16. - 26. Februar 2018

Togo - Migration aus afrikanischer Sicht

Reiseleitung: Christian Jakob

Bild: Archiv

Lomé - Aného - Sokodé - Kara - Kpalimé - Lomé

Seitdem immer mehr Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa kommen, ist Afrika ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Das war keineswegs immer so. Im Jahr 2004 widmete die Unesco Afri­ka eine Tagung unter dem Titel: „Der vergessene Kontinent“. Damals war das fast ein Synonym für ­Afri­ka. Inzwischen geben sich Vertreter der EU-Länder in Afrika die Klinke in die Hand.

PROGRAMM

PREISE UND LEISTUNGEN

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Preis: ab 2.390 €

Veranstalter: Ventus Reisen, Berlin, Tel. 030-39 74 92 94 office@ventus.com            

 

Die Reise kann nur beim Veranstalter gebucht werden.

Was interessiert die Länder Europas an Afrika? An oberster Stelle steht das Thema „Migration“, genauer gesagt: Bekämpfung von Migration. Doch welche Rolle spielt Migration für die Menschen und die Herkunftsländer in Afrika? Wie sehen kritische Stimmen in Afrika die EU-Migrationspolitik? Am Beispiel von Togo ermöglicht die neue taz-Reise, dies vor Ort kennenzulernen.

Christian Jakob, taz-Redakteur, Ressort Recherche/Reportage, Projekt 'migration control' auf taz.de

In Togo wie in anderen westafrikani- schen Ländern gehört grenzüberschrei- tende Arbeitsmigration entlang traditio- neller Händlerrouten seit Jahrhunderten zum Wirtschaftsleben der Menschen. Doch die EU-Migrationspolitik versucht, die staatlichen Grenzen abzuschotten.

Die Reise beginnt in Togos Hauptstadt Lomé an der Küste und führt Sie durch ein Land, das eine abwechslungsreiche Vielfalt von Ethnien aufweist. Wir besuchen die Zentralregion (Sokodé und Kara), wo der Regenwald in die Savanne übergeht, und die Bergregion um Kpalimé an der Grenze zu Ghana; und werden auch viele Spuren der deutschen Kolonialgeschichte entdecken.

Neben zahlreichen NGO’s besuchen wir vor allem das „West African Observatory on Migrations“. Dieses NGO-Netzwerk ist in mehreren westafrikanischen Ländern aktiv und unterstützt diese Reise mit Expertise und Kontakten.

Dorf in der Bergregion im Westen Togos Bild: Archiv

Zur Erinnerung

Deutschland hat Afrika ins Zentrum seiner laufenden G-20-Präsident- schaft gestellt. Gleich drei deutsche Bundesministerien – Entwicklung, Wirtschaft und ­Finanzen – haben eigene Initiativen zur zukünftigen Gestaltung der Beziehungen mit Afrika präsentiert. Im Sommer 2017 kamen afri­kanische Staatschefs nach Berlin zum „G-20-Afri­ka-Partnerschaft-Gipfel“ – ein Novum. In Genf, Brüssel und New York wird mit Afri­ka über Migration verhandelt. Die Agenda der neuen Afri­ka-Ini­tia­tiven klingt teils so, als sei sie im Eine-Welt-Laden geschrieben worden: „Wir haben Afri­ka arm gemacht“, mit solchen Sätzen wirbt Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) für seinen „Marshallplan mit Afri­ka“, der die „postkoloniale Ausbeutung stoppen“ soll.

Doch so hehr sind die Ziele der neuen Afri­ka-Initiativen nicht. Die Bevölkerung Afri­kas wächst ­doppelt so schnell wie die Asiens. 2050 werden in Afri­ka 2 Mil­liar­den Menschen leben – fast doppelt so viele wie heute. Müller fürchtet einen „gewaltigen Migrationsdruck“ in Richtung Europa. „Dagegen war alles, was wir bisher erlebt haben, harmlos.“ Getrieben von der Angst vor der Einwanderung aus Afri­ka, verschmelzen Migrations-, Sicherheits-, Wirtschafts- und Entwicklungspolitik so zunehmend.

Die ebenfalls von den Ereignissen auf der Balkanroute ausgelöste Afri­ka-Offensive der EU, seit Ende 2015, setzt auf die Verstärkung von Grenzkontrollen innerhalb Afri­kas und auf Rücknahme-Abkommen. Wie aber sehen die Menschen in Afrika diese Politik? Das ist Thema der neuen Togo-Reise.

Kooperationspartner der Reise

sind das NGO-Netzwerk West African Observatory on Migrations mit Hauptsitz in Lomé sowie das transnationale Netzwerk „Afrique–Europe-Interact“, das von Bremen aus koordiniert wird. 

Die taz hat auf ihrer Website eine ausführliche Dokumentation aller Abkommen zum Thema Migration/Flüchtlinge zwischen Ländern der EU bzw. der EU-Kommission und afrikanischen Ländern eingerichtet, mit Berichten und Debatten zu diesem Themenkomplex: „migration control“