23. Sept.- 7. Okt. (noch 2 freie Plätze) /15. - 29. Okt. 2016 (ausgebucht)

Iran klassisch (Schiras-Isfahan)

Reiseleitung Kurt Scharf (Sept.) /Hartmut Niemann (Okt.)

Der zentrale Platz in Isfahan  Bild: Hartmut Niemann

 Teheran - Ghom - Isfahan - Yazd - Persepolis - Schiras

Iran 2017: Die meisten Iran-Reisen 2016 sind bereits ausgebucht. Es gibt wieder Restplätze bei den Reisen "Iran klassisch" und "Iran (Pilgerstätten)". Die voraussichtlichen Termine 2017 finden Sie hier - bis Ende November 2016 sind noch Termin-Änderungen möglich. Sie können sich bereits jetzt beim Veranstalter Orient Express unverbindlich für 2017 vormerken lassen. Im November 2016, wenn der Preis bekannt ist, werden wir alle Interessenten benachrichtigen. Dann können die Reisen fest gebucht werden.(Stand: 1. August 2016)

PROGRAMM

PREISE UND LEISTUNGEN

LITERATUR

 

PREIS:  3.060 € (DZ/VP/Flug),

VERANSTALTER:

Orient Express, Göttingen,

Tel: 0551-486652,

H.Niemann@orientexpressonline.de

Die Reise kann nur beim Veranstalter gebucht werden.

Von der Offenheit und Gastfreundschaft der Menschen in Iran werden Sie überrascht sein und beeindruckt von grandiosen Bauwerken, schattigen Paradiesgärten und geschäftigen Basaren. Wir laden Sie ein zu einer Reise, bei der Sie auch Einblicke in Alltag und Gesellschaft dieser alten Kulturnation erhalten. 

Kurt Scharf, Autor und Übersetzer pers. Lyrik, 1973 bis 1979 stellv. Leiter Goethe-Institut Teheran

Hartmut Niemann, Iranistik-Diplom, Autor d. Reiseführer Iran im Verlag Reise-Know-How.

 

Unsere Fahrt ist nicht nur eine Reise durch den Raum, sondern auch durch die Zeit: Wir beginnen in der Moderne, in Teheran, und enden im Süden in der Provinz Fars, dem Herzen des Achämeniden-Reichs, des ersten Großreichs der Antike.

Der Iran ist für seine Jahrhunderte alte Kulturtradition berühmt und grandiose Bauwerke aus islamischer und vorislamischer Zeit in Persepolis, Schiras, Yasd, Isfahan und anderen Orten auf unserer Route zeugen davon.

Weniger bekannt ist, dass auch demokratisches Gedankengut  in Iran eine über hundertjährige Tradition hat. Bereits mit der ersten demokratischen Revolution im Nahen und Mittleren Osten im Jahre 1906 entstanden Grundlagen einer modernen demokratiefreundlichen Gesellschaft in Iran, die in der Folgezeit ausgebaut wurden.

Entsprechend gibt es zivilgesellschaftliche Strukturen bereits seit langem. Allerdings ist die Zahl in diesem Sinne aktiver Gruppen – vor allem im humanitären und im Umwelt-Bereich – erst seit den 1990er Jahren drastisch gestiegen. Da die iranische Gesellschaft dem Prinzip einer "Führung durch die Rechtsgelehrten" gehorcht, ist die freie Meinungs-äußerung in aller Öffentlichkeit nur insoweit erlaubt, wie es die machthabende Geistlichkeit mit Gottes Gebot für vereinbar hält.

Fliesen mit Blumenmuster  Bild: Anne Quirin

Doch das bietet überraschend viel Raum für oft heftige Debatten und Kritik zwischen den verschiedenen religiösen Lagern. Dabei ist die rote Linie nicht immer einfach zu erkennen, und zivilgesellschaftliche Initiativen müssen die Grenzen des Möglichen immer wieder aufs Neue ausloten.

70 % der Menschen sind jünger als dreißig und damit nach der Revolution 1979 geboren (etwa 50 von 72 Mio.). Doch der Staat kann mit seiner Wirtschaftspolitik nicht genügend Arbeit generieren, um allen eine Zukunftsperspektive zu bieten. Die große Mehrheit der Bevölkerung hat Zugang zum Satellitenfernsehen. Die Zahl der Analphabeten ist minimal, aber es gibt etwa zwei Millionen Studenten, davon sind mehr als die Hälfte Frauen.

Zwei Fünftel der Bevölkerung nutzen regelmäßig das Internet, die Zahl der Blog-Seiten betrug 2006 zwischen siebzig- und hunderttausend. Farsi hält heute weltweit Rang 4 unter den Weblog-Sprachen. Die Modernisierung ist ein Selbstläufer geworden, die auch durch Repressionen nicht wirklich aufgehalten werden kann. Dies alles sind Zeichen der Hoffnung für die iranische Demokratie.

Ihre Blütezeit erlebte die Zivilgesellschaft unter der achtjährigen Präsidentschaft von M. Chatami (1997-2005). Dies war die erste Ära, in der zivilgesellschaftliche Aktivitäten teilweise gefördert, teilweise aber ungewollt waren und widerwillig geduldet wurden. Häufig tolerierte das Regime, das die Lethargie der jungen Bevölkerung in Aktivismus umschlug.

Trommler im Zur-khaneh („Krafthaus“) in Isfahan  Bild: Joachim Wieshofer

Ab 1999/2000 wurden Tausende von Nicht-Regierungs-Organisationen (NGO) in Iran gegründet, die sehr aktiv das Ziel einer demokratischen Transformation der politischen Verhältnisse verfolgten. Die Agilität der iranischen Zivilgesellschaft nahm in dieser Zeit eine Sonderstellung in der gesamten islamischen Welt ein, vielleicht abgesehen von der Türkei und Marokko.

Die NGOs vernetzten sich stark im In- und Ausland und nahmen an internationalen Symposien teil. Ausländische Institutionen konnten in Iran Konferenzen über menschliches und technisches ‚Know-how’ des modernen ‚Networking’ durchführen. Diese Möglichkeiten sind seit der Parlamentswahl im Sommer 2009 und der anschließenden Protestbewegung sehr eingeschränkt worden. Seitdem wird die Arbeit vieler NGOs behindert – leicht erscheinen sie verdächtig, nicht-islamischen Vorstellungen anzuhängen und dabei durch ausländische Freunde unterstützt zu werden.

Seit Sommer 2016 können wir bei taz-Reisen in Iran leider keine gezielten Treffen in Projekten, mit Schriftstellern, Künstlern oder Wissenschaftlern mehr anbieten, da solche nach einer Entscheidung des höchsten Gremiums für Tourismus nicht mehr genehmigt werden.

Aber Sie werden Gelegenheit haben, mit vielen Menschen bei zufälligen Begegnungen ins Gespräch zu kommen, auf den Straßen, in Parks, in Cafés oder in Museen. Und Sie werden überrascht sein von der Sympathie, Offenheit und Gesprächsbereitschaft vieler Iranerinnen und Iraner gegenüber interessierten Touristen.

Umstellungen und Änderungen im Detail sind möglich. Stand: 5.8.2016

Bitte beachten Sie: Frauen müssen in Iran in der Öffentlichkeit (d.h. außerhalb ihrer Wohnung) eine Kopfbedeckung tragen, das gilt auch für Ausländerinnen.

Vor einer Moschee in Ghom  Bild: Hartmut Niemann