12.11.2014

taz-AutorInnen gewinnen Journalistenpreis "Der lange Atem 2014"

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Die taz-AutorInnen Kaija Kutter und Kai Schlieter haben den Berliner Journalistenpreis "Der lange Atem 2014" gewonnen. Die taz-Redakteure wurden für ihre hartnäckigen Recherchen ausgezeichnet, die zur Schließung der brandenburgischen Kinderheime der Haasenburg GmbH geführt haben. Die Verleihung durch den Journalistenverband Berlin-Brandenburg JVBB fand am 11. November vor 300 Gästen aus Medien, Politik, Wirtschaft und Kultur in der Berliner Akademie der Künste am Pariser Platz statt.

Der zweite Preis ging an Ulrich Kraetzer für seine Berichterstattung über "Salafisten in Deutschland". Mit dem dritten Preis wurden Steffen Judzikowski und Hans Koberstein (Redakteure bei Frontal21/ZDF) für ihre beharrlichen Recherchen zum Thema "Energiemarkt und Energiewende" ausgezeichnet.

"Es ist für mich sehr schön und wichtig, dass wir diesen Preis gewonnen haben. Er ist eine Anerkennung für unsere Arbeit und bestätigt, dass die Schließung der Haasenburg im vergangenen Jahr für den Raum Berlin-Brandenburg ein sehr wichtiges Thema war. Auf diese Resonanz und Bestärkung sind JournalistInnen, die ein heißes Eisen anpacken, angewiesen", sagte Kaija Kutter nach der Preisverleihung.

Kaija Kutter wurde 1964 geboren und arbeitet seit 1991 in der Hamburger Redaktion der taz. Dort ist sie seit Herbst 1992 Redakteurin für Bildung und Soziales und berichtet über Kinder- und Jugendhilfe, Schule und Hochschulpolitik. Sie begleitete auch intensiv den Parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) für das von der Schwarz- Schill-Regierung 2003 eröffnete Heim Feuerbergstraße, was sie für das Thema geschlossene Heime und damit auch für die Haasenburg GmbH sensibilisierte. 2013 wurde sie für die Berichterstattung zur Haasenburg GmbH vom Medium Magazin zur Journalistin des Jahres, Lokales, gewählt.

Kai Schlieter betont die hervorgehobene Bedeutung von Glaubwürdigkeit für journalistisches Arbeiten: "Unsere Recherche zur Haasenburg GmbH zeigt, dass Journalismus etwas bewirken kann. Das ist eine schöne Erfahrung, bei den Selbstzweifeln unseres Berufsstandes. Journalismus ist nicht am Ende und er muss auch nicht neu erfunden werden. Unsere Tätigkeit - aufdecken, nachhaken, anprangern - ist angesichts globaler Machtkonzentrationen so wichtig wie nie zuvor. Die Missstände, die daraus resultieren, finden sich überall, auch im Regionalen. Reporterinnen und Reporter müssen unabhängig und mit Zeit arbeiten können. Nur dann können wir die Mächtigen kontrollieren und wieder an Glaubwürdigkeit gewinnen: Das ist unser wichtigstes Geschäftsmodell."

Kai Schlieter wurde 1973 geboren und studierte Soziologie und Pädagogik. Nach einem Volontariat bei der Thüringer Allgemeinen kam er 2008 zur taz, wo er zunächst in der Schwerpunkt-Redaktion arbeitete. Seit 2012 ist Schlieter Ressortleiter des neu geschaffenen Ressorts Reportage & Recherche. 2014 waren Kai Schlieter und Kaija Kutter für die Endauswahl des Henri-Nannen-Preises in der Kategorie Investigative Geschichte nominiert.

In der Laudatio von Ronald Warin (N24) heißt es über die Preisträger: "Kaija Kutter und Kai Schlieter haben über Monate hinweg zu dem so wichtigen Thema 'Gewalt in Kinderheimen' Fakten um Fakten zusammengetragen, sich auch von Drohungen nicht einschüchtern lassen, und mit ihren Veröffentlichungen dafür gesorgt, dass die Behörden endlich eingriffen - und dazu beigetragen, dass die skandalösen Zustände in drei Heimen ein Ende fanden."

Die Preise in Form künstlerisch gestalteter gläserner Skulpturen wurden zum achten Mal vom JVBB vergeben. Sie sind außerdem mit 3.000, 2.000 und 1.000 Euro dotiert. Der unabhängigen Jury unter dem Vorsitz von Dagmar Engel (Deutsche Welle) gehören neun prominente Journalistinnen und Journalisten an. Als Ehrengast nahm mit einem Grußwort Georg Mascolo teil, Leiter des Rechercheverbundes von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung.

Rückfragen beantwortet: Anja Mierel, am@taz.de, taz Abt. Werbung und Öffentlichkeitsarbeit, Rudi-Dutschke-Str. 23, 10969 Berlin, Tel. (030) 259 02 137.

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