piwik no script img

Zehntausende ohne Strom und WärmeDen Schaden haben die Linken

Kommentar von

Jost Maurin

Anschläge wie die auf das Stromnetz in Berlin werden niemanden vom Klimaschutz überzeugen, im Gegenteil. Sie sind eine Steilvorlage für die Rechten.

Mit Handylicht durch den Bahnhof Wannsee: Berlinerin am Tag des Stromausfalls Foto: Michael Kappeler/dpa

W enn wirklich „Linksextremisten“ hinter dem Anschlag auf die Stromversorgung in Teilen Berlins stecken sollten, haben sie ihrem eigenen Anliegen geschadet. Solche Aktionen befeuern nur Ablehnung und Diskreditierung der Linken.

Wegen des Anschlags sind wahrscheinlich bis Donnerstag zehntausende Berliner mitten im Winter ohne Strom und Heizung. Man muss schon sehr verblendet sein, um anzunehmen, dass das den Klimaschutz voranbringt. Im Gegenteil: Solche Aktionen tragen dazu bei, dass zahlreiche Menschen sich durch den Kampf gegen die Erderwärmung bedroht fühlen. Viele werden eben nicht differenzieren zwischen friedlichen Aktivisten und zerstörungswütigen Heißspornen. Am Montag musste die Linkspartei schon Kritik zurückweisen, sie habe sich bisher kaum zu dem Anschlag geäußert.

Solche Aktionen sind auch eine Steilvorlage für Rechte, die Angst vor Linksextremismus schüren, um von der viel größeren Gefahr durch Rechtsextremismus abzulenken. Und: Selbst wer Gewalt gegen Sachen gutheißt, muss einräumen, dass Angriffe auf die Infrastruktur zu große Kollateralschäden haben. Dem Bekennerschreiben zufolge wollte die „Vulkangruppe“ nur ein Gaskraftwerk, nicht private Haushalte vom Netz nehmen. Es kam bekanntlich ganz anders.

Das Logo der taz: Weißer Schriftzung t a z und weiße Tatze auf rotem Grund.
taz debatte

Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten, linken Meinungsspektrums.

Und es waren nicht nur Wohlhabende betroffen. Arme mussten in Turnhallen schlafen, die Reichen könnten sich sogar eine Suite im Hotel Adlon leisten. Ökonomisch Benachteiligte leiden unter dem S-Bahn-Ausfall infolge des Blackouts, Wohlhabende können weiter mit ihren großen Autos fahren.

Auch frühere Anschläge hatten viele getroffen, die Linksextremisten wohl als „Unschuldige“ sehen würden: Der Brand von Hochspannungsleitungen in der Nähe des Tesla-Werks in Brandenburg im März 2024 ließ ebenso in tausenden Privathaushalten den Strom ausfallen. Unter dem Angriff auf eine Kabelleitung am Berliner S-Bahnhof Ostkreuz im Mai 2011 litten unzählige Menschen ohne Auto.

All das ist derart offensichtlich, dass sich die Frage stellt: Sind Linksextremisten tatsächlich so einfältig – oder sind sie gar nicht für diese Anschläge verantwortlich?

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Redakteur für Wirtschaft und Umwelt
Jahrgang 1974. Er schreibt vor allem zu Ernährungsfragen – etwa über Agrarpolitik, Gentechnik und die Lebensmittelindustrie. Journalistenpreis "Faire Milch" 2024 des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter. 2018, 2017 und 2014 gewann er den Preis "Grüne Reportage" des Verbands Deutscher Agrarjournalisten. 2015 "Bester Zweiter" beim Deutschen Journalistenpreis. 2025 nominiert für den Deutschen Journalistenpreis, 2022 nominiert für den Deutschen Reporter:innen-Preis (Essay "Mein Krieg mit der Waffe"), 2013 für den "Langen Atem". Bevor er zur taz kam, war er Redakteur bei der Nachrichtenagentur Reuters und Volontär bei der Süddeutschen Zeitung.
Mehr zum Thema

209 Kommentare

 / 
  • Im zweiten Bekennerschreiben wird darauf hingewiesen, dass es nicht die Russen waren. Na dann ist ja alles klar, niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten oder die Ukraine zu überfallen und Russland hat und hatte mit all dem nichts zu tun. Und die vielen Drohnen sind alle auch nicht russisch, sondern von Amazon und die merkwürdigen AfD Anfragen zur kritischen Infrastruktur werden auch nicht an Russland weitergeleitet. Auch die Warnung bereits im März 2025 von Bundeswehrgeneral Carsten Breuer bei Maischberger, der vor der Auskundschaftung und Sabotage des Stromnetzes durch russische Akteure gewarnt hat, sollten wir weiterhin vollständig ignorieren. Es sind Linksextreme, wählt alle AfD, denn Putin will es so und Trump sowie Musk übrigens auch!

  • "Den Schaden haben die Linken"

    Ich wundere mich. Den Schaden haben nicht die Linken. Den Schaden hat die Klimabewegung.

    Die Linkspartei wird sicher wegen dieser Aktion nicht sonderlich an Stimmen verlieren. Und die extreme Linke war noch nie sonderlich so stark , dass sie Schaden nehmen könnte.

    Die Klimabewegung dagegen ist nicht links, auch wenn einige Linke die Klimabewegung gerne dort sehen würden. Die Klimabewegung ist und muss parteiübergreifend sein und bleiben. Wenn sie zu einem linken Projekt degradiert wird, hat sie schon verloren. Die Klimabewegung muss sich der Vereinnahmung von links entgegenstellen um politisch schlagkräftig sein zu können.

    • @Rudolf Fissner:

      Träumt da etwa jemand immer noch von den Grünen als Partei der Mitte? Die "Klimabewegung" hat sich nie deutlich von der letzten Generation abgegrenzt, man wird es daher sehr schwer haben, sie noch irgendwo in der Mitte zu verorten. Und in weiten Teilen ist das nun mal ein Projekt, das von linken Revolutionären gekapert wurde und strukturell Anti-Mitte, Anti-status-quo und radikal progressiv ist.

  • Die Argumentation das Russland hinter diesem Terroranschlag, und nicht irgendwelche Spinner mit einem "höheren Ziel", ist einfach nur lächerlich.



    Russland würde doch sofort Propaganda damit machen das sie jederzeit die Infrastruktur in Ländern, welche die Ukraine unterstützen, ungestraft angreifen kann. Russland lebt von der Angst vor Vergeltungsmaßnahmen, funktioniert jetzt schon Jahrelang bei Waffenlieferungen (Taurus). WARUM sollten sie jetzt einen solchen Prestigeerfolg einer Gruppe von Spinnern überlassen ??

  • Ist allerdings die Frage, inwieweit es Leute waren, die man „links“ einordnen kann/sollte. Kann ja jeder, der „Gerechtigkeitsdenker“, Klimaschützer ect. verunglimpfen will, behaupten, dass die Idioten aus der Ecke kommen. Hat ja schon immer so funktioniert.

  • Ich möchte mich an dieser Stelle ausdrücklich bei Herrn Marin bedanken, dass er sich hier der Debatte stellt. Auch und gerade weil ich anderer Meinung bin. This is the way.

  • Wenn schon alle jetzt Kriegsgefühle üben:Es liesse sich jetzt die drohende Krankenhaus Pleitenwelle abwenden,indem die Forderung der Krankehausbewegung, dass eine Klinik Unterstützung aus dem Strukturfonds als Hilfe für den Katastrophenschutz der zivilen Gesundheitsversorgungs-Strukturen geht,statt Millitarisierung durch den Strukturfonds fest zu schreiben! Es drohen viele Kliniken pleite zu gehn, die Förderung aus dem Strukturfonds muss als Katastrophenschutz-Kliniken möglich sein,sodaß auch Junge Menschen sich entscheiden können, für öko-soziale Dienste Zukunfts sichernd Dienste zu leisten, statt Wehrdienst! Nukleare Abrüstungsverträge zu fordern, gehört dazu, ebenso, dass seltene Erde als terrestrisches Nachhaltigkeits Gemeingut unter UN Management den Frieden sichern helfen sollten und so zur Basis einer terrestrischen Leitwährung an Stelle des Petro $ Zukunft sichern, statt im Donbas oder Grönland Krieg und Millitarisierung zu befeuern, was endlosen Weltkrieg bedeutet. OB USA und China sowie Russland dafür ihre imperialen Zwänge loslassen können? Dafür sollte eine UNITED 4 Peace Versammlung+ Res 1325 Implementierung !End fossil warconomy NOW!New Start verlängern! +ICAN NOW

  • Also falls diese Leute, von der sogenannten " Vulkangruppe " sich selber der Linken zuordnen wäre es nur unter Vorlage / Veröffentlichung der Partei-Mietgiederausweise. Ansonsten kann sich ja jeder Hansel als links zugehörig fühlen, Mist bauen und alle ordentlichen, humanistischen Linken, da mit solchen Anschlägen mit in Verruf bringen.



    So geht's ja nun auch nicht !

    • @Alex_der_Wunderer:

      Das ist doch mal eine klare Positionierung gegen linksextremismus und für einen linksliberalen Rechtsstaat. BRAVO !

  • Die Aktion ist idiotisch und kontraproduktiv. Wer 20 A4-Seiten Erklärungen formuliert hätte genug Zeit, sich zu dieser naheliegenden Erkenntnis durchzuringen.

    Ein:e Autor:in hat sich auf der linken Platform als "Vulkangruppe von 2011" in einer Stellungnahme von den Folgeaktionen - inklusie der jüngsten - distanziert und sich "gegen Vereinnahmung und falsche Kontinuität" ausgesprochen. Alles wie immer mit Vorsicht zu genießen.

    Das Missfallen anderer engagierter Personen ist ebenfalls auf besagter Webseite nachzulesen.

    Selbst die BILD-Zeitung ist sich mittlerweile unsicher, ob das nicht doch eine False-Flag-Aktion war.

    • @drum:

      Das kann eine False-Flag-Aktion sein. Es kann auch sein, dass ein deutscher Dienst das mitgemacht hat, bzw. indirekt. Aber der Schaden ist immens und das menschliche Leid sehr groß, ob das diese Leute von 2011 wirklich waren? Ich wünsche mir, dass sie sich auflösen und nichts mehr machen.

      • @Andreas_2020:

        Jede linksextreme Aktion kann auch eine False Flag Aktion sein. Deshalb sollte man diese auch nie unterstützen.🤓

    • @drum:

      Die Bild-Zeitung hat doch heute erst ein 2. Bekennerschreiben der Vulkangruppe veröffentlicht. Da geht niemand von einer False-Flag Aktion aus. Abgesehen von hier in der Taz glaubt das auch sonst niemand.

      • @Walterismus:

        @Walterismus



        Nanu ? Darf man das denn ?



        Sie sollen doch nicht dieses böse " B " - Blatt konsumieren 🥸

      • @Walterismus:

        Lesen Sie den Artikel zu Ende (ich weiß, es ist anstrengend zwischen dem ganzen Geblinke):

        www.bild.de/news/i...6f4d1d5f581eeadf00

        Beachten Sie dabei zusätzlich die Formulierung "Berliner Strom-Terroristen".

        • @drum:

          Das mit dem Lesen rate ich Ihnen. Die Vulkangruppe war jeher eine Gruppe die Strom-Terrorismus veranstaltet hat. Bereits 2021.



          Und wer sowas getan hat ist unzweifelhaft ein Terrorist und da die Tat in Berlin war auch "Berliner".

          Nirgendwo in dem Artikel steht, dass eine False-Flag Aktion vorliegen könnte. Es werden 2. CDU Funktionäre zitiert, aber die sind nicht die Bild und die Kommentare kamen auch bereits vor dem 2. Bekennerschreiben.

          • @Walterismus:

            Ich wollte nicht respektlos klingen, falls das so rüberkam entschuldigen Sie bitte.

            Im Artikel werden die Akteure zitiert. Und deren Auswahl, auch die der zitierten Sprachanalystin lässt doch Rückschlüsse auf die Unsicherheit bezüglich der Deutung innerhalb der Redaktion zu.

            Mit "Berliner Strom-Terroristen" meinte ich, dass auch dort kein Hinweis auf eine politische Gesinnung zu erkennen ist.

            Auf diese Beobachtungen stützt sich meine These.

            Dass die gleichen Personen, die den ersten Text verfasst haben nun einen zweiten verfasst haben, macht für die Bewertung keinen Unterschied. Die Bild-Redaktion hat das scheinbar ähnlich gesehen und die Kommentare auch unter diesem Artikel veröffentlicht.

            Die erste Aktion unter diesem Namen scheint 2011 stattgefunden zu haben. Seitdem haben sich wohl mehrere Akteure auf diesen Namen bezogen.

            • @drum:

              "Im Artikel werden die Akteure zitiert. Und deren Auswahl, auch die der zitierten Sprachanalystin"

              Wenn Sie von dem verlinkten BILD Artikel schreiben: Dort ist nicht die Rede von SprachexpertInnen sondern von einer KI-Expertin. Da hat also eine Zahnärztin die Krebsanalyse gemacht.

    • @drum:

      @drum



      Dankeschön für die Info 👍👍

  • Das neueste Statement ist an Arroganz nicht mehr zu toppen.

    Die wollten also "nur" die zivile Infrastruktur angreifen... aha.

    Einmal zur Einordnung: Selbiges lässt putin jeden Tag in der Ukraine tun und die Rechtfertigung dafür ist genauso weit hergeholt. Nach geltendem HVR sind Angriffe auf zivile Infrastrukturen Kriegsverbrechen. Und weiter darf selbst im Krieg Zivilisten kein unnötiges/ vermeidbares Leid zugefügt werden.

    Dass damit keine Menschen angegriffen werden sollten, ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten. Natürlich hat die Gruppe die Menschen in den betroffenen Gebieten angegriffen und dabei sogar tote in Kauf genommen.

    Spendet die Gruppe jetzt wenigstens für jene, die besonders betroffen sind?

    Ob Russland dahinter steckt oder nicht... die russische Propaganda schlägt Purzelbäume und putin kann seit Tagen vor lachen nicht mehr schlafen. Nützliche I... nennt man so etwas.

  • Auf "Indymedia" ist unter "Gruppenstatements" ein Kommentar mit dem Titel "Kein Mensch braucht Vulkanausbrüche" zu finden. Dieser Kommentar verurteilt entschieden die Tat der Vulkangruppe. Ein bemerkenswertes Statement!

  • Den Schaden haben erst mal die die jetzt in der kalten Bude hocken.



    Und ich der eher links steht verurteile diesen Anschlag auf schärfste



    und ist durch nichts zu rechtfertigen.

    • @Captain Hornblower:

      Ja = Zustimmung

  • "All das ist derart offensichtlich, dass sich die Frage stellt: Sind Linksextremisten tatsächlich so einfältig – oder sind sie gar nicht für diese Anschläge verantwortlich?"

    Die Frage irritiert. Gibt es etwa Linksextremismus, der die. Linke nicht schädigt? "Guten" Linksextremismus? So ganz ohne irgendeinen Ansatz, der aufzeigt, dass es sich nicht um Linksextremismus handelt hat diese Frage m.E. erstmal keine Berechtigung.

    Dafür gibt es auch zufiel Stilschweigen bei Linken dazu und Relativierungen seitens der radikalen Linken.

    Es bracht dringend klare linke Positionierungen gegen diese linksextremen Aktionen ohne Relativierungen. Auch wenn der betroffene Bezirk das reichere Grunewald wäre, wäre da kein Fitzelchen Positives dabei.

    • @Rudolf Fissner:

      Was genau ist eigentlich dieser Linksextremismus?

      • @Piratenpunk:

        Da würde ich Sie auf einschlägige Werke verweisen, die Sie auch für umsonst im Internet en masse finden können.

        Schreiben Sie doch bitte einfach, worauf Sie hinauswollen.



        M.E. wird häufig der Fehler gemacht, dass Linke (wie alle ander Gruppen auch) oft unfähig sind sich von ihren Ausüchsen zu distanzieren UND gleichzeitig auch als eigenes Problem mit zu sehen.

        • @Rudolf Fissner:

          Die Definitionen davon sind allerdings reichlich widersprüchlich, weswegen es ein bisschen ungeschickt ist, auf "Werke en masse" zu verweisen. Rechtsradikale dürften die Linkspartei oder die Grünen schon als linke Extremisten sehen. Behörden reicht schon die Forderung nach der Abschaffung des Kapitalismus und wieder andere sehen die Gewaltbereitschaft im Vordergrund. Was dazu führt, dass ein friedliebener Anarchohippie entweder unter die Definition fällt (wegen Abschaffung des Kapitalismus) oder eben nicht (weil nicht gewaltbereit)

          Worauf ich rauswill: Der Extremismusbegriff ist untauglich, um Phänomene adäquat zu beschreiben und moralisiert zu sehr, statt präzise zu sagen, was Gruppe A, B oder C jetzt genau will.

    • Jost Maurin , Autor des Artikels, Redakteur für Wirtschaft und Umwelt

      @Rudolf Fissner:

      Diese Distanzierungen gibt es schon lange. Die von der Linkspartei habe ich im Kommentar verlinkt. Die von anderen Akteuren finden Sie in anderen taz.de-Artikeln.

      • @Jost Maurin:

        Haben Sie den Link, der dem Wort "Linkspartei" hinterlegt ist, mal angeklickt? 🤪Das sollte mal gefixt werden.

  • Laut "Welt" soll ein zweites Bekennerschreiben vorliegen, das eine russische Einflussnahme strikt verneint; die Vulkan-Gruppe betont, den Anschlag in völliger Eigenständigkeit durchgeführt zu haben. Auch "ZDF heute" schließt einen ausländischen Hintergrund absolut aus.

    Wir wissen damit nicht, welche Information stimmt. Sitzen wir einer Verschwörungstheorie auf oder ist es ein bewusster Versuch der Verschleierung? Ich weiß es nicht!

  • Die Raf hat der Linken auch massivst geschadet und trotzdem kamen sie aus dem linken Lager und bis heute gibt es Sympathien bei Linken. Der Mythos ist nicht totzukriegen, obwohl es am Ende vor allen Dingen eine Gruppe von Mördern war, die auch nicht davor halt gemacht hat neben der „Zielperson“ noch Personenschützer, Fahrer oder wen auch immer mit in den Tot zu reißen. Oder wie in Stockholm irgendwelche zufälligen Beamten. Auch hat man mit Leuten wie Herrhausen, Rohwedder oder Braunmühl vielleicht Leute des Systems, aber jetzt beim besten Willen nicht die Sperrspitze des Turbokapitalismus ausgewählt sondern eigentlich eher vergleichsweise angenehme Leute. Nachvollziehbar ist es auf jeden Fall nicht. Die Bekennerschreiben der Raf waren auch in diesem pseudointellektuellen Kauderwelsch, in dem die Schreiben der Vulkangruppe verfasst sind.

    Natürlich gibt es linke Extremisten. Und natürlich schaden die massivst der Sache und all denen die ernsthaft versuchen linke Politik voranzubringen. Dummheit haben die Rechten nicht gepachtet. Auf der linken Seite gibt sie sich meistens nur gerne intellektuell.

  • Wenn wirklich „Linksextremisten“ hinter dem Anschlag auf die Stromversorgung in Teilen Berlins stecken sollten

    .. tja, wenn.

    Es kostet mich eine halbe Stunde, um ein Bekennerschreiben herauszuhauen. Die Täter:innen sind gerade mit der Enterprise unterwegs, Kopf der Vulkangruppe: Spock.

    Man weiß wirklich nie, wer das ist, diese Vulkanier? Sind vielleicht alle Verfassungsschützer zu sehr damit beschäftigt, "Linksextremisten" zu überwachen, dass sie die Enterprise über dem Reichstag nicht gesehen haben?

    de.wikipedia.org/wiki/Vulkangruppe

    Speziell der Brandanschlag auf die Bahn macht für "Linksextremisten" keinen Sinn.

    Ohne jeden Anhaltspunkt ist es müßig, irgendwen dafür verantwortlich zu machen.

  • Auch wenn sich nicht jeder einzelne extreme Linke von diesen Trotteln distanziert sollte klar sein, dass, solche Aktionen in der extrem linken Szene zumindest heftig kritisiert werden.

    Wer in der rechtsradikalen Szene hat sich auch nur von den NSU Taten glaubwürdig distanziert? Wo ist die parlamentarische Vertretung linker Extremisten? Nicht im Bundestag und überall in Deutschland vor dem Einzug in die Parlamente jedenfalls. Welche linke Partei versucht dauerhaft den Staat zu delegitimieren und hat angekündigt "sie jagen" zu wollen?

    Die eigentliche Gefahr für diesen Staat und seine Bürger kommt nicht von links.

    • @Systemknecht:

      Sehr einseitige Sichtweise. Sicher besteht eine grosse Gefahr von rechter Seite, aber genauso wenig möchte ich von extremen Linken regiert werden.

      • @Die_Mitte_machts:

        Und wie schätzt du so die Wahrscheinlichkeit ein, in absehbarer Zeit von extrem Links regiert zu werden?

    • @Systemknecht:

      Die Gefahr kommt von beiden Seiten. Das sollte man wirklich nicht negieren und lediglich in eine Ecke zeigen. Solche Anschläge wie der der Vulkangruppe zeigen das deutlich.

  • Vielleicht sollte auch die linke Seite den Schaden haben. Ich würde mir eine Klärung hoffen ("Präsident Vans").



    Unabhängig, wer's war: Schere, Strom, Kabel, Licht sind für kleine Kinder nicht!

  • Man muss Maurin beipflichten: "Linke" werden durch jenen Vorfall verlieren; "Rechte" gewinnen, das allerdings keineswegs im Vordergrund stehen sollte, sondern die Tatsache, dass dieser Akt zivilisiertes Verhalten verhöhnt!

    • @Martin Kienzle:

      Das ist genau der Punkt! Zivilisiertes Verhalten kann man weder von Rechten noch von Linken erwarten.

  • Jetzt werden also die Russen aus dem Hut gezaubert? Weil Linke nicht fähig zum Terrorismus sind, bzw. zu gerissen um sich blöd zu verhalten?

    • @FraMa:

      Nein. Linke tun ausschließlich hochintelligentes und gutes. Auch wenn die Mehrheit und alles andere dagegen ist, links hat das "Richtig" gepachtet. Sei es auch nur ein bisschen rumhämmerei.

  • Der Sprache nach sind die Verfasser des Bekennerschreibens TAZ-Leser.

  • Angenommen der Anschlag kommt tatsächlich von linken Extremisten... für mich gibt es andere Gründe weder die Linke, SPD oder Grüne zu wählen. Ein paar verwirrte Extremisten kann ich ja nicht ganzen Parteien zuschieben.

  • Je länger ich darüber nachdenke, um so mehr fällt mir der Widerspruch auf: Leute planen und verüben einen Anschlag, der neben hoher krimineller Energie auch einiges an Intelligenz erfordert, damit keine Hinweise auf konkrete Verdächtige hinterlassen werden.



    Auf der anderen Seite hinterlassen Sie ein Bekennerschreiben, das sie mit nur ein bisschen Intelligenz selbst nicht glauben können. Beides passt für mich nicht zusammen.



    Wer das Bekennerschreiben für plausibel hält, ist eigentlich zu deppert, den Anschlag, wie er leider "gelungen" ist, auf die Reihe zu kriegen. Auf diese Offensichtlichkeit haben schon andere hingewiesen.



    Sollte es eine "echte Vulkangruppe" geben, müssten Linke dafür sorgen, dass sie gefasst und bestraft werden.



    Wie einige Kommentator*innen anzunehmen, es gebe eine nennenswerte Anzahl Linker, die sie als ihresgleichen akzeptieren, halte ich wegen des benannten Widerspruchs für absurd.

    • @Joba:

      Das zweite Bekennerschreiben zeigt, wenn es echt ist (wovon ich mittlerweile ausgehe), dass diese Leute "ein Rad abhaben" und sich und ihr irres Geschwurbel sonstwie nennen sollen, nur nicht links. Die als Ablenkung diskreditierte moralische Empörung gehört zumindest zu meinem Linkssein dazu, während für kaltes ideologisches Gesabbel kein Platz ist. In diesem Falle stimmt das oft nur vorgeschobene "no true scotsman-Argument". Leute, die die Vulkangruppe als links anerkennen, weil sie sich so nennen, sind für mich keine Linken, sondern (auf ihre eigene Weise) ideologisch verbohrte Kriminelle, wie alle, die um der Errichtung eines Paradieses im Namen der in ihrem Besitz befindlichen Wahrheit, über Leichen zu gehen bereit sind. Die Idee einer besseren Welt wird so nur verunglimpft, nicht erreicht. Wer nicht bereit ist, diese Lehre aus der Geschichte zu ziehen, sollte sich nicht mehr links nennen.

  • Bei dem Versuch, das Bekennerschreiben im Original lesen zu können, bin ich zufällig auf der Website eines gewissen Konstantin Kirsch herausgekommen (die "Berliner Zeitung" hat das Bekennerschreiben hinter einer Bezahlschranke veröffentlicht). Dieser Konstantin Kirsch "schätzt" nach eigenen Aussagen "die Anastasia-Literatur", ist also politisch entsprechend einzuordnen.

    Scrollt man nach dem Bekennerschreiben weiter, so ist ein kritischer Kommentar zu lesen, der unter anderem auf einen Link von "berlinstory" verweist. "Berlinstory" sieht an mehreren Stellen des Schreibens Hinweise auf eine mögliche russische Einflussnahme. So wird zum Beispiel der US-Vizepräsident Vance "Vans" geschrieben, was wohl auf der Übersetzung aus dem Kyrillischen beruht. Auch andere "Holprigkeiten" sind "berlinstory" aufgefallen.

    • @Sabine Hofmann-Stadtländer:

      Wenn ich J. D. Vance russisch/kyrillisch schriebe und dann wieder ins Deutsche transkribierte, stünde da... ...Wens.



      Vielleicht tragen die Vulkanier ja gerne Vans?

      • @MeinerHeiner:

        "Vens/Vans" ist die p h o n e t i s c h e Übersetzung der kyrillischen Schreibweise :-)

        • @Sabine Hofmann-Stadtländer:

          Ja. Mich überzeugt aber die Herleitung bei berlinstory nicht wirklich. "[JD Vance] schreibt sich im Russischen 'Ди Вэнс', manchmal aber auch 'Ванс'. Phonetisch ist es fast gleich. Lässt man dieses maschinell übersetzen, kommt Vans dabei raus." Phonetisch ist das nämlich gut unterscheidbar. Anders lägen die Dinge, wenn er in Russischen Publikationen üblicherweise "Ванс" geschrieben werden würde.

  • Um die eine Frage ganz am Ende des Artikels zu beantworten: Ja, linksextreme, radikale und offensichtlich gewaltbereite und gewalttätige "Linke" sind einfältig. Und mehr als das, sie schaden jeder kritischen und ernsthaften Auseinandersetzung mit dem nach wie vor vorherrschenden den Planeten schädigenden Lebens- und Wirtschaftsstil.



    Hinsichtlich der Naivität und Verbohrtheit solcher "linker", genauer liksextremer Kreise sei auf das unreflektierte Nachplappern russischer Propaganda oder die ebenso völlig unkritische und sogar Gewalt-verherrlichende Übernahme der Narrative der Hamas verwiesen, die in diesen ideologisch verbohrten Kreisen immer wieder zu beobachten ist.

  • Eigentlich schade, dass der Volksentscheid "Berlin 2030 klimaneutral" nicht angenommen wurde. Dann nämlich wäre das Frieren für die Weltrettung sogar demokratisch legitimiert. Denn genau das wäre die logische Folge einer Umsetzung des Volksentscheides gewesen. Zum notwenigen Umbau der Infrastruktur in so kurzer Zeit hätten die Lattetrinkenden Befürworter leider nichts beitragen können.

    • @Newjoerg:

      Die Vorläufer der Lattetrinkenden Befürworter des Volksentscheides haben seit den 1980erJahren den Umbau der Infrastruktur auf Erneuerbare gefordert und die theoretischen Grundlagen erarbeitet. Nun rächen sich die Versäumnisse, auch ohne die Vulkangruppe. Soviel Tatsache gehört zum Gesamtbild.

      • @aujau:

        Und wieviel Strom liefern jetzt (Anfang Januar) die erneuerbaren Energien in Deutschland allgemein und in Berlin im speziellen? Solarenenrgie dürfte jetzt gegen Null gehen, Windräder scheint es laut Wikipedia 6 Stück in Berlin zu geben, und zu aktuell genutzter Wasserkraft in Berlin fand ich auch nichts. Vielleicht wird etwas Holz aus dem Grunewald zum Heizen genutzt, aber inzwischen gilt Holz zu verbrennen bei vielen auch als "Böse".

        • @Offebacher:

          Als Ergänzung zu Solar gibt es durchaus Biogasanlagen und andere Produktionen aus Müll. Diese Wege sind ebenfalls seit Längerem in der Diskussion.

  • Ach? Jetzt, wo sich rausstellt, daß der Anschlag aus Dummheit völlig verstümpert worden ist, waren es plötzlich "die Russen"? Den entsprechenden Kommentatoren ist hoffentlich schon klar, daß sie hier Legenden der BILD aus den 1960er/70er Jahren aufwärmen, ach was: schamlos unterbieten. Und zusätzlich taucht in vielen Kommentaren etwas auf, das ansonsten verteufelt wird: Verschwörungsideologien primitivster Art.

    • @Josef 123:

      Mittlerweile gibt es auch ernsthaftere Hinweise, dass Russland was mit dem Anschlag zu tun haben könnte. So gibt es z.B. in dem Bekennerschreiben mehrere Schreibfehler, die darauf hindeuten, dass das Schreiben ursprünglich auf russisch (und entsprechend kyrillischer Schrift) war und dann ins Deutsche übersetzt wurde. Z.B. "Vans" statt "Vance", was der wörtlichen " Übersetzung" aus dem Russischen (Вэнс =Vans) entspricht.



      (Quelle: www.merkur.de/poli...-zr-94110666.html)



      Das sind natürlich noch keine eindeutigen Beweise, aber so ganz klar scheint noch nicht zu sein, wer da in letzter Konsequenz dahintersteckt

      • @~Toni~:

        Mittlerweile gibt es ein 2. Bekennerschreiben der Vulkangruppe und es gibt keine Anzeichen für irgendeine Russische Beteiligung. Abgesehen von der Taz wird darüber auch nicht spekuliert.

        Das sind Verschwörungstheorien.

      • @~Toni~:

        Es gibt nun ein zweites Bekennerschreiben der Gruppe, die Behörden sehen keine Hinweise auf eine BEteiligung Russlands.

      • @~Toni~:

        Ich habe Giffey und Vance mal per Spachsteuerung ins Handy gesprochen... da kommt auch Giffay und Vans raus.

        Vielleicht nur diktiert, statt getippt?

      • @~Toni~:

        Diese Infos kannte ich gestern auch noch nicht:

        1) "Brandanschlag auf Stromnetz in Berlin /



        „Vulkangruppe“ veröffentlicht neues Bekennerschreiben /



        Nach dem Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz war über eine russische Sabotage spekuliert worden. Die „Vulkangruppe“ weist das zurück." usw.



        (taz 7.1.2026, 7:21 Uhr)

        2) "Auch sprachlich finden sich keine Hinweise auf eine Übersetzung. Das Bekennerschreiben nutzt umgangssprachliche Wendungen und gendergerechte Schreibweisen. Typische Fehler automatischer oder russisch-deutscher Übersetzungen - etwa bei Artikeln, Präpositionen oder Satzbau - fehlen vollständig.

        Teilweise finden sich Schreibfehler bei Namen, etwa wird die Berliner Senatorin Franziska Giffey einmal korrekt geschrieben und zwei Mal mit "a" also "Giffay". Einziges Indiz könnte die falsche Schreibweise von US-Vizepräsident J.D. Vance sein, der im Bekennerschreiben "Vans" genannt wird - ein möglicher Transkriptionsfehler aus dem kyrillischen.

        Insgesamt gibt es keine hinreichenden Beweise dafür, dass das Bekennerschreiben auf eine russische False-Flag-Operation hinweist." (zdfheute.de 6.1.25, 17.09)

        Auch daraus kann man natürlich wieder Verschwörungstheorien stricken.

  • Bei bisherigen Anschlägen, zu denen sich die "Vulkan-Gruppe" bekannte, wurde durch Analyse öffentlich zugänglicher Infrastrukturdaten der Anschlagsort jeweils bewusst gewählt, um die geplante Wirkung zu erzielen.



    Auch hier war durch Analyse öffentlich zugängliche Daten das Ausmaß des Schadens recht sicher abzusehen. Insofern verwundern die Entschuldigungen in dem Bekennerschreiben.

    Putin kennt aus seiner langjährigen Geheimdienstkarriere das Spiel der Desinformation nur zu gut. Wäre nicht die erste, aus Russland gesteuerte false-flag Aktion.

  • Selbstverständlich "haben den Schaden Linke"

    Nur ist das eben ein Binsenweisheit. Linke werden auch immer bekämpft, als kämpften sie bereits bewaffnet. Selbst wenn sie es im Moment der Behauptung gar nicht tun.

    Will man zudem nicht "links" sein - zum Beispiel weil man glaubt man sei abgekoppelt von der Geschichte emanzipatorischer, revolutionärer Kämpfe aus sich selbst und seiner angeblich eigenen Wassersuppe heraus besser als Linke -



    kann man natürlich auch zu keiner Kritik an einer Praxis, einer Sabotageaktion kommen, die weder in ihrer Begründung (so die Selbsterklärung authentisch ist) noch im tatsächlichen Angriffsziel eine Aktion von Linken sein kann.

    Falls sich die Verantwortlichen irrigerweise für Linke halten, sollten sie sich mit der Geschichte der militanten Linken auseinandersetzen.

    Fraglos gab es gute Gründe, 1972 das Springer-Verlags-Hochhaus in Hamburg anzugreifen. Sich aber darauf zu verlassen, dass die Konzernverantwortlichen die Angestellten nach erfolgter Vorwarnung evakuieren würden, kann keine Praxis der RAF sein. Stellte die RAF selbst fest.

    Als Kollateralschaden miss-verachtet zu werden, ist keine Grunderfahrung, die Revolutionäre verstärken.

    • @Elise Hampel:

      Auch die Post-68er Gewalt hat den westdeutschen Linken massiv geschadet und war die Rechtfertigung für zig repressive Maßnahmen, inklusive Berufsverbote für 'Linke'. Und Gewalt und ein gewisser Widerstand sind zwei paar Schuhe, ein brennendes Kaufhaus ist eben was anderes, als ein Sitt in. Es gab und gibt genug Bücher und Anleitungen, wie man Widerstand leisten kann, alleine der Film Gandhi oder sein Buch reichen da aus, um es gewaltlos zu machen. Das muss man aber wollen. Die RAF hat das AK47 nicht ohne Grund als Emblem gehabt oder wie Andereas Baader formulierte: Die Knarre spricht. Ja und zwar in die falsche Richtung. Die Vulkan-Gruppe sollte sich jetzt auflösen. Und nie wieder auftauchen.

    • @Elise Hampel:

      Den Schaden haben in erster Linie die betroffenen Menschen. Und zwar nicht die Reichen, die sich im Zweifelsfall ins Homeoffice auf der Finca in Mallorca oder dem Schweizer Chalet begeben. Sondern die, die Kinder haben, noch für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen, alt sind, gebrechlich, pflegebedürftig...



      Wenn es nicht so abgedroschen wäre, würde ich jetzt Liebermann zitieren.



      Extrem ist immer widerwärtig, egal von welcher Seite.

    • @Elise Hampel:

      Dir Täter können keine "echten" Linken sein, weil Linke nichts Böses tun.

      Das hört man jedesmal. Und es wird nie wahrer. Linke sind Menschen, und Menschen sind zu Bösem fähig. Vor allem wenn echte idealistische Überzeugung tief sitzt, für das Gute zu kämpfen. Radikalismus im Geist endet oft aus Ohnmachtserfahrung in radikalen Taten, weil die Mehrheit der Gesellschaft den Radikalismus regelmäßig nicht teilt.

  • Okay, den Schaden haben die Linken, mal die Opfer-Perspektive der tatsächlich Geschädigten zumindest anscheinliche Solidarität mit denselben kurz über Board geworfen. Offenbar Grund genug, in eine jetzt-erst-recht Haltung zu Verfallen und mit kaum plausiblem Geraune und Geschwurbel den Verdacht auf rechte False-Flag-Operationen zu lenken, wie schon beim Fall Charlie Kirk.



    Hält der Autor es tatsächlich für plausibel, dass niemand in der radikaleren klimabewegung zu soetwas fähig ist? Nachdem die letzte Generation lange Zeit nach genau den selben Prinzipien verfahren ist und dafür von großen Teilen der Linken gefeiert wurde? Wie wahrscheinllich ist es, dass alle radikalen Linken konsequent vom Prinzip "der Zweck heiligt die Mittel" Abstand halten oder in der Lage sind, Verzweiflung in rationale Handlungen zu übersetzen? Diese Argumentation und das Geraune und Geschwurbel, das sie hier in den Kommentarspalten auslöst, ist dem "Links sein" auch nicht würdig und mitunter der eigentliche Schaden, den die Linken in guter alter Tradition in erster Linie sich selbst zufügt, in diesem Fall durch unklare Abgrenzung und populistischen Opportunismus.

  • Besonders die eisige Kälte dürfte niemandem vom Kampf gegen die Erderwärmung überzeugen

  • "sind sie gar nicht für diese Anschläge verantwortlich?"

    Das ist die entscheidende Frage.

    Bislang hieß es immer, unsere kritische Infrastruktur sei vor allem durch Russland gefährdet. Es gab da ja auch schon einige Vorfälle in ganz Europa...

    Russische "Wegwerfagenten" haben auch schon im letzten Wahlkampf mit Sabotageterror versucht, den Hass der Bevölkerung auf die Grünen zu lenken.

    Dass Russland vor allem rechte Gruppierungen in ganz Europa, darunter auch die AFD fördert und finanziert, damit sich Europa am Ende selber zerlegt, ist auch bekannt.

    Wer also könnte nun in dieser Situation wirklich ein Interesse daran haben, kritische Infrastruktur anzugreifen und damit Linke in Misskredit zu bringen, die politische Stimmung aufzuwiegeln und Rechten damit Aufwind zu verschaffen?

  • Da ist Sie die Klima RAF, die Tazido Müller 2021 heraufbeschworen hat. Und nun beginnen wider die Relativierungen, dass die Politikja dafür verantwortlich sei.

    Den Schaden haben die Linken nur dann, wenn diese die Relativierungen mit machen und sich nicht gegen die Relativierer deutlich aussprechen.

    Solidarität hat schon bei der Letzten Generation dazu geführt, dass nur noch über die Zulässigkeit von Nötigungen debattiert wurde und die Zustimmung für die Klimabewegung gegen null schrumpfte

    www.spiegel.de/pol...-ab23-45dfb0d2db89

    • Jost Maurin , Autor des Artikels, Redakteur für Wirtschaft und Umwelt

      @Rudolf Fissner:

      Woher wissen Sie, dass es wirklich und sicher Linksextremisten waren? Es wäre nicht das erstemal, dass Linke ungerechtfertigterweise verdächtigt werden, Beispiel: taz.de/Fake-News-u...te-Autos/!6067635/

      • @Jost Maurin:

        Zwei Bekennerschreiben mittlerweile aber in der eigenen politischen Ecke sucht man natürlich immer nach ausreden.

      • @Jost Maurin:

        Gegenfrage: Ist das linksextreme Portal Indimedia ein Portal, wo rechtsextreme Gruppen ihre Bekennerschreiben posten können?

        Müller hatte 2021 als Mitbegründer von Ende Gelände genügend Insiderwissen um ein Gespür für solche Entwicklungen zu haben. Das war zudem noch zu einem Zeitpunkt der Hochphase der liberalen friedfertigen FFF Klimabewegung. Seitdem ist die Bewegung stark zusammengefallen. Das es eine linksextreme Gruppe war, passt n die Zeit

        Wer die Täter letzten Endes waren, können wie immer nur die Ermittlungen herausfinden. Aber hier sind sie gegangen wie eine Ente und haben gequackt wie eine Ente. Und die dann "echte" Vulkangruppe hat bisher nicht dementiert.

        • Jost Maurin , Autor des Artikels, Redakteur für Wirtschaft und Umwelt

          @Rudolf Fissner:

          Sprich: Sie haben keine Belege.

          • @Jost Maurin:

            Eindeutigere Belege als Bekennerschreiben mit Täterwissen werden Sie ausserhalb einer Festnahme nicht bekommen.

      • @Jost Maurin:

        Ungerechtfertigterweise verdächtig? Das meinen Sie ja wohl nicht ernst? Ich kenne keine einzige Person - vom Autor des Kommentars und manchen Leuten hier im Forum abgesehen, die ernsthaft anzweifeln, dass radikale Linke sich veranlasst fühlen können, zu solchen Mitteln zu greifen. Zusammen mit einem authentischen Bekennerschreiben mag der Verdacht auf Linksterrorismus vielleicht für wenige nicht zu 100% plausibel sein, und sich im Nachhinein möglicherweise als falsch herausstellen, aber ungerechtfertigt?! Weil schonmal jemand mit False-Flag-Operationen Linke in Verruf zu bringen versucht hat? Sorry aber es gibt nachweislich tausende von Klimaapokalyptikern in die Verzweiflung getriebene Jugendliche und radikale Erwachsene, für die es von Flughafen- und Autobahnblockaden hin zum Kabelbrand wirklich nur ein sehr kleiner Schritt ist.

        • @Moralapostbote:

          Es ist nicht von Radikalen die Rede sondern von Extremisten.



          "... ernsthaft anzweifeln, dass radikale Linke sich veranlasst fühlen können, zu solchen Mitteln zu greifen. a

          Bei Radikalen bin ich zumeist bei Ihnen.



          Aber von Extremisten anzunehmen, dass diese nicht zu extremen(!) Aktionen neigen, halte ich doch für reichlich naiv. Zudem die Aktion noch nicht einmal das Ende der extremen Fahnenstange war, weil Menschen nicht das Ziel der Aktion war.

  • „Sind Linksextremisten tatsächlich so einfältig – oder sind sie gar nicht für diese Anschläge verantwortlich?“



    Die Blutspur, die Linksextremisten für die „gerechte Sache“ durch die Geschichte gezogen haben, von Robespierre über Lenin, Stalin, Mao, Pol Pot und die RAF, geben gewisse Hinweise. „Le terreur“ war da schon immer ein beliebtes Mittel, das hat mit Einfalt nichts zu tun.

    • Jost Maurin , Autor des Artikels, Redakteur für Wirtschaft und Umwelt

      @Tazilo:

      Diese Sachbeschädigungen gleichzusetzen mit der "Blutspur" von Stalin, RAF etc. ist völlig unangemessen.

      • @Jost Maurin:

        Wehret den Anfängen!

        Es ist nicht nur "Sachbeschädigung", wenn 45.000 Menschen über Tage ohne Strom und damit ohne Heizung und warm Wasser im frostigen Winter sind. Alte Menschen, Kinder, Babys.

      • @Jost Maurin:

        Sich hier herauszuwinden mit der Bezeichnung "Sachbeschädigungen" -dieser Begriff ist hier eine unverständige Abstraktion. - Die RAF begann mit "Gewalt gegen Sachen", und alle, die gerne kaputt machen wollten und sich nicht trauten, waren begeistert: das klang doch unschuldig und legitim und angesichts der Diktatur der Waren auch richtig revolutionär. Wir wissen, was dann kam: ein Politiker = ein Mensch wurde entführt. Dann wurden Politiker und Industrieführer und ein hoher Justizbeamter und ein Bankier= Menschen entführt und ermordet. Da waren fine young criminals am Werk. Wir wissen, was sie uns gebracht haben.

      • @Jost Maurin:

        Kann mann ja mal den zehntausenden Opfern in Berlin sagen: "Hey, regt euch mal nicht so auf, ist doch nur eine Sachbeschädigung."



        Und es ist lediglich glücklichen Umständen zu verdanken, dass es (bisher) noch keine Toten gegeben hat.



        Ja, dieser Anschlag wird den Linken schaden. Weil viele davon nicht in der Lage sind, diesen Anschlag ohne Relativierungen zu benennen und zu verurteilen.

      • @Jost Maurin:

        In ihrem Artikel - mit Verlaub - so zu tun, als wären "echte" Linke dazu grundsätzlich nicht in der Lage, ist ebenso völlig unangemessen, worauf Tazilo zurecht hinweist.

  • taz: ***Den Schaden haben die Linken***

    Das war wohl auch die Absicht dahinter, denn so doof können Linke (das Wort "Linksextremisten" lasse ich jetzt mal weg, denn das ist im Grunde ein Begriff von den Rechtskonservativen und den ganz Rechten, um sämtliche Linken zu diskreditieren) doch wohl nicht sein, dass sie nicht wissen, dass so etwas "nach hinten losgeht". Es kommt einem eher so vor, wie der Bauschaum im Auto-Auspuff, was eine 'mutmaßlich' von Russland gesteuerte Desinformationskampagne war. Was zunächst wie eine Sachbeschädigung aussah, soll in Wirklichkeit ein plumper Versuch gewesen sein, den Ausgang der Bundestagswahl zu beeinflussen.

    *Die Täter brachten an den Autos jeweils Aufkleber mit einem Bild des damaligen Bundeswirtschaftsministers Robert Habeck (Grüne) und der Aufschrift "SEI GRÜNER!"* [SWR - 23.11.2025]

    Die taz stellt die richtige Frage: "Sind Linksextremisten tatsächlich so einfältig – oder sind sie gar nicht für diese Anschläge verantwortlich?"

    • @Ricky-13:

      Nur zum Verständnis:



      Ist dann der Begriff "Rechtsextremisten" auch nur ein Begriff, um sämtliche Rechte zu diskreditieren und sollte weggelassen werden?

  • Dem Bekennerschreiben zufolge wollte die „Vulkangruppe“ nur ein Gaskraftwerk vom Netz nehmen. Auf die Idee, dass dieses Gaskraftwerk auch irgendjemanden versorgt, auf die ist man nicht gekommen? Sorry, aber das passt leider genau ins Bild von Meinungsstarken aber ahnungslosen Fanatikern. Mal abgesehen davon, dass Klimaschutz schon lange kein linkes Alleinstellungsmerkmal mehr ist - falls es das jemals war - , doof sein ist nicht das Vorrecht einer bestimmen politischen Orientierung.

    • @Nachtsonne:

      Es Würde politisch passen

  • Und ich dachte, den Schaden haben die Bewohner und anderen Betroffenen. Wie dumm von mir.

    • Jost Maurin , Autor des Artikels, Redakteur für Wirtschaft und Umwelt

      @Fürstenwalder:

      Dass die Einwohner geschädigt werden, steht ja nun wirklich ausführlich im Kommentar. Und dass es in der Überschrift ausschließlich um die politischen Lager geht, geht spätestens aus dem Untertitel hervor.

    • @Fürstenwalder:

      Echt. Also bitte. Wie können sie an sowas abgefahrenes denken?

  • Warum Linksextremisten? Was ist daran links? In anderen Kommentaren wird diese Gruppe als Anarchisten bezeichnet. Sie wollen keine Ordnung. Linke wollen eine Ordnung, eine sozialistische. Sind die Anschläge der russischen Armee auf die Infrastruktur in der Ukraine jetzt auch linksextremistisch?

  • Mir (bekennende anarchistische Kommunist:in) fehlen in der ganzen Berichterstattung und öffentlichen Kommunikation die Nuancen.



    Ist das voller wilder Formulierungen strotzende Bekennerschreiben aus Russland? Sehr wahrscheinlich.



    Kann man in Zeiten von ChatGPT und co. noch darauf vertrauen, dass Bekennerschreiben authentisch sind? Wahrscheinlich nicht.



    Gibt es im anarchistischen Spektrum Leute, die solche Aktionen ausführen würden? Absolut. Nur sind die - und da ist der Knackpunkt - innerhalb des deutschsprachigen Anarchismus weitgehend isoliert. Egal ob die jetzt primitivistisch oder insurrektionalistisch sind, die Mehrheit wird die Aktion ablehnen - mich eingeschlossen.



    Und genau der letzte Teil müsste, wenn man sich ehrlich macht und die Leute mal fragt (man könnte bspw. mal bei der FAU, der plattform oder der FdA nachfragen), auch in Artikel zu dem Thema rein. Sobald Nazis scheisse bauen, hält man ja auch AfDlern Mikros unter die Nase.

    • @Piratenpunk:

      Woher wissen Sie, dass dafür Kandidaten innerhalb des deutschsprachigen Anarchismus weitgehend isoliert sind. Dafür müsste man diese namentlich kennen. Das wiederum legt nahe, dass diese Kanddaten gedeckt werden.

      • @Rudolf Fissner:

        An solchen Aussagen merkt man, dass Sie, mit Verlaub, wenig über anarchistische Organisationen wissen.



        1) größere Gruppen wie die FdA, FAU, Plattform oder PS werden diese Aktion ablehnen (die letzten 3 schon deshalb, weil sie sich nem effektiven Klassenkampf verschrieben haben und daher eher weniger unternehmen dürften, um selbigen zu schaden)



        2) Insurrektionalistische Anarchist:innen sind aktuell eher konspirativ unterwegs. Bedeutet: wenige Mitglieder, die die genaue Zusammensetzung der Gruppe kennen. Selbst *wenn* Einzelpersonen in anderen Gruppen organisiert sind, können die gar nicht "gedeckt" werden



        3) kommt der Schluss der Isolation auch daher, dass genannte primitivistische oder insurrektionalistische Anarchist:innen eine sehr, sehr, sehr kleine Minderheit im deutschsprachigen Anarchismus darstellen

  • Warum auch die taz zunehmend die Links/Rechts-Diskussionen betreibt ist mir ein Rätsel, wo doch die Thematik unabhängig zu den Darstellungen des "Bekennerschreibens" zu diesem Anschlag weniger der Umweltschutz als vielmehr die infrastruktur ist. Ob aktuell dazu mehr die AfD im Thema steckt wegen der putingetreuen Anfragen in der Verwaltung oder ob es die Linke sein mag - egal.



    Wesentlicher sind die aus dem Zusammenhang des Ausfalls von Infrastruktur die daraus notwendigen Massnahmen und nötigen nachhaltigen Konzepte, die es zu gehen gilt. Weiterhin zentrale Infrastrukturen oder dezentrale Strukturen mit mehr Beteiligung der Bürger uind damit einem größeren demokratischen Unterbau. Dieses Thema sollte in den Medien mehr Raum finden, statt der Suche nach der politischen Zuordnung der ausführenden Gruppe. Denn es wird auch in Zukunft egal sein wer einen Infrastrukturanschlag ausführt, ob rechts oder links. Wenn die Versorgung unterbrochen ist, wird uns als Bürgergemeinschaft Schaden zugefügt. Daher nicht ablenken lassen, um die eigentliche Machtfrage in der Öffentlichkeit in der Breite zu diskutieren und so eine Verbesserung für die Zukunft zu erreichen.

  • Klar ist, dass der Vorfall besser nicht parteipolitisch instrumentalisiert oder ausgeschlachtet werden sollte. Wozu soll das gut sein?



    Wer einen so großen Schaden anrichtet und das Wohl von so vielen Menschen gefährdet, der ist in erster Linie eins: kriminell.



    Und außerdem ist er möglicherweise sehr dumm, weil durch eine solche Tat vor allem auch Menschenleben gefährdet wurden. Es gibt Menschen die brauchen Beatmungsgeräte und andere Hilfsmittel bis hin zum Fahrstuhl und vor allem im Winter Heizungen, alles bekannt und schon besprochen.



    Wichtiger sind die Fragen: Wie konnte das so große Kreise ziehen und wie lässt sich so etwas zukünftig verhindern, abmildern.



    100 Prozent Sicherheit wird es nie geben, aber man könnte mal 100% zusammenhalten und nicht noch versuchen, irgendwie Profit aus dem Desaster zu ziehen.

    • @Achsachbloß:

      Es war kein nur krimineller Anschlag.

      Es war vor allem auch ein politischer Anschlag. Und die Sprache des Bekennerschreibens war deutlich und schlüssig links.

      Deshalb muss man sch selbstverständlich ach politisch darauf beziehen. Insbesondere von Links. Schweigen ist da keine Alternative für Linke. Selbst dann nicht wenn sich herausstellt, dass Agent Provokateurs dahinterstecken. Wer jetzt relativiert und ausweicht (um echte gute Linksextremisten zu schützen?) schadet der linken Idee.

      • @Rudolf Fissner:

        Ich stimme Ihnen zu und habe auch nichts anderes gesagt, danke für Ihre Bestätigung.

  • Eigentlich hätte man gleich aufhören können, diesen Kommentar zu lesen, als die Stelle mit den *zerstörungswütigen Heißspornen" kam. Das ist ja wohl eine bodenlose Verharmlosung von Schwerkriminellen, egal ob sie von linkem oder rechtem Gedankengut getrieben werden...beides höchst schwachsinnig. Und dann musste natürlich noch der Hinweis auf die Unterschiede zwischen den Wohlhabenden und den ganz Armen kommen, denn nur die Wohlhabenden fahren ja (große) Autos. Mannomann...es ist zwar "nur" ein Kommentar, aber liest denn niemand in der TAZ Redaktion diesen gegen und gibt dem Verfasser eine Rückmeldung, dass er sich mit einigen Sätzen doch eher selbst blamiert?

    • @Die_Mitte_machts:

      Jap. Danke.

  • Klimaschutz ist nicht in erster Linie Anliegen von Linken, sondern von Grünen und wissenschaftlich oder speziell nur ökologisch mehr oder weniger interessierten MitbürgerInnen. Die Grünen sind eine liberal-ökologische Partei und werden oft links eingeordnet - ja vielleicht trifft das auf Grüne Jugend noch zu. Nachdem es übergriffigen Aktionismus der "Letzten Generation" gab, ist eine Radikalisierung einzelner Leute der Klimaaktivisten nicht ausgeschlossen. Klimaextremismus ist nicht Linksextremismus, entspringt womöglich politisch einem eher mittigen Milieu.

    Den Schaden aus dem Berliner Attentat haben nicht die Linken, sondern alle BürgerInnen: Es wäre besser, der Klimaaktivismus nähme zivilere Formen an, der hilft, Klimaschutzmaßnahmen in der Breite der Bevölkerung akzeptabler zu gestalten und verständlich überzeugend zu begründen. Unterbleibt das, so unterbleibt infolge dessen auch wirksamerer Klimaschutz. Den Schaden haben dann alle ErdenbürgerInnen: Einen immer schwieriger bewohnbaren Planeten. Immerhin wandert dann Elon Musk aus auf den Mars und wird da feststellen, dass das ein unwirtlicher Planet ist und nicht wirklich die Zukunft der Menschheit. Der Erde hilfts nicht mehr.

  • Hat jedenfalls gezeigt, wie katastrophal der Bevœlkerungsschutz ist

  • Vielleicht ist das die Gelegenheit, dass man sich auch in Berlin (als einem der letzten "Retrotope" Schlands) innerhalb der Linken endlich von voluntaristischen Möchtegern-Freischärlern und "Direkte Aktion/Propaganda der Tat"-Möchtegernmärtyrern frei macht. Stadtguerilla und Fantasien autonome Massenmilitanz nimmt eh niemand mehr ernst.

  • Wirklich durchdachte Politik von Links sieht sicher anders aus. Die zynische Kalkulation der Wirkung bringt mich da auch eher auf Leute wie Putin.

  • "Den Schaden haben die Linken"



    Nein, den Schaden haben die Menschen, die keinen Strom hatten.

    • @Klaus Franz:

      Genau so ist es. Mit dieser Links Rechts Diskussion kann man herrlich davon ablenken.

      • @HinzUndKunz:

        Ja.

  • Links, rechts... Das sind doch alles bürgerliche Kategorien, oder? Man muss hier nicht spalten oder um die eine Seite zu schützen nach Russland schielen.

    Das sind einfach ganz große Idioten, die sowas machen.

  • Das Problem sind doch gar nicht wirklich diese Leute unter den Linken, die auf Gewalt und Terror setzen. Das ist natürlich eine Minderheit, die grundlegenden Werten, die man eigentlich als links verortet, zuwiderhandelt.



    Das wirkliche Problem ist, dass es aus linken Kreisen zu wenig klare, distanzierende Worte zu den Aktionen von Hammerbande, Vulkangruppe, Ex RAFlern, Angriff aufs heute Show Team, etc. gibt. Kein noch so vorgeblich heheres Moitiv, kein Whataboutismus, kein "Aber, aber" rechtfertigt solchen Mist und natürlich haben "die Linken" dann auch den Schaden, wenn man dagegen keine klare Kante zeigt. Das ist hausgemacht und BILD und Kosorten müssen aufgrund dieses Mangels an -ja genau!- Haltung die Ernte nur noch einfahren.



    Es ist noch nichtmal zu 100% klar, ob das in Berlin nun Linksextremisten waren. Das Schlimme ist, dass es viele nicht wundern würde. Mich auch nicht.

    • @Deep South:

      Danke. Ja.

  • Putzig, dass den Attentätern unterstellt wird, sie wollten andere von einem Inhalt überzeugen und Ihnen nahegelegt wird, das nicht weiterhin zu tun, weil es nur den Rechten nützt . Letzeres ist Absicht, denn man setzt ja auf das bewährte revolutionäre Element, das dann entstehen soll, und ersteres ist natürlich gar nicht beabsichtigt.



    Und das gilt sowohl für den Fall, dass es autochtone "Klimaaktivisten" waren als auch für den Fall, dass es eine russische Spezial-Operation unter falscher Flagge war.

    • @Ignaz Wrobel:

      Das revolutionäre Element bei Verfestigung der rechten Hegemonie bzw. Mehrheit in Deutschland? Das wird nix. Sollte auch bekannt sein, daher ist das Vorgehen der Gruppe Vulkan als zumindest unintelligent zu bezeichnen.

  • Wird sich denn die Terroristen- und Heißsporn Zuordnung signifikant ändern, je nachdem wer hinter dem Anschlag steckt? Und wenn es denn nun Heißsporne waren, können es ja kaum linke gewesen sein, denn Linke sind, wie der Kommentar feststellt, zu Einfältigkeit kaum in der Lage. Selbst wenn sie es doch sein sollten - kein Grund zur Panik, es gab schon ganz andere (linke?) Heißsporne, die dem Ansehen der Linken auf Dauer gesehen wenig geschadet haben.

  • Nein, den Schaden hat die Gesellschaft.



    Es bringt doch überhaupt nichts, die Mitte (und noch die Mehrheit) zwischen links und rechts aufzutreiben bzw. dem Vorschein zu leisten.

  • Wenn das eine False-Flag-Aktion wäre, hätte sich die damit diskredierte "echte" Vulkangruppe längst gemeldet und klargestellt, dass sie das nicht waren.

    • @Thomas Weininger:

      Das setzt voraus, dass eine "echte" Vulkangruppe existiert. Mag sein, dass den Fahndungsbehörden Verdachtspersonen bekannt sind und unter Beobachtung stehen. Solange



      niemand namentlich einer Mitgliedschaft bezichtigt wurde und sich dazu bekannt hat, bleibt alles sehr nebulös. Bekennerschreiben allein reichen bei den heutigen technischen Möglichkeiten, nicht mehr aus, zu beweisen, dass diejenigen, die dahinterstecken wirklich so existieren, wie darin behauptet wird.



      Auch bei der RAF waren die Bekennerschreiben hanebüchen; deren tatsächliche Existenz wurde jedoch nicht durch diese oder die Primärtaten bewiesen, sondern durch "Freipressungsversuche" nach Verhaftungen.

  • "Sind Linksextremisten tatsächlich so einfältig – oder sind sie gar nicht für diese Anschläge verantwortlich?"

    Beides halte ich für möglich. Erinnert sei an die Serie von Bauschaum-Attacken auf Verbrenner-Autos, die sich als gezielte Aktion des russischen Geheimdienstes entpuppte.

    Wenn man allerdings das Bekennerschreiben liest, so wäre das schon ein sehr gekonnt gemachtes Fake. Es liest sich wie ein Aufschrei der Verzweiflung und auch - trotz gegenteiliger Behauptungen der Gruppe - Ausdruck von Hilflosigkeit angesichts der fortschreitenden Klimakatastrophe. Und sie sind sich bewusst, dass dieser Aufschrei von den meisten nicht gehört wird:

    "Wir wissen, diese Worte erreichen viele Menschen nicht – sie sind so weit abgerückt von der Idee einer Welt und eines Zusammenlebens, das nicht auf Zerstörung beruht, dass diese Worte sie genauso wenig erreichen wie das Elend der Welt, das täglich über die Bildschirme hochaufgelöst transportiert wird. Wir können kilometerlang Fakten aufzählen und werden kein Gehör finden. "

    Ihrem Anliegen haben sie mit der - wohl in dieser Form nicht beabsichtigten - Aktion einen Bärendienst erwiesen.

  • Was spricht denn aktuell dagegen, dass diese linksextreme Gruppe dafür NICHT verantwortlich sein sollte? Doch eigentlich nur, dass sich linke Journalist:innen nicht vorstellen können, dass es auch verblendete Iditiot:innen von Links geben kann, oder? Warum soll es wahrscheinlicher sein, dass irgendwelche Rechten das getan haben (oder gar ausländische Agent:innen)? Wenn dem so sein sollte, würde sich eine linksextremistische Gruppe dann nicht zumindest in linken Kreisen von einer solchen Vereinnahmung distanzieren? Konkret: wenn Rechte im Namen des Zentrums für politische Schönheit eine Aktion durchführen, die sich negativ auswirkt, würden die Aktivist:innen doch safe etwas dazu sagen.

    Viel wahrscheinlicher ist doch, dass da einfach ein paar Deppen nicht mit den Konsequenzen gerechnet haben, die ihre Tat nach sich gezogen hatte. Da ist was schief gelaufen - was die ggf. selbst nicht wollten (geschenkt), aber nun eben trotzdem massiv negative Effekte hat. Vielleicht hat man sich auch einfach überschätzt oder ist wirklich so hart verblendet. Am Ende ist es egal, denn der Schaden ist angerichtet. Danke für nichts.

    • @White_Chocobo:

      Doch die Deppen haben mit diesen Konsequenzen gerechnet und sogar mehr erhofft.

  • "All das ist derart offensichtlich, dass sich die Frage stellt: Sind Linksextremisten tatsächlich so einfältig – oder sind sie gar nicht für diese Anschläge verantwortlich?"

    Eine berechtigte Frage, die sich leider erst beantworten lässt, wenn die Täter geschnappt sind. Wird das eigentlich ernsthaft versucht oder ist man so "eifrig", wie damals beim NSU?

  • Wer eine Solaranlage mit Speicher und Inselnetzfähigkeit hat, bekommt jetzt jedenfalls ein wenig Strom erzeugt, der hoffentlich für den Betrieb der Heizung ausreicht. Natürlich nur, wenn vorher Schnee geräumt werden kann, z.B. aus einem Dachfenster.

  • Ja, ich habe auch schon an eine russische False Flag Aktion gedacht wie mit dem Bauschaum im Autoauspuff vor den letzten Wahlen, was ja nachgewiesen eine war.



    Die Aktion bei Tesla konnte ich noch als linke Aktion verstehen, aber das jetzt ist irgendwie wild. Ich kann es mir irgendwie nicht vorstellen, dass jemand aus der anarchistischen Linken so eine schlechte Zielgruppenanalyse macht. Aber andererseits gibt es diese Vulkangruppe seit 2011, hätte da Russland sich da schon so in deutsche Politik eingemischt?

    • @jackie_zat:

      Die erste Frage sollte sein: „Cui Bono?“ Da kommt man doch recht schnell auf Putin, zumal seine Spießgesellen von der AfD ja in der jüngeren Vergangenheit durch Parlamentarische Anfragen zur Kritischen Infrastruktur auffällig geworden sind.

  • Schon mal was von "false flag operation" gehört?



    Ist es wirklich nötig, dass auch die taz die Propaganda des Innenministeriums wiederkäut?

    • @Tiene Wiecherts:

      Mittlerweile spricht auch die taz von drei möglichen Szenarien. Alle, die sich einseitig auf die Propaganda des Innenministeriums gestgelegt haben, sollten dann hier nochmal Stellung nehmen und Beweise auf den Tisch legen.

    • @Tiene Wiecherts:

      Diese Vorwürfe einfach totzuschweigen hilft aber auch nicht. Das ist ja das Problem mit falseflag Angriffen. Solange man keine handfesten Beweise hat, dass der Angriff von Russland oder von Rechts kam, muss man auf der linken Seite mit dem Vorwurf irgendwie umgehen.



      Anderenfalls wird einem zurecht vorgeworfen, mit zweierlei Maß zu messen.

    • @Tiene Wiecherts:

      Würden Sie so auch argumentieren, wenn es sich um eine vermeidlich Rechte Gruppe handelt? Ich glaube nicht.



      Die Taz kann das nicht ignorieren, will Sie sich nicht ins Aus schießen, zumal es auch keine Anzeichen gibt das Innenministerium hier infrage zu stellen. Die werden wohl mehr Infos als Sie haben.

    • @Tiene Wiecherts:

      Ahh. Woher nehmen Sie diese Behauptung denn?

  • Ich kann mir nicht vorstellen, dass es die sogenannte "Vulkan-Gruppe" überhaupt gibt. Eine gehirnverwirrte Truppe, die so geschickt ist, dass die Mitglieder komplett anonym bleiben und niemand sie kennt? Glaube ich nicht. Ich vermute die Urheber dieses und anderer Anschläge geografisch viel weiter ostwärts. Moskau oder so.

    • @Radelnde:

      Sehen Sie, ich glaube nicht an die russische Verschwörung.

      In dem Bekennerschreiben steckt dazu zuviel Entschuldigung.

      Zudem ist die Gruppe ja nun alles andere als gehirnverwirrt.

      • @rero:

        wie wirkt diese Gruppe denn auf Sie? Komplett verwirrt, nicht nur gehirnverwirrt? Sinnenverwirrt? Mitgefühl-verwirrt?

        • @ja wirklich?:

          Auf mich wirkt diese Gruppe leider überhaupt nicht verwirrt.

  • Ob die "viel größere Gefahr" nun heutzutage wirklich von rechts oder von links droht frage ich mich zunehmend. Ich nehme viel mehr wahr, dass beide sich nichts nehmen und gegenseitig stark machen.

    • Jost Maurin , Autor des Artikels, Redakteur für Wirtschaft und Umwelt

      @Passionsblumenstrauß:

      Das Bundeskriminalamt hat 2024 rund 1500 Gewaltstraftaten von Rechts und „nur“ 760 von Links erfasst. Die AfD könnte es demnächst in Landesregierungen schaffen. Und sie will die die liberale Demokratie unterminieren, die meisten linken Parteien dagegen nicht.

      • @Jost Maurin:

        Der Einwand greift zu kurz.

        Es sind auf der einen Seite 1500 und auf der anderen Seite 750 politisch motivierte Gewalttaten zuviel.

        Die Differenz erklärt rein gar nichts und sie entschuldigt auch nichts.

        Was die AfD, die Linke, die MLPD oder von mir aus auch das BSW "will" ist in diesem Kontext auch nicht entscheidend, da bis zum jetzigen Zeitpunkt alle Parteien demokatisch legitimiert sind.

        • Jost Maurin , Autor des Artikels, Redakteur für Wirtschaft und Umwelt

          @Sam Spade:

          Dass eine Partei demokratisch legitimiert ist, macht sie nicht weniger gefährlich. Nirgendwo könnte in absehbarer Zeit z.B. die MLPD eine absolute Mehrheit bekommen. Bei der AfD ist das anders (s. Sachsen-Anhalt). Davor muss man viel mehr Angst haben als vor der MLPD.

          • @Jost Maurin:

            Kompliment das sie sich die Zeit nehmen um auf die Kommentare einzugehen.

            Zu ihrer Bemerkung hinsichtlich einer Gefahr für die Demokratie, sehe ich das nicht ganz so arg.

            Missbrauchen Mandatsträger ihr Mandat oder verstößt eine Partei offensichtlich gegen die demokratische Ordnung, dann wird das Mandat entzogen bzw die Partei verboten. Da nutzt dann auch eine parlamentarische Mehrheit nichts mehr, schon gar nicht in einem Bundesland aufgrund der Kompetenzbefugnisse des Bundes wie u.a. der Rechtsaufsicht.

            Angst vor einer AfD Regierung braucht niemand haben, aber Wachsam sollte man schon sein.

      • @Jost Maurin:

        Sehr geehrter Herr Maurin, ich spreche von meiner Wahrnehmung. Die Dokumentation von Gewaltstraftaten hat wenig Aussagekraft ohne genauer zu erfahren, wer da was getan haben soll und was vielleicht auch nicht dokumentiert wurde. Ob bspw. antisemitische/-israelische und Aktionen pro Palästina/Hamas hier korrekt "landen" bezweifel ich. Und ja, es tut weh, dass "Links" erhebliche Mitschuld am Erstarken von "Rechts" trägt, aber Ehrlichkeit tut uns allen sehr not wenn wir es wirklich ernst meinen.

      • @Jost Maurin:

        Und nun? Was hilft Whataboutism? Schönreden von linker Gewalt? Das kann ja wohl auch kein Mittel der Wahl sein, um die AfD kleinzuhalten.

    • @Passionsblumenstrauß:

      Inwiefern sind Sie besser wenn sie Linke dafür in Sippenhaft nehmen, wenn eine Gruppe über die nichts bekannt ist einen Anschlag macht?

      • @Klobrille:

        So lange Linke es nicht schaffen, sich zu distanzieren, ist die "Sippenhaft" angebracht.

        Machen wir bei Rechten auch.

        Berechtigterweise.

      • @Klobrille:

        Es liegt ein Bekennerschreiben vor das die Behörden für authentisch halten. Die Gruppe agiert bereits seit 2011.

      • @Klobrille:

        Wieso ist von der Gruppe nichts bekannt? Das sehe ich anders

  • Klare Aussage,, diese sinnlose Tat diskriminiert eine linke Klimapolitik.



    Wer hier unterstützt, sympathisiert schadet der Sache.

    • @Fairness85:

      Jap.

    • @Fairness85:

      @Fairness85



      👍👍

  • " Sind Linksextremisten tatsächlich so einfältig"

    Warum denn nicht? Warum sollten ausgerechnet Linke oder Linksradikale nicht dämlich sein können. Aussagen, Texte, Erklärungen aus diesem politischen Spektrum beweisen das doch seit Jahrzehnten.

    Der Stuss, den die Vulkangruppe in ihrem Pamphlet verzapft, toppt allerdings viel von alledem.

    Diese Leute lehnen nicht nur den Kapitalismus ab, worüber man ja diskutieren kann, sie agieren antizivilisatorisch und feiern eine gewisse Natur-Romantik, wie man sie auch bei den anderen Spinnern, den Angry Birds finden konnte.

    Das alle ist brandgefährlich und man kann nur hoffen, dass es den Polizeiorganen schnell gelingt, diese Leute aus dem Verkehr zu ziehen.

    Man stelle sich einmal vor, dieses Beispiel würde Schule machen und ganz Berlin wäre betroffen. Das wäre dann wirklich Anarchie, aber nicht einem guten Sinne.

    • @Jim Hawkins:

      D'accord. Menschen können sich im Dschungel der Theorie ziemlich gut verlieren. Nur der letzte Satz, mit der Anarchie, da würde ich eher von Anomie sprechen.

    • @Jim Hawkins:

      Ich muss Ihnen in diesem Fall recht geben. Hier haben sich Linksradikale ideologisch eindeutig verrannt.



      Und dass jetzt in der Kommentarfunktion der taz darüber das false-flag-Geraune anhebt - entweder in der Version, dass Putin dahinterstecke oder es aber eine Aktion von rechts gewesen sei - zeugt nur davon, wie wenig man die Realität wahrhaben möchte. Und von der politischen Verwirrung/Verunsicherung auf linker Seite, denn sonst würde man hier keine Nebelkerzen zünden müssen und einräumen, dass es sich bei den Aktionen der Vulkangruppe keineswegs um revolutionäre Großtaten handelt.



      Ich erlaube mir mal, zwei weitere Schlagzeilen in diesen Kontext innerlinker Verwirrung zu bringen: der geplante propalästinensische, gegen linke israelsolidarische und antideutsche* Strukturen gerichtete Aufmarsch in Leipzig-Connewitz sowie die Drohungen (verziert mit Hamas-Dreiecken) gegen den Antisemitismus-Beauftragten des Landes Brandenburg. Der übrigens der Linkspartei angehört.



      *Ich bin übrigens kein Freund antideutscher Ideologie und halte sie für genauso verbrettert wie ihr antiimperialistisches Pedant.

    • @Jim Hawkins:

      "Warum sollten ausgerechnet Linke oder Linksradikale nicht dämlich sein können."

      Spätesten seit der RAF wissen wir, dass Linksradikale so dämlich sein können. Es gibt immer Menschen, die Dinge tun, mit denen sie das Gegenteil von dem erreichen, was sie eigentlich wollen.

      Übrigens. Lenin hat eine Abhandlung geschrieben, in der er genau solchen Unfug strikt ablehnt. Einige sogenannte "Linke" können also scheinbar auch nicht lesen...

  • Ich lese seit vielen Jahren die taz und bedauerlicherweise gibt es ganz erhebliche Tendenzen, dass noch stärker in Rechts/Links-Schubladen gedacht wird.

    Es stünde auch der taz gut, wenn nicht alles zum Anlass genommen werden würde, die Bürger ständig zu spalten und in irgendwelche Schubladen einzuordnen.

    Es ergibt doch überhaupt keinen Sinn etwaige Ziele von Extremisten (egal ob links oder rechts) zu hinterfragen.

    Im Ergebnis: Den Sachden aus diesem Anschlag haben vor allem die betroffenen Anwohner und Gewerbetreibenden.

    • @DiMa:

      Wer hat den den Linksterrorismus in den Ring geworfen? Der regierende Bürgermeister von Berlin und seine Innen-Senatorin.

      • @Hatespeech_is_not_an_opinion:

        Es geht doch garnicht um die Frage des Linksterrorismus sondern darum, dass sich der Autor Gedanken um die "Linken" macht, was in diesem Zusammenhang vollkommen unerheblich ist. Auch die "Wohlhabenden" bzw. "Reichen" (aka Bonzen) vs. die Armen ist in diesem Zusammenhang ebenfalls vollkommen unerheblich.

        Wir müssen nicht jeden Kontext auf Arm vs. Reich und Rechts vs. Links durchkategorisieren.

        Ob das am Ende nun "Linksterroristen" waren oder die "Russen" oder wer auch immer, ist in diesem Zusammenhang Banane.

    • @DiMa:

      Absolut richtig. Die Presse bereitet "den Szenen" einen Bärendienst, in dem fortwährend im Schwarz-Weiß-Denken verharrt bleibt.



      Ob es in diesem Fall eine gewisse "Vulkan-Gruppe" gewesen sein soll, ist in diesem Fall ziemlich belanglos. Und erst recht die politische Einordnung dieses Anschlags. Es war ein terroristischer Angriff auf die Infrastruktur. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

  • Ja so ist es.Eine Steilvorlage für die Rechten - bedanken Sie sich bei Ihren Genossen ;-)

  • Genau, Stichwort heißt hier "Wenn".

    Die Wahrscheinlich, dass Linksextreme einen so niedrigen Intellekt haben, ist gering, weil diese Menschen sind i.d.R. philosophisch hoch gebildet, können Situationen moralisch abwägen, erkennen komplizierte Zusammenhänge, usw.



    Sonst wären taz-Artikel auch nicht so brilliant geschrieben im Gegensatz zu nius-Artikel. Und auch, wer in linksextremen Szenekneipen unterwegs ist (egal ob K-Fetisch, Hannibal, kadterschmiede) wird im Smalltalk tiefgreifende politische Diskussionen vorfinden, die einen gewissen Intellekt voraussetzen, mit Ausnahme wenn der Anteil migrantischer Menschen hoch ist.

    Rechte Menschen sind wie Höhlenmenschen: Mag ich nicht, KAPUTTHAUEN! Kaputt werden dann nicht nur Gegenstände sondern sehr oft unerwünschte Menschen.

    Doch selbst wenn ein Täter gefasst wird, er dem russlandfreundlichen, rechtsextremen Spektrum zugerechnet wird, für den Durchschnittsbewohner in Deutschland wird es trotzdem immer der Linke bleiben. Weil dieses Feindbild hinterfragt unseren Wohlstand, der durch Ausbeutung und Raubbau entstanden ist.



    Der Rechte hinterfragt es nicht. Seine Taten werden als notwendig angesehen, ( "Endlich macht mal jemand was!!!!" )

    • @Troll Eulenspiegel:

      Die Raf hatte auch „intelligente“ Leute. Man kann den größten Schwachsinn wunderbar pseudointellektuell verpacken.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Eine schönere verbale Eulenspiegelei hätte auch der ur-Till-Eulenspiegel nicht hingekriegt.

    • @Troll Eulenspiegel:

      „Die Wahrscheinlichkeit, dass Linksextreme einen so niedrigen Intellekt haben, ist gering, weil diese Menschen sind i.d.R. philosophisch hoch gebildet, können Situationen moralisch abwägen, erkennen komplizierte Zusammenhänge, usw.“



      Wissen schützt vor Dummheit nicht, schon mal davon gehört? Ansonsten verweise ich auf den Kommentar von @Herma Huhn, darin wird zu dem Thema alles Notwendige gesagt.



      Über einen Aspekt können wir uns aber ernsthaft unterhalten: Gewalt und Gewaltverherrlichung sind inhärenter Bestandteil faschistischer Ideologie. Der Faschismus (auch der neue) braucht die Gewalt gegen seine Gegner, um Stärke zu demonstrieren und daraus seine Legitimation zu beziehen (kann man derzeit gut in den USA beobachten).



      Zumindest DAS sollte Linke von Rechtsextremisten unterscheiden, wenn Linke sich bewusst sind, dass ihre historischen und politischen Wurzeln im Humanismus, der Aufklärung und den Idealen der französischen Revolution liegen.



      Aber sind sie sich dessen immer bewusst? Ich habe so meine Zweifel.

      • @Abdurchdiemitte:

        ""Gewalt und Gewaltverherrlichung sind inhärenter Bestandteil faschistischer Ideologie. (...)



        Zumindest DAS sollte Linke von Rechtsextremisten unterscheiden, wenn Linke sich bewusst sind, dass ihre historischen und politischen Wurzeln im Humanismus, der Aufklärung und den Idealen der französischen Revolution liegen."

        Das mag ja sein. Allerdings neigt umgekehrt die Linke zur Gewaltverharmlosung, wenn sie sie als um eines höheren Gutes willen eingesetzt betrachtet. Das begann ebenfalls in der französischen Revolution, zieht sich über die völlig unkritische Che-Guevara-Verehrung bis hin zur kaum haltbaren "es traf ja nur die Richtigen"-Argumentation bei der RAF.

        Angewandt auf das Bekennerschreiben passt das ganz gut ins Muster. Die Gewalt wird nicht verherrlicht, sondern gerechtfertigt.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Auch auf die Gefahr hin, dass mein Kommentar nicht freigeschaltet wird. - In welcher Links-Blase leben Sie?

    • @Troll Eulenspiegel:

      Da scheint mir aber jemand extrem von seiner eigenen Blase eingenommen zu sein.



      Könnte es sein, dass genau dieses elitäre Dünkel das Problem ist, wenn Linke versuchen, Nutznießer von linker Politik davon zu überzeugen, auch links zu wählen?



      Links und Rechts ist nicht deckungsgleich mit schlau und dumm. Wenn es diese Vulkangruppe geben sollte, wäre sie das beste Beispiel für diese Inkongruenz.



      Aber was nicht sein darf, das auch nicht sein kann, daraus folgern wir: wer dumm handelt, kann nicht links sein.



      Schwachsinn.

      • @Herma Huhn:

        Ich denke, @Troll Eulenspiegel wollte darauf verweisen, dass linke Ideologie - anders als die faschistische, auf die sich letztlich auch jede Variante der Neuen Rechten bezieht (auch wenn das von manchen ihrer Vertreter entrüstet zurückgewiesen wird) - nicht auf den Gewaltmythos beruft, sondern in den Traditionen der europäischen Aufklärung wurzelt.



        Das ist historisch zunächst einmal nicht falsch. Wir können uns natürlich darüber unterhalten, wie es zu den historischen (z.B. Stalinismus) und gegenwärtigen „Entgleisungen“ (Linksterrorismus, linkspopulistische Quasi-Diktaturen in Kuba, Venezuela, Nicaragua etc.) kommen konnte und welche Rolle ideologische/dogmatische Verhärtungen dabei spielen.



        Oder liegt es im „Wesen“ des Menschen?

      • @Herma Huhn:

        Dazu ergänzend, einer der RAF-Terroristen äußerte sich in den frühen 2000ern zu den Ponto, Buback und Schleyer Entführungen wie folgt: " Wir waren naiv! Wie wenig Einfluss diese Menschen tatsächlich hatten, wenn wir das gewusst hätten, hätten wir anderst gehandelt".



        Oder um Forrest Gump zu zitieren: "Dumm ist nur, wer dummes tut!".



        Da sind Linke auch nicht vor gefeit.

      • @Herma Huhn:

        Warten wir doch erst einmal ab, wer die Täter sind. Im Bekennerschreiben steht nämlich nichts von "Achja, Linke können auch dumme Aktionen machen, spart euch Analysen". Erst, wenn ein Mitglied der Vulkangruppe dies ausdrücklich bestätigt, dann erst können Linke als dumm bezeichnet werden.

        Und das gilt natürlich auch nur für einen Bruchteil.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Der Nutzername suggeriert zwar bereits, dass es hier weniger um Austausch als um Häme geht. Trotzdem lohnt es sich, kurz darauf einzugehen, weil die Aussage exemplarisch für ein verbreitetes Denkproblem ist.

      Problematisch weil sie exakt das tut, was sie der Gegenseite vorwirft: Sie erhebt die eigene Gruppe moralisch und intellektuell und entmenschlicht die andere. Damit wird einfach ein Feindbild gepflegt.

      Die Gleichsetzung von politischem Interesse oder komplex klingenden Diskussionen mit Intellekt ist lächerlich. Politische und philosophische Debatten die in homogenen Milieus stattfinden sind einfach Selbstbeweihräucherung, Abgrenzung nach außen und rhetorisch aufgepolsterter Konsens. Das ist kein Denken sondern ein Rückzug in die intellektuelle Komfortzone.

      Der implizite Gedanke ist, dass Täterbilder unabhängig von Fakten feststehen. Somit Schuld nicht mehr an konkreten Handlungen festgemacht wird, sondern an ideologischen Zuschreibungen.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Sie scheinen (zum Glück) kein Linksextremer zu sein, denn dann müssten Sie ja ein Mensch sein, der philosophisch hoch gebildet ist, der Situationen moralisch abwägen und komplizierte Zusammenhänge erkennen kann...

    • @Troll Eulenspiegel:

      Eine feine Satire... ;)

    • @Troll Eulenspiegel:

      „diese Menschen sind i.d.R. philosophisch hoch gebildet, können Situationen moralisch abwägen, erkennen komplizierte Zusammenhänge, usw.“



      Wie sagte doch ein Mitforist in einem anderen Zusammenhang: „Ich hoffe inständig, dass dies ironisch gemeint ist.“

    • @Troll Eulenspiegel:

      "Die Wahrscheinlich, dass Linksextreme einen so niedrigen Intellekt haben, ist gering, weil diese Menschen sind i.d.R. philosophisch hoch gebildet, können Situationen moralisch abwägen, erkennen komplizierte Zusammenhänge, usw."

      Ich bezweifel das LinksEXTREMISTEN in nennenswerter Zahl diese Eigenschaften vorweisen können.

      • @Tom Tailor:

        Na na, Linksextremisten wollen immer nur das Gute und wenn sie scheitern dann nur weil der böse Kapitalismus sie sabotiert hat. Pol Pot ließ z.B nach einer philosophisch hochgebildeten moralischen Abwägung komplizierter Zusammenhänge ca. ein Viertel der eigenen Bevölkerung auslöschen um eine perfekte Gesellschaft zu schaffen. Wollen Sie das etwa anzweifeln?

        • @Suchender:

          Ergänzung (falls mein anderer Beitrag doch freigeschaltet wurde, habe diesen zu früh verschickt): Die Vulkangruppe, die ich noch kenne anno Anfang 2010er hat sich meines Wissens immer stark antiimperial verhalten.

          Ansonsten (falls doch nicht versehentlich verschickt): "Lenin hat eine Abhandlung geschrieben, in der er genau solchen Unfug strikt ablehnt. " (Zitat v. Warum_Denkt_Keiner_Nach). Pol Pot hat ihn nicht gelesen und nicht verstanden und Menschenrechtsverbrechen aus linker Seite sind abzulehnen. Achja und leider war die aktuelle Vulkangruppe russlandnah.

        • @Suchender:

          Pol Pot hat Marx und Lenin nie gelesen. Wie auch viele andere linksgerichtete Diktatoren.

          Warum_Denkt_Keiner_Nach, Zitat, hat es gut formuliert:



          "Lenin hat eine Abhandlung geschrieben, in der er genau solchen Unfug strikt ablehnt. "

          Natürlich sind Menschenrechtsverbrechen von linken, autoritären Menschen strikt abzulehnen. Und ich erkenne diese Menschenrechtsverbrechen auch an.

          Jetzt hat die Vulkangruppe also ein zweites Statement veröffentlicht. Beim Klicken auf indymedia, perfekter Zeitpunkt erwischt, war die Seite fehlerhaft und der Artikel bereits gelöscht. Die bestätigen also nun ihre Russlandnähe, da wir uns nicht auf konstruierte Feindbilder konzentrieren sollen, somit Putins Taten relativiert werden. Das ist durchaus kritikwürdig. Eine Vulkangruppe, die ich kenne, anno Angang

  • Der CDU-Politiker Roderich Kiesewetter vermutet, dass Russland hinter dem Anschlag stecken könnte. Seine Begründung: Das Bekennerschreiben sei "holprig" abgefasst. Würde man es jedoch ins Russische übersetzen, sei der Inhalt sprachlich einwandfrei.

    Wir werden es wahrscheinlich nie erfahren, wer hinter der Gruppe steht.

    • @Sabine Hofmann-Stadtländer:

      Interessant! Dass das Bekennerschreiben in russisch übersetzt sprachlich einwandfrei ist.

  • Nicht nur Linksextreme sind so einfältig. Alle Menschen können so einfältig sein. Gerade dann, wenn sie in ihrer Ideologie Scheuklappen tragen. Nur das Ziel zählt, Konsequenzen werden nicht mehr bedacht oder für das höhere Wohl hingenommen. Das macht Extremismus aus.

  • Reiche Hotel Adlon, Arme in Turnhallen.



    Reiche im Auto, Arme mit S-Bahnausfall.



    Und vielleicht waren es keine "Linksradikale Heißsporne"?



    Erstens, nein, die allermeisten Menschen sind eben weder arm noch reich im Sinne von Herrn Maurin; dito Mobilität!



    "Heißsporne" ein neues Wort für "Terror von links"?



    Manchmal sitzt man kopfschüttelnd vor dem bildschirm.



    Ansonsten: Alles was derzeit nicht klappt hilft der AfD!



    Selbst wenn Rechte diesen terroristischen Anschlag verübt hätten. Wäre gut, wenn man das akzeptiert und Politik macht die den Leuten zeigt, dass sich was bewegt im Land. Von Grönland bis Berlin, von Rente bis Straßenbau und pünktlicher Bahn.

    • @Tom Farmer:

      Danke. Sehr gute politische Einordnung dieser Aktion der sogenannten Vulkangruppe.

  • Fragt sich nur ob das wirklich Spinner waren die dem linken Spektrum angehören.



    Mir scheint das nicht so. Spricht zu viel das man den linken eins rein würgen will. Z.B. vor der Wahl.

    • @BFBS:

      Gewählt wird, meines Wissens nach, erst am 8.3. im Ländle. Waren die Auslandsschwaben der eigentliche Adressat der Attacke, damit sie dann daheim die AfD wählen?

  • Ich bin begeistert von dem Kommentar, dankeschön, ich glaube ich hatte gestern auch schon in die Richtung geschrieben.



    Bei aller Sympathie für das Anliegen Klimaschutz, im Ergebnis zwingt man so die Stadt zu teuren Schutzmassnahmen. Die aber nie absolute Sicherheit bieten können. Wo wird das Geld fehlen im Budget? Das trifft die falschen, aber wahrscheinlich war es dann auch nicht so geplant... Also mal wieder Berlin auf ganzer Linie? Bin gespannt auf die internationale Presse.

  • Es braucht einen anderen Medialen Umgang mit solchen Anschlägen.



    Wir wissen, dass autoritäre Kräfte im Aus- und Inland derartige Fals-Flag-Aktionen gezielt nutzen, um Linke zu diskreditieren und die Politik nach rechts zu rücken.

    So gesehen ist es eigentlich löblich erstmal zu schweigen, bis man genaueres weiß. Leider nehmen rechte Meinungsmacher derartige Ereignisse gerne auf und setzen ihr Narrativ, dass selbst dann verfängt, wenn es ist belegbar ist oder gar später widerlegt werden kann (vgl Bauschaumsabotage von Verbrennerautos).

    Hier sind Demokratische Medien und seriöse Politiker diesseits der Brandmauer gefragt, klug und wahrhaftig zu Kommunizieren und der Versuchung zu widerstehen, politisches Kapital herauszuschlagen. Das fängt übrigens bereits bei der Wahl der Überschrift an.

    • @Henne Solo:

      Die Linke Vulkangruppe hat es doch schon längst zugegeben! Somit ist es ein linker Terroranschlag gewesen! Was gibt es da noch zum Täter zu spekulieren?

  • "All das ist derart offensichtlich, dass sich die Frage stellt: Sind Linksextremisten tatsächlich so einfältig – oder sind sie gar nicht für diese Anschläge verantwortlich?"



    Es gibt ein authentisches Bekennerschreiben einer bekannten, linksextremen Gruppierung, diese Frage stellt sich in der Tat nicht.

    • @ Sven Mehrke:

      Eine Gruppierung, von der man nicht einmal weiß, ob es eine feste Gruppe ist oder nur ein Name, der von verschiedenen Personen genutzt wurde.



      Ein Bekennerschreiben, welches Rechtschreibfehler enthält, die typischerweise bei einer Übersetzung aus dem kyrillischen zustande kommen.



      Die Frage stellt sich also durchaus.

      • @Herma Huhn:

        "Eine Übersetzung aus dem kyrillischen" Si tacuisses... (kann ich jetzt nicht in Kyrillische übersetzen)

    • @ Sven Mehrke:

      Eine einsame Nachricht der Tagesschau berichtete zwischen all den schnellen Urteilen ansonsten eher vorsichtiger Medien, dass die Authentizität des Bekennerschreibens eben nicht eindeutig ist. Der Berliner Verfassungsschutz ist anderer Meinung, was aber nichts daran ändert, dass offiziell Zweifel bestehen. Außerdem kennt niemand irgendwelche Mitglieder dieser Gruppe. Die Frage stellt sich in der Tat also doch!

      • @Moira:

        würden sie genauso argumentieren, wenn die mutmassliche Täterschaft Rechte wären?

        • @Emmo:

          Eine etwas seltsame Frage angesichts der Tatsache, dass deutsche Behörden Verbrechen von Rechten meist erst dann als solche bezeichnen, wenn es wirklich handfeste Beweise und keinerlei Zweifel mehr gibt.

          • @Systemknecht:

            Es geht mir nicht um die Behörden, sondern um die taz-Foristen.

  • In meinen Augen war das ganz klar ein terroristischer Anschlag.



    Es schadet den linken Parteien insofern, dass sie sich nur halbherzig distanzieren und mit irgendwelchen Verschwörungstheorien andere Schuldigen herbeireden wollen.



    Würden die linken Parteien den Anschlag klar verurteilen dürfte der Schaden geringer sein.

    • Jost Maurin , Autor des Artikels, Redakteur für Wirtschaft und Umwelt

      @Nico-1:

      Welche linke Partei verurteilt den Anschlag nicht?

  • Ein "leider" notwendiges Übel für ein höheres Ziel soll das also wieder sein...



    So haben schon viele Machthaber und Revolutionäre inklusive der sozialistischen und kommunistischen ihre Gräueltaten gerechtfertigt.

  • Der taz-Kommentar verharmlost die Tat, indem er die Täter als „unsicher“ oder kaum greifbar darstellt. Dabei liegt ein Bekennerschreiben der sogenannten Vulkangruppe vor, das von Ermittlern ernst genommen wird. Es handelt sich also nicht um ein anonymes Rätsel, sondern um eine politisch motivierte, linksextremistische Sabotage.

    Gerade der Verweis im Bekennerschreiben, man habe keinen Blackout „beabsichtigt“, zeigt keine Harmlosigkeit, sondern eine gefährliche Realitätsverweigerung. Wer kritische Infrastruktur angreift, nimmt massive Schäden für unbeteiligte Menschen billigend in Kauf – unabhängig davon, wie man es rhetorisch rechtfertigt.

    Das ist kein Missgeschick, sondern typisch für ideologisch motivierte Gewalt: Symbolik wird über Verantwortung gestellt. Wer das als bloße kommunikative Ungeschicklichkeit abtut, blendet die sicherheitspolitische Dimension aus und relativiert Extremismus – nur weil er von der „richtigen“ Seite kommt.

    • Jost Maurin , Autor des Artikels, Redakteur für Wirtschaft und Umwelt

      @Zippism:

      Woher wollen Sie SICHER wissen, a) dass es die Vulkangruppen überhaupt gibt, b) wer dahintersteckt und c) ob sie auch diesen Anschlag verübt haben? Stand jetzt haben die Behörden nie nur einen einzigen Täter dingfest gemacht.

      • @Jost Maurin:

        Die geforderte „Sicherheit“ ist ein unrealistischer Maßstab. Politische Einordnung setzt nicht voraus, dass Täter bereits identifiziert oder verurteilt sind.

        Niemand behauptet eine formale Organisation. Entscheidend ist, dass ein Bekennerschreiben mit konsistenter Tatbeschreibung und politischem Motiv vorliegt, das von Sicherheitsbehörden geprüft und nicht als Fälschung verworfen wurde. In der Extremismusforschung ist das ein relevantes Indiz.

        Zur Frage, wer dahintersteckt: Auch bei anderen extremistischen Taten bleiben Täter oft lange unbekannt. Trotzdem werden diese Taten zu Recht politisch eingeordnet, wenn Ziel, Vorgehen und Selbstdarstellung eindeutig sind. Namenskenntnis ist keine Voraussetzung für Bewertung.

        Zur Täterschaft: Bekennerschreiben sind keine Beweise, aber Lageindikatoren. Dass bisher niemand festgenommen wurde, widerlegt weder Motivation noch Verantwortung – komplexe Ermittlungen sind der Normalfall.

        Der Kern bleibt: Wer kritische Infrastruktur sabotiert, verfolgt ein politisches Ziel und nimmt massive Schäden für Unbeteiligte billigend in Kauf. Diese Dimension zu relativieren, nur weil die Gewalt von links kommt, ist das eigentliche Problem.

    • @Zippism:

      "Dabei liegt ein Bekennerschreiben der sogenannten Vulkangruppe vor..."

      Wow. Na wenn das im Bekennerscheiben steht. Die kann man natürlich nicht unter falscher Flagge veröffentlichen. In Italien gab es so etwas z.B. in den 80ern.

      Bevor die Täter nicht gefasst sind, wissen wir über sie erst mal fast garnichts.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        MIttlerweile gibt es ein zweites Schreiben, die Behörden sagen aus das es keine Hinweise auf Russlands Beteiligung gibt. Verteidigen Sie nur weiter Extremisten, in der extremen Linken Ecke hat man damit offensichtlich kein Problem. Nur nicht wundern wenn die Rechten auch diese Taktik nachahmen werden. Dann ist das geheule wieder groß.

  • Solange nicht klar ist, wer überhaupt verantwortlich war, lautet für mich die Frage, "Was kann man für mehr Sicherheit der Infrastruktur tun" und "warum dauert es so lange, bis die Reparaturen ausgeführt sind?"

    • @Il_Leopardo:

      Es gibt Selbstbezichtigungsschreiben, die wegen des Täterwissens authentisch sind.

      Unterhalb einer Festnahme kann es kaum mehr Klarheit über die Verantwortlichen geben.

      Die Motivation ist das Unklare.

      Die Fragen muss man trotzdem stellen

      Und Antworten finden.

  • Die Gruppe Bezeichnet sich auch auch als Anarchisten. Ich sehe diese Gruppe schon lange nicht mehr links. Sie sind Chaos egal wegen wen.

  • Heißsporne? Ich denke eher, das ist bereits Terrorismus. Zum Glück gibt es bis jetzt keine Toten. Auch wer Gewalt gegen Sachen gutheißt? Wer Bücher verbrennt, verbrennt bald Menschen. Jede Form der Gewalt, egal aus welcher finsteren Ecke, ist abzulehnen. Ganz einfach.

  • "wenn wirklich „Linksextremisten“ hinter dem Anschlag auf die Stromversorgung in Teilen Berlins stecken sollten, haben sie ihrem eigenen Anliegen geschadet". Klingt paradox. Oder ist dieses Anliegen von Linksextremisten dann doch links? Dass die Reichen sich sogar eine Suite im Hotel Adlon leisten können, (und weiter mit ihren großen Autos fahren).... so eine tiefgründige Aussage, kann einem in diesem Kontext allerdings schnell auf die Füße fallen. Ansonsten bleibt banal festzuhalten: So wenig wie rechts zwischen links und linksextrem unterscheiden will oder kann, ist es andersherum auch nicht besser.

  • Ob Rechtsextremismus immer noch schlimmer ist als Linksextremismus ist nach diesen Anschlag nochmal neu zu bewerten (falls es wirklich eine linke Gruppe war). 30 000 Haushalten im Winter den Strom abzuschalten ist hochgefährlich. Der Ausfall hat behinderte und pflegebedürftige Menschen in ihren Wohnungen gefangen. Was wäre bei einem Brand passiert? Was wäre wenn medizinische Geräte leere Akkus gehabt hätten? Und wie sollten Eltern für Neugeborene Fläschchen zubereiten?



    Ich kann mich an einen Rechtsextremen Anschlag in den letzten Jahren erinnern, der so viele unschuldige Personen bedroht hätte.

    • Jost Maurin , Autor des Artikels, Redakteur für Wirtschaft und Umwelt

      @Bmit:

      Das Bundeskriminalamt hat 2024 rund 1500 Gewaltstraftaten von Rechts und „nur“ 760 von Links erfasst.

      • @Jost Maurin:

        Nach diesem Anschlag (falls er nicht von Russland durchgeführt wurde) kann man den Vergleich nach Anzahl der Vorfälle nicht mehr machen. jetzt muss nach Anzahl der Opfer, und potenziellen Opfern verglichen werden.

    • @Bmit:

      Der Anschlag war mit Sicherheit nicht links, selbst wenn die Gruppe tatsächlich existieren sollte. Niemand wird automatisch sozial , wenn er oder sie das behaupten. Die Pläne von AfD und CDU-nahen Think thanks Entwicklungshilfe bzw. Sozialleistungen und Integrationshilfen für behinderte Menschen zu streichen, bedrohen jedoch eine riesige Menge unschuldiger Personen.

      • @Moira:

        Ob sich Täter „links“ nennen oder nicht, ist für die Bewertung der Tat zweitrangig. Entscheidend ist die konkrete Handlung: Die gezielte Sabotage kritischer Infrastruktur, die zehntausende Menschen im Winter gefährdet, erfüllt klassische Merkmale politischen Extremismus – unabhängig vom ideologischen Etikett.

        Der Verweis auf Sozialkürzungspläne von Parteien ist zudem kein Argument zur Einordnung dieses Anschlags, sondern ein Themenwechsel. Politische Vorhaben können kritisiert oder abgelehnt werden, sie sind aber nicht mit einem illegalen, lebensgefährlichen Anschlag gleichzusetzen.

        Wer Gewalt oder massive Gefährdung Unbeteiligter relativiert, indem er auf andere politische Missstände verweist, verharmlost die Tat. Extremismus beginnt dort, wo politische Ziele mit rücksichtslosen Mitteln durchgesetzt werden – egal von welcher Seite.

  • Die einfachste Variante... es sollte genau das eintreten, was eingetreten ist und quasi zur Destabilisierung der Gesellschaft beitragen.

    Sollte es so viele Zufälle geben? Nach milder Witterung, genau jetzt in der Kälteperiode und zu Anfang des Geldes?

    Wer auch dahintersteckt hat damit die gesamte Gesellschaft angegriffen