Die Wahrheit

Bekenntnis aus dem Bett

Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit: Heute darf sich die Leserschaft an einem Poem über eine tiefe Leidenschaft erfreuen.

zwei Männer betrachten das riesige Foto einer Frau, die im Bett liegt

Foto: Reuters

Ich mach es gern in meinem Bett,

ich find es in der Küche nett,

ich möcht es gleich am Morgen tun,

ich lieb‘s in Socken und in Schuhn.

Ich mag es mit und ohne Kleid

und bin zu jeder Zeit bereit.

Doch werd ich erst so richtig froh,

mach ich es coram publico!

So tat ich‘s schon im Omnibus

und auch im Stadtpark mit Genuss.

Im Hochamt überkam es mich

und auch in Meerbusch-Büderich.

Im Waschsalon hab ich‘s getan,

im Kino hatt ich Spaß daran

und einmal gar im Karussell –

doch das ging irgendwie zu schnell.

Selbst im Café ist‘s mir nicht fremd.

Ich tu es froh und ungehemmt

und find es auch nicht sonderbar

im Wüstensand und am Polar-

kreis, wo so grün das Nordlicht flirrt.

Ich mach‘s , bis mir die Rübe schwirrt,

zu Hause und in jedem Hafen,

am liebsten dauernd: tiefes Schlafen.

Ich brauch auch keine Schlummerlieder.

Kaum schreib ic h ’s, überkommt‘s mich wied…

Die Wahrheit auf taz.de

 

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