendigen Gewalt um eine Person gegen ihren Willen außer Landes zu schaffen dürfte sich nicht daran entscheiden ob diese Staatsbürger ist oder nicht?

  • la suegra

    Danke. Endlich.

    Sich einfach über die Proteste freuen ist zu früh gefreut und grenzt an Naivität. Es bleibt abzuwarten ob sie zu Verbesserungen beitragen, oder letztlich als Ausrede für massiv verstärkte Repressionen und faschistoide Entgleisungen herhalten müssen.

    Linke Parteien und Personen müssen zeigen, dass sie Verarmten und jungen Menschen ehrlich zuhören. Investieren in Bildung, Wohnen, Gesundheit!

    • Westlahn

      @la suegra:

      Abwarten wurde als Taktik schon sehr oft probiert, auch in Frankreich. Es hat bisher kein einziges Problem gelöst.

    • Land of plenty

      @la suegra:

      Linke Parteien und Personen müssen zeigen



      - das tun sie. Z.b. Droits devant (Rechte zuerst), die vielen Beratungsstellen, Lokalbüros der Parteien und die Initiativen der Banlieues (MIB) fr.wikipedia.org/w...n_et_des_banlieues



      Das kommt aber nicht im Elysee-Palast an!



      Da liegt das Problem.



      Ohne sich Gehör zu verschaffen und ohne Krach werden sie ignoriert. Es wurde in den letzten Jahren so viel eingespart, dass die Schüler_innen begannen zu protestieren.



      Siehe auch die Krawalle 2005/2006 in Clichy sous Bois und anderen Orten der Banlieues.



      In Frankreich entladen sich Proteste gegen Sparprogramme in riots. in Deutschland fast nie. Es gibt viele kulturelle Unterschiede.

  • Philippo1000

    Eine zutreffende Analyse,



    der nichts hinzuzufügen ist!

  • Philipp Lobinger

    Die Sackgasse der „klammheimlichen Freude“



    Dem Autor ist uneingeschränkt zuzustimmen: Wer sich auf das Spiel der Gewalt einlässt, begeht politischen Selbstmord. Die Frustration über unfähige Regierungen und den Aufstieg der Rechten macht die Genugtuung über radikalen Widerstand emotional nachvollziehbar. Es erinnert an den „Buback-Nachruf“ des Göttinger Mescalero von 1977. Er gestand seine „klammheimliche Freude“ über den Anschlag auf den Generalbundesanwalt – folgerte im selben Text aber, dass die Gewalt der RAF in die Sackgasse führt und die linke Basis zerstört.



    Genau diese Logik greift heute wieder: Gewaltexzesse wie in Limoges mobilisieren keine Mehrheiten für Wandel. Sie bedienen das Bedürfnis nach Sicherheit und treiben die unpolitische Mitte direkt in die Arme von Le Pen, Trump oder der AfD. Wer Gewalt auf der Straße billigt, liefert der extremen Rechten das Fanal für den autoritären Durchmarsch. Und zu Ende gedacht: wirkt es nicht absehbar als Brandbeschleunigung für einen brandschatzenden, dann zahlenmäßig mehrfach höheren braunen Mob?

    • Westlahn

      @Philipp Lobinger:

      Ist allen, die hier so reden, klar, dass diese Logik "es braucht jetzt eine starke (extrem rechte) Ordnungsmacht" genau dieser Rechten schon lange vorher klar ist, und genau deshalb auch dafür gesorgt wird, dass die Medien dieses Futter kriegen? Da unterscheidet sich Frankreich nicht von Deutschland nicht von Israel icht von Italien. Und Sie werden sehen: die USA ist auch nicht anders.

      • Westlahn

        @Westlahn:

        P.S. Und besonders irritierend ist da der zuständige französische Innenminister: Wer da ganz öffentlich angibt, er habe den "Sicherheits"kräften deutlich gemacht, "sich nicht zurück zu halten" löst Assoziationen an ganz finstere Zeiten mit ähnlichen Anweisungen von oben an unten. Das Patent darauf halten vielleicht sogar wir Deutschen...

    • Ingo Bernable

      @Philipp Lobinger:

      Aber woraus konkret wäre zu schließen, dass die Analyse des Göttinger Mescalero zutreffend war? Ein halbes Jahrhundert später sollte das ja zu beurteilen sein. Hat also die Existenz der gewalttätigen RAF dazu geführt die linke Basis zu "zerstören" oder waren die späten 70er- und 80er-Jahre mit den Protesten gegen NATO-Doppelbeschluss, Friedensbewegung, Anti-Atom-Protesten, zweiter Feminismuswelle, Alternativen und Autonomen, ... nicht doch eher eine Hochphase basis-linker Bewegungen?

    • Gerhard Krause

      @Philipp Lobinger:

      Wissenschaftlich bedeutend ist indes, wer, leider gilt das für alle Richtungen, mit welchen Mitteln auf wen in welchem Maß Einfluss ausüben kann. Konservative Politik und Wirtschaft erzeugen ja gerne beispielsweise Verlustängste. In den Wirtschaftswissenschaften gibt es dafür übrigens einen Namen: "NAIRU". Was hier so harmlos klingt lässt sich verkehren in die Idee davon, wie schlecht man es einer Bevölkerung in ihrer Lebenswirklichkeit bereiten muss, bis sie Änderungen (ich sage absichtlich nicht "Reformen") gegen ihre Interessen hinnimmt.

      • Selbstauslöser

        @Gerhard Krause:

        Genau das isses. Randale wird gerne gezeigt, weil darin der Zusammenhang von Ursache und Wirkung leicht erkennbar ist: hier der Molli-Werfer, da das brenne Auto. Bei anderen Formen der Gewalt bleibt der Verursacher unsichtbar. Wir hören „die Mieten/Spritpreise steigen", statt "die Immobilien-/Ölkonzerne heben sie an und bereichern sich" oder „die Temperaturen steigen, Arten schwinden, Plastik vermehrt sich“ statt „wir verwüsten mit unserem Wegwerfen-Lebensstil die Erde“, oder „Aktienwerte Steigen“ statt „das arbeitende Volk beschert den Besitzenden mehr leistungsloses Einkommen“, oder „die Armut wächst weltweit“ statt „immer mehr Arme decken immer weniger Reichen den Tisch“, usw.. Strukturelle Gewalt liegt in den Händen der Mächtigen, die uns die ohn-mächtige Wut der Schwachen als Gewalt vorführen. Die Opfer der Ungleichheit verdursten in der Sahara, ertrinken im Mittelmeer, verwahrlosen und verrecken im Ausland. Und die, die so versessen auf die (immer relative) Mitte sind, fallen darauf herein, bejubeln Sieger im Sport, und sprechen sich für noch mehr strukturelle Gewalt aus.



        Die Mittelmäßigkeit verhindert jeden Streit ...

  • Gärtnerin

    Von ganz links nach ganz rechts ist eine Gerade, kein Hufeisen, auch wenn es von Parteien rechts der Mitte gern als solches dargestellt wird, wahrscheinlich immer dann, wenn ihnen auffällt, wieviel sie mit ganz rechts gemein haben.



    Dass eine linksgeführte Regierung eines Bundeslandes irgendwie eine demokratiefeindliche Regierung in einem anderen Bundesland berechtigt wäre sozusagen die extremste Form des Hufeisens.



    Wenn man Unionspolitiker*innen zuhört, ist es offensichtlich, wer sich gerade aufs Steigbügelhalten vorbereitet.

    • Deep South

      @Gärtnerin:

      Um ehrlich zu sein ist das Beklagen irgendeines Hufeisen doch die Standard Ausrede, wenn linke Gewalt kritisiert wird. Dabei hat -zumindest hier- niemand Links und Rechts gleichgesetzt, nicht mal Linksradikal und Rechtsradikal, sondern nur die Methoden von Extremisten.

      Es spielt überhaupt keine Rolle, wo die ursprünglichen oder vorgeblichen Wurzeln liegen oder welche Werte man angeblich vertreten möchte, wenn die Mittel Gewalt, Zerstörung, Terror und Bekämpfung des Staates heißen und Werte nur selektiv gelten.







      Und genaugenommen ist der Hufeisenvergleich auch generell unpassend. Weil es gewaltätigen Extremismus, als militante Form von Ideologie nicht nur am rechten und linken Rand gibt, sondern auch verschiedene religiöse, verschwörungstheoretische, separatistische, antisemitische, etc. Hintergründe haben kann.

      Der Weg des Extremismus an sich ist elitär, destruktiv und kontraproduktiv. Er kapert berechtigte Anliegen und legitime Proteste um den kleinen oder großen Faschisten im eigenen Kopf zu legitimieren.

    • Comerade Aardvark

      @Gärtnerin:

      Beim Hufeisen geht es nicht um Ideen, sondern Methoden. Und da ist es zumindest historisch so, dass man Parallelen ziehen kann. Ob es hilfreich ist, steht auf einem anderen Blatt

      • Dr. McSchreck

        @Comerade Aardvark:

        Exakt, es geht letztlich darum, dass das Endprodukt in Venezuela oder anderen linken Regimen letztlich nicht so viel anders ist als bei rechten Diktaturen wie Chile oder Argentinien, das einzelne Leben zählt wenig, Freiheit gar nichts, das Volk muss mit Waffen klein bzw auf Linie gehalten werden.

        Ich nehme hier „normale“ Diktaturen, nicht die deutschen Nazis 33-45 und nicht stalin oder Pol Pot.

  • Axel Berger

    > Bis dahin herrscht ein Vakuum, in dem alle Hemmungen fallen können.



    Das stimmt und es stimmte schon sehr lange. Trotzdem besaßen viele Jahrzehnte lang Parlamentarier überall den Anstand, diese Möglichkeit nicht zu mißbrauchen. Ich bin jetzt ziemlich alt und kann mich, so lange ich Politik bewußt beobachte, an keinen einzigen Fall erinnern bevor in Deutschland die aktuelle sehr linkslastige Regierung gewählt wurde und eine noch weit extremer linke abgelöst hat. Nicht daß im Handeln (nicht der Rhetorik) ein großer Unterschied der beiden zu sehen wäre.

    • Klabauta

      @Axel Berger:

      "...die aktuelle sehr linkslastige Regierung" - ich reibe mir die Augen, aber auch beim zweiten Lesen steht es noch so da. Meinen Sie die Merz-Regierung, die die "noch weit extremer linke" Merkel-Regierung abgelöst habe? Meinen Sie das ernst oder verstehe ich da etwas falsch?

      • Selbstauslöser

        @Klabauta:

        👍🏼👍🏼

  • Deep South

    "Schon jetzt ist für die politische Mitte klar: Wenn die Linke in Berlin regiert, kann das auch die AfD in Sachsen-Anhalt. Wenn es keine Brandmauer nach links gibt, kann es auch keine nach rechts geben."

    Das ist der einzige Satz in dem Artikel, den ich so nicht teilen würde. Ich sehe den deutlich überwiegenden Teil der Linken auf dem Boden der Verfassung und auch nicht im gewaltbereiten Lager. Eine "Brandmauer" bräuchte es da nur gegen den extremen Rand in den Reihen der Linken. Und ich kenne kaum Jemanden, den ich zur "politischen Mitte" zählen würde, der das anders sieht.

    Ansonsten ist das hier ein wohltuender Beitrag der Vernunft, der in der taz offenbar nötiger den je ist.

  • Machiavelli

    Manche bei LFI behaupten ja bei der nächsten Wahl wird LePen gewinnen aber sie gewinnen dann durch eine Revolution auf der Straße. Wenn sie Glück haben werden sie nur von der Polizei verprügelt wenn sie Pech haben endet das wie die Pariser Kommune. In jedem Fall ist es Dummheit. Die Masse der Menschen in Frankreich auch die Jungen, auch die Migranten haben keinen Bock auf so etwas. Die wollen keine Straßenschlachten, Plünderungen sondern vernünftigen politischen Diskurs.

  • Sam Spade

    "Wenn Hass, Dämonisierung und Gewalt die bevorzugten Mittel der politischen Auseinandersetzung sind, gilt nur noch das Recht des Stärkeren"

    Der extrem destruktive Politikstil der in einigen Demokratien zu beobachten ist, war historisch betrachtet meist eine Vorstufe des Zerfalls der demokratischen Institutionen, welcher einherging mit dem moralischen Zerfall der Gesellschaft.

    Im Großen sei nur auf den Untergang der Römischen Republik verwiesen. Der politische Stil verrohte, Sachfragen wurden durch Diffamierungen und Polarisierung ersetzt und zuletzt fand die Auseinandersetzung auf den Marktplätzen statt und mündete in Gewalt. Dann kam Cäsar.

    Endphase Weimar, ein Musterbeispiel zu dem es nicht mehr viel anzumerken gibt, außer das hier Sprache wortwörtlich zur Waffe wurde. Wer dann kam dürfte bekannt sein.

    Im Kleinen z.B. die Hexenverfolgungen der frühen Neuzeit Sie dienten meist nur der Stimmungsmache um von Krisen abzulenken und wurden von den religiösen und politischen Eliten gezielt geschürrt, was am Ende eine Massenhysterie in der Bevölkerung auslöste.

    Die Muster ähneln sich alle und ein Abgleich zu heute lässt auf ähnliche Ergebnisse in der näheren Zukunft schließen.

    • CorinnaH24

      @Sam Spade:

      Das römische Reich war eine Republik! Interessant und wieder was fürs Leben gelernt ;-)

      • Sam Spade

        @CorinnaH24:

        Bin ich hier im Forum schon gewohnt einen Bildungskoffer von Norwegen nach Deutschland zu schicken.

        Ich helfe aber gerne weiter. Daher extra für sie kurz erläutert.

        Die Römische Republik war die Staatsform des Römischen Reiches und beruhte mangels einer Verfassung auf dem Prinzip von Checks and Balance, also gegenseitiger Kontrolle und stützte sich auf drei Säulen.

        An der Spitze standen die Magistrate aus denen der Konsul erwählt wurde.

        Das zweite und mächtigste Element bildete der Senat.

        Die dritte Säule bildete die Volksversammlung in der Vertreter der römischen Bevölkerung entsandt wurden.



        Diese hatten ein Stimmrecht z.B. bei Gesetzesvorhaben.

        Im Jahre 43 v Chr. beseitigte Cäsar die republikanische Ordnung in dem er sich als Diktator auf Lebenszeit ernannte.

        27 v Chr begründete Augustus dann das Prinzipat. Die Institutionen der Republik blieben zwar formell erhalten, die Macht konzentrierte sich aber ganz auf den römischen Kaiser.

        Das Prinzipat fand erst sein Ende mit dem Zerfall des römischen Reiches und den Untergang Roms im 3. Jahrhundert nach Christus.

  • Wortspur

    Aber das sind doch nur Schülerproteste.

  • Pflasterstrand

    "Wenn links und rechts sich gegenseitig das Existenzrecht absprechen und Wahlsiege des Gegners nicht akzeptieren, sondern bekämpfen, ist ein demokratisches Mehrparteiensystem nicht mehr möglich." das ist hufeisentheorie, gepaart mit der empfehlung, als linker den aufstieg des faschismus hinzunehmen, bis merz, dobrindt und co. vielleicht geeignete gegenmaßnahmen entwickelt haben oder die nächsten wahlen anstehen. und dann wird das gespenst einer "politischen mitte" gerufen, obwohl deren jahrzehntelange realpolitik die voraussetzungen für den aufstieg der neuen rechten geschaffen hat und obwohl diese mitte sich längst aus dem rechtaussen-baukasten an autoritär-antidemokratischen rhetoriken und politikansätzen sowie antiemanzipatorischen mustern zur deutung oder leugnung der gesellschaftlichen krisen bedient. und ganz im sinne der aufrechterhaltung der ewigen gegenwart der kapitalverhältnisse – sei es auch um den preis des faschismus (das gab es schon einmal) – wird jetzt der nächste schritt gegangen: die linken sind schuld, sollten die rechten die macht ergreifen. nicht diejenigen, die ihnen folgen.

    teilen und die nun – angesichts hier ideol jetzt werden die linken na dankeschön.

    • rero

      @Pflasterstrand:

      Wir sehen doch nun seit geraumer Zeit, dass die Hufeisentheorie keine Theorie mehr ist.

      Sie können Sie sogar als Partei wählen.

      Nirgends hat Herr Johnson verlangt, denn Aufstieg von Faschismus hinzunehmen.

      Es geht ihm um die Wahl der Mittel gegen Rechts.

      Dass Randale nichts nützt, weil Menschen, die Angst haben, eher Rechts wählen, ist nun auch nicht neu.

  • Andreas J

    Linke sollen also die andere Wange hinhalten, damit rechts nix zu meckern hat? Nein danke. In Frankreich ging die Gewalt erst vom Staat aus, mit harten Vorgehen seitens der Polizei gegen die sozialen Proteste, anstatt einen ernsthaften Dialog zu suchen. Die Reaktion war absehbar und nichts neues in Frankreich. Das ist politisches Versagen.

    • Land of plenty

      @Andreas J:

      Das ist schlimm, wie ein Jugendlicher durch die Polizei eine Hand verlor. und in vielen Gegenden wurde durch Polizeiwaffen DemonstrantInnen ein Auge ausgeschossen.



      Das ist aber kein Grund zum alles-Anzünden. Kollektiv gegen Kollektiv.

    • Thomas Brandt

      @Andreas J:

      sehe ich auch so, die Gewalt ging vom Staat aus und den Überreichen, die der Staat schützt.



      Wenn man „zurück“ zu pseudo-demokratischen Verhältnissen im Kapitalismus will, dass hat DJ hier recht.



      Allerdings brauchen wir als Gesellschaft vermutlich eine neue Grundlage des Zusammenseins, eine Grundlage, die nicht von den Überreichen und patriarchal dominiert ist. Doch bevor sich diese Erkenntnis durchsetzt, befürchte ich, braucht es eine Katastrophe (so wie Fukushima oder der 2. WK um zu merken, dass Handel mit Frankreich besser ist usw.)

  • Lindenberg

    Brandmauer nach ganz links als Voraussetzung zur Brandmauer nach links nun also in der taz. WIe dürftig. Denn es käme doch darauf an mit Adorno zu erkennen, was die Ursache blinder Wut in Frankreich und anderswo ist. EIn Aufschrei aufgrund einer elementaren Krise des Kapitalismus, der mit KI koloniale extremistische Züge annimmt und mit einer Krise, Reformbedürftigkeit von Repräsentation der Bürger in der Demokratie verbunden ist. Bereits 2023 gab es gewaltsame Proteste nach der Tötung des 17-jährigen Nahel Merzouk durch die Polizei, die eine ähnliche Dimension wie die heutigen Proteste hatten und auch ein Aufstand der Armen war, wie die französische Journalistin Cailleteau analysierte. 1000 Menschen bekamen Strafen, darunter ein junger Mann der Bonbons geklaut hatte, nicht vorbestraft war. 18 Monate Gefängnis für ihn, 12 Monate auf Bewährung. Einem armen Ort bei Paris strich die Stadtverordnetenversammlung aufgrund der Zerstörungen durch Randalierer kollektiv alle Sommervergnügen. Und das in einer Stadt, wo die Hälfte der Einwohner aus Armut keinen Urlaub machen kann.

    • Dr. McSchreck

      @Lindenberg:

      Vermutlich bräuchte man das Geld für die Reparatur zerstörten Allgemeingutes. Verantwortung tragen die Randalierer.

    • Querbeet

      @Lindenberg:

      Unter Adorno geht es nicht.

  • c. F

    Das riecht leider nach "Sündenbock ".



    Diese sog. Linken sind nicht dafür da, für Andere die Rechten zu bekämpfen. Ich würde eher sagen, dass liberale Medien und liberale Politik eher verzweifelt sind, weil sie den Rechtsruck nicht verhindern können. Medien haben Macht. Politik hat Macht. Vielleicht ist diese Generation an Journalisten und Politiker einfach schlecht.



    Aber darum geht es mir nicht. Die westlichen Demokratien zeigen eine ablehnende bis feindliche Beziehung zu Linken. Seid über einer Dekade. Sowohl in Frankreich, aber auch in Deutschland sind Linke ständig einer enthemmten Kritik ausgesetzt (Beispiel Berlin), die kein Zusammmen fördert. Wenn man nach Schuldigen sucht, dann bitte an die eigenen Nase fassen. Wenn Medien und Politik der sog. demokratischen Mitte die Linken wie einen Feind betrachten, sie ständig radikalisieren, dann muss man sich auch nicht wundern.



    Die Mitte braucht Radikalität für ihre Identität. Ohne Radikalität keine Identität der Mitte. Wenn man die Lknken ständig radikalisiert, dann bekommt man halt Radikalität.



    Kurz: Gewalt ist hier kein Ausdruck von Destruktivität, sondern von der Dysfunktionalität der Mitte.

  • Vigoleis

    Ich stimme dem Kommentar zu. Er ordnet die Realitäten ein.



    "Wenn Hass, Dämonisierung und Gewalt die bevorzugten Mittel der politischen Auseinandersetzung sind, gilt nur noch das Recht des Stärkeren. Die Welt von Trump und Putin blüht dann weiter, selbst wenn diese Figuren Schiffbruch erleiden." Korrekt müsste es heißen: ...gilt nur noch der "Rechtsbruch" des Stärkeren.



    Die Erfahrung lehrt, dass, um Typen wie Hr. Putin (Hr. Trump und seine irritierende Politik sehe ich, aber vertraue noch auf den US-amerikanischen Rechts-Staat und den Souverän) und andere mächtige und ohnmächtige Gewalttäter wieder zu bannen, legitime und legale Gegengewalten (konkret kostet das Menschenleben) notwendig sind.

  • warum_denkt_keiner_nach?

    Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob ein paar Chaoten mal wieder Randale machen oder ob es am Rande von Demonstrationen von Hunderttausenden zu bedauerlichen Ausschreitungen kommt. Letztere sind nur negative Begleiterscheinungen einer positiven Massenbewegung.

    • rero

      @warum_denkt_keiner_nach?:

      So kann man es sich natürlich auch schönreden.

      Nur sehen wir in Frankreich eben auch die Randale als verbreitete Erscheinung.

      Eigentlich klingt Ihr Beitrag wie „Wo gehobelt wird, fallen Späne.“

      Kenne ich von rechts zu Genüge.

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @rero:

        "Eigentlich klingt Ihr Beitrag wie „Wo gehobelt wird, fallen Späne.“"

        Soll er auch. Massenproteste werden fast immer auch unangenehme Begleiterscheinungen haben. Und wenn es gegen die "Richtigen" geht, hat auch hier niemand etwas dagegen. Oder würden Sie sich über Plünderungen in Peking aufregen?

        Leider diskreditieren die Ausschreitungen auch die Proteste bzw. können von den Medien dazu genutzt werden. Ein großer deutscher Nachrichtensender hat z.B. gestern morgen schon mal vorbeugend ausführlich darüber berichtet, wie sich Geschäftsleute auf mögliche neue Plünderungen vorbereiten. Die Anliegen der Demonstranten waren nur eine kurze Einblendung wert. So geht das 😉

        Heute früh stellte sich allerdings dann heraus, dass die Gewalt gestern hauptsächlich von der Polizei ausging...

        PS: Rechts ist gegen die Proteste.

  • Jalella

    Welche Linken PolitikerInnen haben sich denn bitte für Gewalt ausgesprochen, wie hier angedeutet wird?



    Die Linken, die ich kenne, haben sich entschieden gegen die gewalttätigen Randalierer ausgesprochen, aber eben für die firedlichen Proteste.



    Mir klar, dass JournalistInnen lieber über Gewalt und Terror berichten und deswegen gerne der Grund für Proteste von Hunderttausenden in der "Berichterstattung" untergehen neben den Gewalttaten Hunderter. Aber was die Millardärsmedien und erschütternderweise auch die öffentlich rechtlichen tun, muss die TAZ ja nicht nachmachen, oder?

    • Dr. McSchreck

      @Jalella:

      Speziell in Berlin gab es einige Solidaritätsadtessen an lina E. (Zum Beispiel).

  • Sole Mio

    Es ist in etwa so:



    Die Mitte, die gemäßigten haben so lange nachgegeben, das nun droht, dass die extremen das Zepter in die Hand nehmen.

    Wir müssten uns mal wieder einiger „alten Werte“ besinnen.



    Recht und Ordnung durchsetzen, unabhängig um wen es geht.



    Restriktiver in allen Bereichen werden, ohne dabei Intoleranz den Vorrang zu geben.



    Leistung muss sich wieder lohnen. Abzocke und Übergewinne gehören sanktioniert.



    Und nur die wirklich Bedürftigen geschützt werden.



    Dem Sozialbetrug, egal in welcher Größenordnung man ihn einschätzt, gehört drastisch ein Riegel vorgeschoben. Das ist nämlich einer der großen Brandstifter.

    Aktuell fischen die Extremen (links und rechts) mit allen erdenklichen Mitteln nach denen, die die oben genannten Werte vermissen.

    Das darf keine der Parteien, die Sozial-, Umwelt- oder Wirtschaftspolitisch ausgerichtet sind unterstützen, oder tolerieren.

  • Fran Zose

    Danke Herr Johnson für diesen Kommentar; insbesondere nachdem hier kürzlich veröffentlichten, verstörenden Kommentar von Frau Klute, in welchem diese ihr Bedauern über den Verzicht auf Gewalt zum Ausdruck gebracht wurde. Ich finde es beängstigend, dass zunehmend auch auf linker Seite von Teilen Gewalt legitimiert wird, nur weil sie vermeintlich der Guten Sache dienen würde. Nein, das tut sie nicht; im Gegenteil: Sie hilft nur den Rändern wie Herr Johnson es gut beschrieben hat.

    • AliceMirrow

      @Fran Zose:

      Ja, das sehe ich auch so und bin beruhigt, dass es jetzt auch diesen Kommentar gibt.



      Gewalt, ob gegen Sachen oder Menschen ist nicht zu rechtfertigen. Und dient auch nicht der "linken" Sache.

  • Biker-Ffm

    Danke für diesen Kommentar, alle Daumen hoch.

  • Mindɘrlɘistɘr

    Ich habe noch nie verstanden, was an Randalierern, denen es nur um Krawall und Destruktion geht, „links“ sein soll, so wie für mich Rechtsextremisten auch keine echten „Patrioten“ sind.

    • Altbayer

      @Mindɘrlɘistɘr:

      Wenn man gegen das System ist, ist man links, weil das böse System ja rechts ist... wird übrigens am lustigsten wenn man zur beruflichen Neutralität verpflichtet ist! ( ÖD & Co. ) Dann wiederum ist man ein Weichei, weil man keine eigene Meinung hat. ;)

    • Oleg Fedotov

      @Mindɘrlɘistɘr:

      Dann fragen Sie halt mal die ANTIFA. Nur weil man gegen rechts ist, rechtfertigt dies weder Gewalt noch das besprühen fremden Eigentums. Und wenn man dies auch noch mit Gewalt (auch gegen Sachen) verbindet ist das bestimmt nicht links sondern ebenso verachtenswert wie rechte Gewalt. Es müssen nicht unbedingt erst Tote oder Schwerverletzte sein, um einfach genau so verabscheuungswürdig wie rechte Schläger zu sein.



      Gegen Faschismus kann man auch in der "bürgerlichen" Mitte sein. Aber die Aktionen der Antifa erzeugen lediglich einen massiven Image- und Vertrauensverlust in linke Politik. Denn für viel gilt immer auch: Antifa gleich links und NSU gleich rechts.

    • Axel Berger

      @Mindɘrlɘistɘr:

      Es geht, auf beiden oder allen Seiten, nicht um die kriminellen Gewalttäter und offenen Nazis sondern allein um die Masse derer, die mit dem Argument "die gehören zu uns" wegsehen und sie decken. Die AfD sehe ich immer dann genauso kritisch, wenn sie wieder viel zu lange braucht, um sich gegen solche indiskutablen Außenseiter klar abzugrenzen. Trotzdem bleibt ein klarer Unterschied bestehen, zwischen absolut nicht hinnehmbaren Worten und brennenden Kirchen sowie zerstörten Existenzen.



      Nach der Sachsen-Anhalt-Wahl gab es eine große Anti-AfD-Demo auf dem Kölner Heumarkt, an der auch eine kleine Gruppe klar erkennbarer Juden aus der Synagogengemeinde teilnahm. Ja, es waren nur wenige, eine winzige Minderheit, die sie antisemitisch beleidigten und sogar körperlich angriffen, aber alle, wirklich alle, sahen weg und machten einen Bogen um das Geschehen.

      • Mindɘrlɘistɘr

        @Axel Berger:

        »Trotzdem bleibt ein klarer Unterschied bestehen, zwischen absolut nicht hinnehmbaren Worten und brennenden Kirchen sowie zerstörten Existenzen.«



        #



        Ich sprach nicht von der Linken als Partei, sondern von Linksextremisten, und deshalb sollten Sie in Ihrer relativierenden Bilanzierung nicht nur die Verbalausfälle der AfD berücksichtigen, sondern auch die Verletzten und Toten durch rechte Gewalt allgemein. Meines Wissens sind die in diesem Bereich immer noch „führend“.

  • Liebknechto

    Gewalt gegen Sachen ist etwas anderes als gegen Menschen. Hier zeigt die Taz nur ihre bürgerliche Seite

    • Volker Scheunert

      @Liebknechto:

      Sachen gehören meist Menschen, und hin und wieder sind diese auf etwa ihr Geschäft oder ihr Auto angewiesen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen ...

    • Dr. McSchreck

      @Liebknechto:

      Johnson sagt nicht einmal, dass er es so sieht, sondern dass die große Mehrheit der Bevölkerung es do sieht. Wenn man Wahlen verlieren bzw verschenken will, kann man das natürlich ignorieren.

    • Mindɘrlɘistɘr

      @Liebknechto:

      Auch wenn vorsätzliche Gewalt gegen Menschen primär durch Rechtsextremisten erfolgt, kann „linke“ Gewalt gegen Sachen auch menschliche Kollateralschäden implizieren, die mehr oder weniger billigend in Kauf genommen werden. Daher hat mich diese Relativierung nach dem Prinzip, dass der Zweck die Mittel heiligt, schon immer gestört.

    • Philippo1000

      @Liebknechto:

      Ich weiß nicht, ob Sie Autofahrer*In sind.



      Es gibt eine Menge Menschen, die beruflich auf ein Auto angewiesen sind,



      sich aber nur das Notwendigste, inclusive einer Haftpflichtversicherung leisten können.



      Diese Menschen haben i.d.R auch nur einen Parkplatz auf der Straße.



      Abgefackelt werden die Autos offenbar dort.



      Der Haftpflichtbesitzer erhält nun kein neues Auto, er hat einfach keins mehr, muss möglicherweise aber weiter Raten bezahlen für ein Fahrzeug, das es nicht mehr gibt.



      (Mobile)Pfleger, Krankenschwestern,Bäcker, Schichtarbeiter, Handwerker*Innen, sind in meinen Augen nicht das, was sie unter „bürgerlich“ verstehen.



      Es mag Menschen geben, die einen solchen Verlust finanziell verschmerzen können, es gibt mit Sicherheit aber auch solche, für die das existenziell ist.



      Wie wäre es für Sie persönlich, wenn Ihr Geschäft geplündert würde?



      Neben den bekannten Forderungen der französischen Revolution stand auch „Eigentum“, zu Recht.



      Im Übrigen war in diesem Zusammenhang der von Ihnen geschmähte „Bürger“ der Revolutionär.

    • Philipp Lobinger

      @Liebknechto:

      und falls die Gewalt sich gegen die Sachen von Liebknechto richtet, dann wird man plötzlich im Sauseschritt so was von bürgerlich.

  • Klaus Waldhans

    Ich bin nicht immer einer Meinung mit Dominic Johnson. Diesmal aber schon!