Pressemitteilung der taz

Buchveröffentlichung von Christian Semler

vom 12.04.2013

„Immer schon hat mich die Schatzbildnermentalität angeödet, dieses Glitzern in den Augen, wenn's um Zahlen und Prozente geht. Und immer hat mir die Haltung des Barons von Wolzogen gefallen: Mit seinem letzten Geld mietete er ein Luftschiff und warf aus großer Höhe Handzettel ab. Auf ihnen stand zu lesen: „Ich grüße Berlin.“

Christian Semler (geb. 1938) – Jurist, Historiker, führender Kopf der 68er, Maoist, Solidarnosc-Unterstützer, Generalist und langjähriger Autor und Redakteur der taz - starb im Februar 2013. Der von Stefan Reinecke und Mathias Bröckers herausgegebene Band versammelt eine Auswahl seiner Texte über Politik, linke Geschichte, deutsche Szenen, Ostmitteleuropa, Stalin und Shakespeare. Wie ein roter Faden zieht sich die Beschäftigung mit der Geschichte der Linken, deren Glanz und Elend, durch diese Texte.

Dass sich gerade Linke den entfesselten Terror des Stalinismus, das Scheitern des diktatorischen Sozialismus und eigene Irrtümer präzise vor Augen führen mussten, gilt hier als Gebot intellektueller Redlichkeit. Für Semler zählte die Hochschätzung von Gleichheit und sozialer Gerechtigkeit zum Erbteil der Linken, das man nicht, wie es andere Ex-Linke auf ihrem Weg nach oben in Parteien und Redaktionen taten, als entbehrliches Gepäck betrachten sollte.

„Kein Kommunismus ist auch keine Lösung“ – der Titel ist kein Zitat von Christian Semler, doch als Sprachspiel spiegelt er, ironisch gebrochen und in doppelter Negation, einen Kern seines politischen Denkens: Auch der nach 1990 als alternativlos erklärte globalisierte Kapitalismus wird nicht das letzte Wort sein. Die Geschichte ist offen.

 

Das Buch erscheint am 20. April 2013

taz Verlags- und Vertriebs GmbH,

10969 Berlin

ISBN 978-3-937683-43-0

196 Seiten, 12 EURO

Bestellungen der Druckausgabe sind möglich über www.shop.taz.de

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