14.-28. April / 13.-27. Sept. / 4.-18. Okt. 2014 (alle ausgebucht/neue Termine 2015)

Iran 1 (Shiras-Isfahan)

Reiseleiter Kurt Scharf in Kooperation mit Hossein Eskordi

Isfahan  Bild: Hartmut Niemann

 Teheran - Ghom - Isfahan - Yasd - Persepolis - Schiras

Alle Termine 2014 sind bereits ausgebucht und auch die Wartelisten sind lang. Daher bieten wir bereits die Termine für 2015 an: 4. -18. April 2015 (Reiseleiter Kurt Scharf), 20. April - 4. Mai 2015 (Reiseleiter Hartmut Niemann) und 17. - 31. Oktober 2015 (Reiseleiter Kurt Scharf). Der Preis wird ähnlich sein wie 2014, aber definitiv können wir ihn erst im Oktober dieses Jahres nennen. Dann können Sie eine Reservierung in eine Buchung verwandeln.

PROGRAMM

PREISE UND LEISTUNGEN

LITERATUR

Alle Termine ausgebucht, nur noch Warteliste.

PREIS:

2.450 € (DZ/VP/Flug), 15 Tage

VERANSTALTER:

Orient Express, Göttingen,

Tel: 0551 - 486652, H.Niemann@orientexpressonline.de

Die Reise kann nur beim Veranstalter gebucht werden.

 

Es gibt 2014 zwei weitere taz-Reisen in den Iran: die Reise in den Nordwesten, nach Täbris, sowie die Reise Teheran-spezial 'Nächte des Ramadan'.

Unsere Fahrt durch Iran ist nicht nur eine Reise durch den Raum, sondern auch durch die Zeit. Allerdings bewegen wir uns rückwärts. Wir beginnen in der Moderne, in Teheran, und enden im Süden in der Provinz Fars, dem Herzen des Reiches der Achämeniden, des ersten Großreichs der Antike.

Kurt Scharf, Autor und Übersetzer pers. Lyrik, 1973 bis 1979 stellv. Leiter Goethe-Institut Teheran

Hossein Eskordi, iranischer Reiseleiter

Wir beginnen in Teheran, weil die verhältnismäßig junge, ca. 14 Millionen Einwohner zählende moderne Metropole nicht nur die politische, sondern auch die kulturelle und wirtschaftliche Hauptstadt des Landes ist.

Deswegen gibt es hier besonders viele interessante Gesprächspartner, u.a. Vertreter der Literatur, des Schauspiels, der Medizin, der Stadtplanung und Mitarbeiter einer NGO, die sich um die Bildung afghanischer Flüchtlingskinder bemüht; wir treffen auch den Geschäftsführer der Iranisch-deutschen Handelskammer sowie Mitarbeiter und StudentInnen des Deutschen Sprachinstituts Teheran (DSIT).

2014 wird es interessant sein, zu erfahren, ob die Entschärfung des Atomstreits, die sich seit Dezember 2013 anbahnt, und - damit verbunden - Lockerungen der langjährigen Sank- tionen gegen den Iran innenpolitische Auswirkungen zeigen und welche.

Fliesen mit Blumenmuster  Bild: Anne Quirin

Wir laden Sie ein zu einer Reise, bei der Sie den Alltag im Land kennenlernen und Einblicke in die Dynamik dieser alten Kulturnation erhalten, jenseits von Parolen und Ideologien. Eine Reise in den hier unbekannten Iran. Von der Offenheit und Gastfreundschaft der Menschen werden Sie überrascht sein und beeindruckt von grandiosen Bauwerken, schattigen Paradiesgärten und geschäftigen Basaren.

In der öffentlichen Meinung herrscht eine eher eindimensionale negative Vorstellung über Iran vor. Derartige Schwarz-Weiß-Malereien werden aber den inneriranischen Verhältnissen und der gesellschaftlichen Realität bei weitem nicht gerecht.

Demokratisches Gedankengut hat in Iran eine über hundertjährige Tradition. Bereits mit der ersten demokratischen Revolution im Nahen und Mittleren Osten im Jahre 1906 entstanden Grundlagen einer modernen demokratiefreundlichen Gesellschaft in Iran, die in der Folgezeit ausgebaut wurden.

Entsprechend gibt es zivilgesellschaftliche Strukturen bereits seit langem. Allerdings ist die Zahl in diesem Sinne aktiver Gruppen erst nach der islamischen Revolution von 1979 drastisch gestiegen. Da seitdem die iranische Gesellschaft am schiitischen Islam ausgerichtet wird, ist die freie Meinungsäußerung nur insoweit erlaubt ist, wie es die machthabende Geistlichkeit mit Gottes Gebot für vereinbar hält.

Doch das bietet überraschend viel Raum für oft heftige Debatten und Kritik zwischen den verschiedenen religiösen Lagern. Dabei ist die rote Linie nicht immer einfach zu erkennen, und die zahlreichen zivilgesellschaft-lichen Organisationen müssen die Grenzen des Möglichen immer wieder aufs Neue ausloten.

Vor einer Moschee in Ghom  Bild: Hartmut Niemann

70 % der Menschen sind jünger als dreißig und damit nach der Revolution 1979 geboren (etwa 50 von 72 Mio.). Doch der Staat kann mit seiner Wirtschaftspolitik nicht genügend Arbeit generieren, um allen eine Zukunftsperspektive zu bieten. Die große Mehrheit der Bevölkerung hat Zugang zum Satellitenfernsehen. Die Zahl der Analphabeten ist minimal, aber es gibt etwa zwei Millionen Studenten, davon sind mindestens die Hälfte Frauen.

Zwei Fünftel der Bevölkerung nutzen regelmäßig das Internet, die Zahl der Blog-Seiten betrug 2006 zwischen siebzig- und hunderttausend. Farsi hält heute weltweit Rang 4 unter den Weblog-Sprachen. Die Modernisierung ist ein Selbstläufer geworden, die auch durch Repressionen nicht wirklich aufgehalten werden kann. Dies alles sind Zeichen der Hoffnung für die iranische Demokratie.

Ihre Blütezeit erlebte die Zivilgesellschaft unter der achtjährigen Präsidentschaft von Mohammad Chatami. Dies war die erste Ära, in der zivilgesellschaftliche Aktivitäten teilweise gefördert, teilweise aber ungewollt und widerwillig geduldet wurden. Häufig tolerierte das Regime, dass die Lethargie der jungen Bevölkerung in Aktivismus umschlug.

Ab 1999/2000 wurden Tausende von Nicht-Regierungs-Organisationen (NGO) in Iran gegründet, die sehr aktiv das Ziel einer demokratischen Transformation der politischen Verhältnisse verfolgten. Die Agilität der iranischen Zivilgesellschaft nahm in dieser Zeit eine Sonderstellung in der gesamten islamischen Welt ein, vielleicht abgesehen von der Türkei und Marokko.

Trommler im Zur-khaneh („Krafthaus“) in Isfahan  Bild: Joachim Wieshofer

Die NGO’s vernetzten sich stark im In- und Ausland und nahmen an internationalen Symposien teil. Ausländische Institutionen konnten in Iran Konferenzen über menschliches und technisches ‚Know-how’ des modernen ‚Networking’ durchführen. Diese Möglichkeiten sind seit der Parlamentswahl im Sommer 2009 und der anschließenden Protestbewegung sehr eingeschränkt worden. Seitdem wird die Arbeit vieler NGO’s behindert – leicht erscheinen sie verdächtig, nicht-islamischen Vorstellungen anzuhängen und dabei durch ausländische Freunde unterstützt zu werden.

Auf unserer Reise durch die wunderschöne Landschaft Zentralirans werden wir – neben der Besichtigung der zahlreichen Sehenswürdig-keiten wie im Programm beschrieben – einige Initiativen und Vereine mit ihren Tätigkeitsfeldern kennenlernen, für die ein solcher Kontakt keine Gefährdung ihrer Arbeit bedeutet.

Bitte beachten Sie: Frauen müssen im Iran in der Öffentlichkeit (d.h. außerhalb ihrer Wohnung) eine Kopfbedeckung tragen, das gilt auch für Ausländerinnen.