16.09.2013

taz Panter Preise 2013 verliehen

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Die Gewinner/innen des taz Panter Preises 2013: Welcome2Europe und Inge Hannemann

(Berlin) Die GewinnerInnen des taz Panter Preises 2013 stehen fest: Auf einer großen Benefiz-Veranstaltung am vergangenen Samstag, den 14. September 2013 im Deutschen Theater Berlin wurden die PreisträgerInnen verkündet und für ihr Engagement geehrt. Die Preise sind mit jeweils 5.000 Euro dotiert. Der eine Preis wird von den LeserInnen der taz verliehen, der andere von einer Prominenten-Jury unter Vorsitz der stellvertretenden taz-Chefredakteurin Sabine am Orde. Erstmalig waren außer Einzelpersonen auch Gruppierungen nominiert worden. Der taz Panter Preis ist ein Projekt der taz Panter Stiftung.

Den Preis der Jury erhält Welcome2Europe. Die etwa zehnköpfige Gruppe betreut mit ihrem Infomobil Flüchtlinge in Griechenland und klärt sie über ihre Rechte auf. Die ehrenamtlichen AktivistInnen setzen auf unkonventionelle Akuthilfe, um wenigstens in Einzelfällen der restriktiven EU-Asylpolitik etwas entgegenzusetzen. „Irgendwie ist es ja ein Krieg, der gegen die Flüchtlinge geführt wird“, sagt Erwin Pelzig in seiner Laudatio. Der fränkische Kabarettist beschreibt mit beißendem Spott das „Sonderangebot“ Asylrecht und wünscht dem in Griechenland gestrandeten „Menschenmaterial“ – so titulierte ein bayerischer Politiker unlängst Flüchtlinge - dass sie dort auf Welcome2Europe treffen mögen: „Die fahren im alten Ford Transit durch Griechenland, beraten die Ankömmlinge, helfen, informieren, sammeln Medikamente, bekämpfen unerwünscht die erwünschte Flüchtlingsbekämpfung und machen aus Menschenmaterial einzelne Menschen. Naja, sie versuchen es wenigstens.“

Der LeserInnen Preis 2013 geht an Inge Hannemann, die sich als Jobcentermitarbeiterin für Hartz IV-Betroffene einsetzt und dafür den Verlust ihres eigenen Jobs in Kauf nahm. „Wie gut, dass es Inge Hannemann gibt!“, freut sich Laudatorin Jutta Sundermann, attac-Mitbegründerin und Journalistin. „Eine Frau mitten im Getriebe der Jobcenter, die ihre Arbeit ohne Wenn und Aber zu Gunsten der Menschen macht, die ihre Hilfe brauchen. Die sich Zeit nimmt und Sanktionen auch gegen das Handbuch aufhebt“, Hannemann setzt sich für ein sofortiges Ende der Sanktionen gegen Arbeitslose und die Abschaffung von Hartz IV ein und fordert stattdessen ein bedingungsloses Grundeinkommen. Dafür wurde sie im Frühjahr 2013 vom Jobcenter Hamburg Altona „freigesetzt“. Rund 9.000 LeserInnen beteiligten sich 2013 an der LeserInnen-Wahl – fast doppelt soviele wie im Vorjahr.

Weitere Informationen zum taz Panter Preis und Porträts aller Nominierten finden Sie unter www.taz.de/panter. Fotoanfragen und Rückfragen beantwortet:

Anja Mierel, taz Abt. Werbung und Öffentlichkeitsarbeit, Rudi-Dutschke-Str. 23, 10969 Berlin, Tel. (030) 259 02 137, am@taz.de.

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